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Zielfisch Wittling

Merlan, Weißling, Gadden

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Beschreibung

Genau wie der Pollack hat der Wittling eine bräunliche Färbung, keine Barteln und eine über der Brustflosse geschwungene Seitenlinie, aber im Gegensatz zu diesem einen überstehenden Oberkiefer. Charakteristisch ist auch der schwarze Punkt am Ansatz der Brustflosse und die auffällige Bezahnung. Der Wittling ist eine kleinwüchsige Dorschart, meist wird er nur 40 bis 50 Zentimeter lang. Exemplare Über 60 Zentimeter und 2,5 Kilo sind sehr selten.

Vorkommen

Wittlinge hausen in der Schelfregion unserer Meere in Tiefen bis zu 200 Metern. Sie bevorzugen Sand- und Schlammgrund, stehen aber manchmal auch an tiefen Molen, Riffen oder Wracks. Haupt-Verbreitungsgebiet: Nordsee und Nordostatlantik; außerdem Kattegat und westliche Ostsee. Im Süden um die iberische Halbinsel und im nördlichen Mittelmeer lebt eine Unterart.

Anglerinfo

Der Wittling ist kein Fisch für Brandungsangler. Flaches Wasser mag er nämlich ganz und gar nicht. Außerdem würde es wohl nur begrenzten Spaß bereiten, mit einer dicken Vier-Meter-Brandungsrute den doch recht kleinen Dorsch­verwandten ans Ufer zu „drillen“. Wittlinge lieben tiefes Wasser von 20 Metern und mehr. Meist stehen sie in Grundnähe.

Die Betonung liegt auf „meist“: Sind nämlich Jungheringe oder andere kleine Beutefische unterwegs, kennen die Wittlinge kein Halten; dann schwimmen die Räuber auch nahe an die Oberfläche, um sich über ihre Beute herzumachen. Bei rauer See verziehen sich die Fische aber meist rasch ins Tiefe.

 

Wer in tiefen Buchten über Schlamm- und Sandgrund angelt (hier jagen die Wittlinge Garnelen und Sandaale), hat gute Chancen, einen ganzen Schwarm aufzustöbern und innerhalb kürzester Zeit mehrere Fische zu fangen. Das muss auch so sein, denn Wittlinge sind Fische für Kochtopfangler: Sie sind nicht sehr groß, haben aber ein wertvolles Fleisch, und man fängt normalerweise mehr als nur einen Fisch. Das Schonmaß liegt übrigens einheitlich bei 27 Zentimetern.

 

Die beste Fangsaison ist von Meeresregion zu Meeresregion unterschiedlich. In der Ostsee sind die Spätsommer- bis Herbstmonate am besten, um die britischen Inseln herum die Monate von November bis Ende Januar; man findet die Wittlinge dann auch oft im Freiwasser. Im übrigen scheinen für die Ostsee folgende „Fangzeiten“ zu gelten: Wenn bei der Kutterfahrt mal die Dorsche ausbleiben, dann beißen meist Wittlinge. Meeresangler, gehst du auf den Kutter, vergiss die dünnen Vorfächer nicht.

Denn es könnte ja sein, dass der Kapitän zwischendurch einen großen Schwarm von Wittlingen aufspürt. Das Angeln auf Wittlinge macht viel Spaß – aber nicht mit dem Dorschpilker, sondern mit einer möglichst leichten Rute und dünnen Vorfächern. Andererseits stehen die Wittlinge meist am Grund – und bei Strömung sowie 25 Meter Wassertiefe braucht man schon 300 Gramm Blei, um den Köder überhaupt an den Fisch zu bringen. Von daher sind der Leichtigkeit der Rute manchmal Grenzen gesetzt.

 

Auf jeden Fall sollte man mit Naturködern angeln, etwa mit Wattwurm, Garnelenstückchen, kleinen (!) Herings- oder Makrelenfetzen. Wichtig ist, dass die Fischstücken frisch sind, auf gammlige Köder fallen die Wittlinge nicht herein. Einfachste Montage: In den Karabinerwirbel am Ende der Hauptschnur hängen wir ein gut einen Meter langes Vorfach mit drei Seitenarmen ein.

Diese Mundschnüre sollten nicht zu dick sein: 0,20 bis 0,25 mm mit mittelgroßen Haken (1/0 oder 2/0 sind richtig). Ans untere Ende des Vorfaches schlaufen wir ein Blei von 100 bis 500 Gramm, abhängig von Strömung, Drift und Wassertiefe. Einfach, aber fängig ist auch folgender Trick, der in England gern benutzt wird: Man nimmt ein normales Makrelen-Federvorfach und zieht auf jeden Haken zusätzlich einen kleinen Fetzen Herings- oder Makrelenfilet. Die Montage wird bis zum Grund hinabgelassen und dann einen Meter angeliftet. Jetzt fischt man mit zarten Rucken in der richtigen Höhe. Deutsche Meeresangler bevorzugen oft aufwendigere Naturködermontagen.

Beispielsweise Schleppmontagen mit einer anderthalb Meter langen Nachläuferschnur und mindestens einem zweiten Haken an einer ca. 30 Zentimeter langen Mundschnur, die mit einem kleinen Seitenarm knapp einen Meter über dem Blei angebracht wird. Mit diesem Schleppsystem fischt man direkt über dem Grund.

Großer Vorteil: Man erweitert die Fangchance. Flundern und Klieschen (im Idealfall sogar Steinbutt) finden ebenfalls Geschmack an den spielerisch daherschwänzelnden Ködern und packen vielleicht zu. Wittlinge lieben übrigens dezenten Schmuck: Eine Lockperle, ein kleines rotierendes Spinnerblatt oder ein Spin-o-glo’, vor dem Haken aufgezogen, erhöhen die Fangchancen. War man mit der Pilkrute auf Dorsch aus und steht statt dessen plötzlich über einem Wittlingschwarm, sollte man über dem Pilker zwei bis drei kleine Twister, Dorschfliegen oder einfach ein Makrelenvorfach montieren. Bestimmt fängt man damit ebenfalls einen Schwung Wittlinge, zumal man öfter Doubletten an der Rute hat. Bei Küchenchefs und Gourmets ist der Wittling übrigens unter dem Namen „Merlan“ bekannt: ein Fisch für Feinschmecker.

Latein:

Merlangius merlangus

Name:

Wittling

Ordnung:

Dorschartige

Familie:

Dorsche

Gattung:

Merlangius

Fischtyp:

Raubfische

Barteln:

1

Flossen:

7

Fett Flosse:

Nein

Zahnart:

Fangzähne

Gräten:

Normal

Giftigkeit:

Nicht giftig

Schuppen:

Schuppen

Wasserart:

Salzwasser