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Angeltechnik Klopfen

  • Sehr cool! Danke für den Tipp!

    Fynn Krause / 10.12.2012 - 15:13 Uhr
  • Schwabbelwels

    Noch fängiger wenn man noch ein paar Fisch-/Kalamaristreifen anködert

    Schwabbelwels / 07.12.2012 - 21:26 Uhr
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Beschreibung

An der Fängigkeit des Wallerholzes zweifelt niemand mehr: Wer bei den Welsen „anklopft“, dem steht die Tür zum großen Fang offen. Aber warum zieht das Klopfholz Waller magisch an? Hier klären wir Sie über die Geheimnisse auf.

 

Ursprung

 

Fischer und Angler in Ungarn benutzen das Wallerholz seit Generationen. Es ist mindestens so alt wie die ungarische Fischerei selbst. Magyaren und Hunnen benutzten es in Ungarn zuerst an der Theiß. Vermutlich ist das Wallerholz ein Erbe aus der Urheimat der Ungarn, der östlichen Seite des Ural, dem heutigen Usbekistan. Damals war man von dem Wallerfang mit Angelgerät noch weit entfernt: Unsere Vorfahren lockten die Riesen mit dem Wallerholz zur Oberfläche. Und besiegten sie dann in mörderischen Kämpfen mit mehrzinkigen Gabeln und Harpunen.

 

Nicht übertreiben

 

Der Wels gehört zu den Fischarten, die außerordentlich gut hören können. Er kann Geräusche, Druckwellen und Erschütterungen in 50 bis 60 Metern Entfernung wahrnehmen und genau orten. Ein gutes Gehör ist für den Wels lebenswichtig, und so ist es von all seinen Sinnesorganen am besten entwickelt. Dann erst kommen sein Tast-, Geschmacks-, und Geruchssinn. Und an letzter Stelle stehen seine kleinen Augen, die nur auf kurze Entfernung brauchbar sind.

Wenn ein Wels hungrig auf Beutejagd geht, schaltet er alle Sinnesorgane scharf. Er folgt jedem Geräusch und allen Bewegungen und untersucht sie auf ihre Tauglichkeit als Nahrungsquelle. Stuft der Wels ein Geräusch als Beute ein, greift er oft mit beachtlicher Geschwindigkeit an. Der Angriff erfolgt von unten nach oben. Ist das Geräusch oder die Wellenbewegung zu stark, werden alte, erfahrene Waller schnell misstrauisch. Sie kommen nicht näher heran und flüchten manchmal sogar. Ungeübtes Klopfen mit dem Wallerholz wird den Wels deshalb eher vertreiben als anlocken. Auch wenn man immer denselben Gewässerabschnitt mit dem Wallerholz bearbeitet, kann das zum Misserfolg führen. Wir werden dann lediglich erreichen, dass der Waller überhaupt nicht mehr auf unsere Schläge reagiert.

Mit ständigem Klopfen am selben Platz vertreiben wir die Welse. Das Klopfen eignet sich also nur vom treibenden Boot. Vom verankerten Boot oder gar vom Ufer aus werden wir damit keinen Erfolg haben. Gönnen Sie den Welsen an Ihrer Angelstrecke immer wieder wochenlange Klopfpausen. Sonst verliert die Waffe Wallerholz bald ihre Wirkung. Bleiben Sie bescheiden, dann wird Ihnen auch in vielen Jahren das Wallerholz noch treue Dienste leisten.

 

Vorgehen und Montage

 

Die Montagen zum Klopfen sind absolut simpel: Schwere Laufbleie von etwa 200 g, kräftige Karabinerwirbel mit 60 kg Tragkraft, geflochtene Wels-Vorfächer mit 60 kg Tragkraft und 5/0er bis 1/0er Welshaken, am besten Drillinge.

 

Köder unterm Boot

 

Dann werden die Haken mit Bündeln aus 10 bis 15 Tauwürmern oder mit 15 bis 20 cm langen Güstern beködert und mit schweren Bleien direkt unterm Boot bis etwa 2 m über den Grund hinab gelassen. Damit sich Montage und Köder möglichst senkrecht unterm Boot halten und nicht von der Strömung aufgetrieben werden, muss das Blei schwer genug sein und eine strömungsgünstige Form haben. Am besten sind schlanke Kutjer-Bleie, die es speziell für diese Angelei in schweren Gewichtsklassen zu kaufen gibt.  Das notwendige Bleigewicht bestimmt immer die Strömungsstärke: Solange die Schnur nicht senkrecht, sondern schräg unterm Boot im Wasser verschwindet, ist das Blei zu leicht!

 

Vorsichtige Bisse

 

Wallerhölzer gibt es mit flachen und runden Tellern, die dadurch auch ganz unterschiedliche Klänge haben. Die Oder-Spezis haben die besten Erfahrungen mit Hölzern mit flachen Tellern gemacht. Damit schlagen sie etwa 6 bis 10 Mal hintereinander aufs Wasser und machen dann etwa eine Minute Pause. Oft können sie dann auf dem Echolot die Welse aufsteigen sehen.

Dabei haben sie eine interessante aber zugleich auch frustrierende Erfahrung gemacht: Meist sind es nämlich immer nur die kleinen „Echos“ auf dem Echolot, von denen es einen Biss gibt. Die großen „Echos“ steigen zwar auch auf, scheinen den Köder aber nur zu begutachten und lassen sich dann wieder zum Grund sinken. Und noch etwas war sehr auffällig: Die Bisse sind nicht, wie man vermuten würde, hammerhart, sondern meist sehr vorsichtig. Selbst die Bisse der größeren Fische sind oft nur als leichte Zupfer zu spüren. Dann die Nerven zu bewahren und im richtigen Augenblick anzuschlagen, ist nicht immer ganz einfach!

Name:

Klopfen

Methode:

Bootsangeln

Gruppe:

Raubfischangeln

Anfüttern:

Ohne Anfüttern

Minimale Rollengröße:

3000

Maximale Rollengröße:

20000

Minimale Rutenlänge:

180 cm

Maximale Rutenlänge:

210 cm

Rollenart:

Multirollen
Stationärrollen

Tipps und Tricks