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Zielfisch Seesaibling

Wandersaibling, Rotforelle

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Beschreibung

Langgestreckter, im Alter hochrückiger Körper. Das mit spitzen Zähnen bewehrte Maul ist bis hinter die Augen gespalten. Färbung stark wechselnd. Rücken bläulich oder grünlich. Die Flanken gelblich und der Bauch rot oder rosa. Die paarigen Flossen sind weiß gesäumt.

Vorkommen

Was der stationäre Seesabiling braucht, bieten ihm Bergseen: tiefes, kaltes, sauerstoffreiches Wasser. In den Alpen, in Bayern, Österreich und der Schweiz hat er ein Zuhause gefunden. Ursprünglich ist der Saibling (Salvelinus alpinus) ein Wanderfisch, der zum Laichen in die Flüsse aufsteigt wie der Lachs. Wanderformen kommen heute noch vor, zum Beispiel in den nördlichen Eismeeren Europas. Eng verwandt mit dem Seesaibling, anglerisch aber nicht so interessant ist der Bachsaibling (Salvelinus fontinalis). Er kommt vereinzelt in Bächen vor und ist meist etwas kleiner als die Bachforelle.

Anglerinfo

Ein Seesaibling zieht selten allein – nicht in seinen ersten vier Lebensjahren. Die Fische ballen sich zu Trupps, streifen durch die dämmrigen Tiefen und schlagen sich den Bauch voll mit tierischem Plankton, aber auch mit Insektenlarven, Kleintieren, Weichkrebsen und Fischbrut. Der Saibling bevorzugt harten Grund, vor allem Geröll, Felsen und Kies. Wo Moos und Armleuchteralgen den Boden säumen, halten sich meist kleinere Saiblinge auf. Je mehr Nahrung ein Platz bietet, desto länger bleiben die Fische dort. Berge unter Wasser gehören zu den beliebtesten (Angel- und) Fressplätzen.

 

Die Erhebungen müssen aber deutlich tiefer als die Barschberge liegen: zwischen 20 und 80 Meter. Sogar 120 Meter tief wurden schon Saiblinge gefangen. Sobald das Eis taut, fressen die Saiblinge. Große Fische gehen oft im Sommer an den Haken. Beim Angeln in der Tiefe ist es schwer abzusehen, zu welcher Tageszeit es am besten beißt. Fresszeit ist dann, wenn die Boote der einheimischen Angler den Hafen verlassen… So sehr der Saibling die Tiefe schätzt – die Aussicht auf Fluginsekten lockt ihn im Sommer gelegentlich an die Oberfläche. Winzige Ringe verraten ihn beim Steigen, besonders vor Gewittern und an lauen Abenden.

 

Kommt der Saibling in die Jahre (und auf eine Länge von ungefähr 35 Zentimetern), löst er sich vom Schwarm und zieht als räuberischer Einzelgänger durch den See. Dabei jagt er nicht nur in der Tiefe, sondern folgt den Kleinfischen bis in die Uferregion. Laicht die Laube, stellt er ihr nach bis zu den Bacheinmündungen. Auch Elritzen, Mühlkoppen und kleine Renken sind vor ihm nicht sicher. Nichts macht den Saibling so unvorsichtig, als wenn ein Köder vor seiner Nase auf- und abtanzt. Diese Art der Führung, das Heben und Senken, verbindet die beiden erfolgreichsten Methoden: das Angeln mit Köderfisch am System und das Fischen mit der Hegene. „Tupfen“ nennen die Angler in Bayern und Österreich das Saiblingsangeln mit System.

Man braucht dazu daumenlange Köderfische, am besten Elritzen, Lauben oder Barsche. Eigenschwere Systeme mit Bleikopf und Spieß, zum Beispiel das Planseesystem, haben sich beim Angeln unterm Boot bewährt; Systeme mit Vorschaltblei werfen sich besser und schüren beim stufenförmigen Einholen den Futterneid: Es sieht so aus, als würde der Köder das Blei verfolgen. Oft braucht man Fingerspitzengefühl, um die Bisse zu erkennen. Dabei hilft eine leichte Spinnrute mit harter Spitze. Das Wurfgewicht sollte zwischen 10 und 30 Gramm liegen, die Länge zwischen 2,40 und 2,80 Meter – lang genug, um die Fische an einer Flucht unter das Boot zu hindern, kurz genug, um im engen Boot nicht hinderlich zu sein.

 

Wer seinen Köderfisch am richtigen Platz anbietet – etwa an einem Saiblingsberg – darf schon beim Absinken mit einem Biss rechnen. Mit fluoreszierender Schnur erkennt man den Biss sofort. Bei Angeltiefen bis zu 120 Meter ist es wichtig, dass die Schnur der Strömung so wenig Angriffsfläche wie möglich bietet: Mit 18er bis 22er Schnur lässt sich im Freiwasser auch ein großer Saibling ausdrillen. Je ruckartiger man den Köder führt, desto besser fängt er. Der Fisch sollte Sprünge von ein bis zwei Metern machen, wieder auf dem Grund aufstoßen, erneut nach oben flitzen usw.

Viele Bisse kommen bei der Flucht nach oben. Die Hegene wird ebenfalls gehoben und gesenkt, allerdings etwas langsamer. Sie besteht aus einem langen Vorfach mit drei bis fünf steif abstehenden Seitenarmen. Die Montage schließt ab mit einem Grundblei, dessen Gewicht sich nach der Angeltiefe richtet, Regel: 10 Gramm pro 10 Meter. Die Rute sollte deutlich kürzer sein als beim Angeln mit System (ca. 1,80 Meter), die Spitze deutlich feiner. Manche Angler setzen sogar Bibberspitzen ein.

Um die Saiblinge zu finden, kann man die Hegene zunächst an der Pose schleppen. Die braucht eine hohe Tragkraft, denn das Blei soll sie nicht ganz, sondern nur bis zur Antenne unter Wasser ziehen. Als Köder haben sich – anders als beim Barsch – nicht künstliche Köder wie Nymphen und Nuggis durchgesetzt, sondern Naturköder wie Maden, Köcherfliegenlarven und Ameiseneier. Nachteil der Hegene: Es beißen meist nur Grundsaiblinge von bis zu einem Pfund.

 

Die großen Raubsaiblinge sind besser mit der Spinnrute zu fangen. Die Ausrüstung gleicht der beim Angeln mit System. Garantiert fängig sind Spinner wie der „Mepps“, kleine, sinkende Rapala-Wobbler, kupferfarbene Löffel und Blinker sowie kleine Fischtwister (Shads). Nach der Eisschmelze stehen die Fische in flacherem Wasser. Mit weiten Würfen und lebendiger Köderführung kommen wir bei den großen Saiblingen an. Im Sommer muss man den Köder auf Tiefe bringen. Mit Downrigger oder schwerem Vorblei lässt er sich über 20 Meter tief schleppen.

Man wechselt so oft die Tiefe, bis man die Fische gefunden hat. Was der Saibling an der Hegene nicht verschmäht, nimmt er auch an der Posen- oder Grund­angel, nämlich Naturköder wie Maden, Würmer oder Fischfetzen. Die Schwierigkeit besteht wieder darin, die Fische zu finden. Fliegenfischen verspricht nur dann Erfolg, wenn die Saiblinge an der Oberfläche steigen oder im flacheren Wasser Kleinfische jagen. Auf raubende Fische haben sich silberne Streamer bewährt, auf steigende Trockenfliegen wie Märzbraune, Zulu und Steinfliege. Das Gerät sollte „Forellen-Stärke“ haben.

Latein:

Salvelinus alpinus

Name:

Seesaibling

Ordnung:

Lachsartige

Familie:

Lachsfische

Gattung:

Saiblinge

Fischtyp:

Raubfische

Barteln:

0

Flossen:

8

Fett Flosse:

Ja

Zahnart:

Fangzähne

Gräten:

Wenige

Giftigkeit:

Nicht giftig

Schuppen:

Schuppen

Wasserart:

Süßwasser