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Zielfisch Schleie

Schlei

  • ein wirklich schöner fisch hab letztens 5 stk in 45 min gefangen auf simple Futterkorbmontage Köder Mais 18 ner Hauptschnur 14ner Vorfach

    KarlOfTinca / 06.08.2013 - 07:45 Uhr
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Beschreibung

Die langgestreckte, kräftige Schleie ist mit keinem anderen Fisch zu verwechseln. Ein kleines Bartelpaar in den Maulwinkeln, winzige, tiefsitzende Schuppen und eine dicke Schleimhaut zeichnen sie als Grundfisch und Bewohner dichter Pflanzenbestände aus. Rogner und Milchner sind ab dem zweiten Lebensjahr gut zu unterscheiden: Milchner haben große, schaufelartig ausgebildete Bauchflossen mit einem verdickten ersten Flossenstrahl. Die Flanken haben oft einen Goldschimmer.

Vorkommen

Alle Fließgewässer von der Barbenregion bis ins Brackwasser, Seen bis 1600 Meter Höhe sowie stehende Kleingewässer aller Art. Die Schleie ist Leitfisch flacher, sommerwarmer und pflanzenreicher Seen. Sie liebt klares Wasser, gedeiht aber auch unter ungünstigsten Bedingungen in kleinsten Moortümpeln. Beim Fehlen von Raubfischen (vor allem Hechten) neigt sie ähnlich wie die Karausche zur Verbuttung.

Anglerinfo

Schleien lieben Wärme. Ein Ansitz ist daher im Frühjahr, Sommer und Herbst am erfolgversprechendsten. Trotzdem werden manchmal im Winter Schleien erbeutet. Vor allem in sehr flachen Torfstichen werden sie von frühlingshaften Wetterumschwüngen aus ihrer Winterruhe geweckt; in Fließgewässern hat ein kräftiges Hochwasser dieselbe Wirkung. Aber die „richtige“ Schleienzeit beginnt erst mit den Frühlingstagen. Wenn tags die Sonne heizt und ein leichter Wind das warme Oberflächenwasser in eine flache Bucht drückt, darf man dort ab Mittag bis in den frühen Abend hinein mit Schleien rechnen. Sobald keine Nachtfröste mehr drohen, sind die Schleien nach warmen Tagen bis tief in die Nacht hinein und am nächsten Morgen schon weit vor Sonnenaufgang aktiv.

 

Bevorzugte Fressplätze finden sich in flachen Buchten mit aufkommendem Krautwuchs, an Mündungen kleiner Wiesengräben und an Schilfkanten. Ist im Mai oder Juni das Wasser 18 bis 20 Grad Celsius warm, beginnen die Schleien in mehreren Etappen zu laichen. Sie ziehen in kleinen Trupps durchs Flachwasser, reagieren auf Störungen oft überhaupt nicht und scheinen auch kein Futter aufzunehmen. Das Gute daran aus Anglersicht: Man bekommt einen Einblick in die Größe „seines“ Schleienbestandes. In kalten Sommern kann sich das Ablaichen bis Juli, manchmal sogar in den August hinziehen. Danach sind die Schleien im sommerwarmen Wasser wieder gut an den Haken zu bringen. Das Problem: Inzwischen haben sich die Kraut- und Seerosenbetten voll entwickelt. Es gibt Gewässer, in denen die Schleien zu dieser Zeit praktisch nicht zu fangen sind, weil sie nur im dicksten Kraut fressen und das Freiwasser höchstens zum Stellungswechsel aufsuchen. Wo es erlaubt ist, sollte sich der Angler zu dieser Zeit im Kraut kleine Futterplätze freijäten.

Geht das nicht, sind natürliche Lücken im Kraut oder der Rand von Seerosenfeldern die allererste Wahl. Die Schleien sind im Sommer vor allem während der Morgen- und Abenddämmerung an den Haken zu bringen. An verhangenen, warmen Regentagen beißen Schleien jedoch nicht selten ganztägig – und bescheren dem Angler dann Traumfänge.

 

Der Herbst ist die Zeit der schweren Schleien. Mit sinkenden Temperaturen beginnen die Fische nochmals intensiv zu fressen. Jetzt lohnen Angelversuche mitunter an den tiefsten Stellen des Gewässers überhaupt. Vor allem im Altweibersommer trifft man die Fische noch bei verspäteten Visiten in absterbenden Krautbetten oder an Schilfkanten. Schleien sind schwierig. Das sprichwörtliche minutenlange Zuppeln an der Pose hat schon manchen Angler zur Verzweiflung gebracht. Dagegen helfen in flachen, klaren Gewässern durchsichtige Posen (engl. Crystals) und das Hochschieben der Bebleiung bis an den Schwimmer. Wer einen dicken Tauwurm als Köder und ein Pilotkügelchen als Bissanzeiger einsetzt, kann auf Blei auch ganz verzichten.

 

Überraschend effektiv sind Bibberspitze und Schwingspitze in Kombination mit leichten Grund- oder Stehaufbleien, die in ein Laufröhrchen eingehängt werden. Dieses Gerät erlaubt – kleine Köder vorausgesetzt – einen Sofortanschlag, und das beim Posenangeln nervende Nibbeln entfällt. Wer feinste Bibberspitzen einsetzt, wird anfangs sogar überrascht sein, zu welch „brutalen“ Bissen die angeblich so vorsichtigen Schleien fähig sind. Bei der Auswahl der Köder sollte die Fleischeslust der Schleien berücksichtigt werden. Ein Bündel kleiner, quicklebendiger Mistwürmer auf einem kurzschenkligen 10er Haken ist beinahe unfehlbar. In Gewässern mit großen Schleien fängt ein dicker Tauwurm aber oft besser, weil er für weniger Kleinfischbisse sorgt. Wichtig bei der Wurmangelei ist das gelegentliche Bewegen (Zupfen) des Köders. Zum einen lässt sich so manche Schleie zu einer unvorsichtigen Attacke hinreißen, zum anderen können sich vor allem Rotwürmer dann nicht auf Nimmerwiedersehen im Schlamm verkriechen.

Gibt es nicht allzu viele Weißfische, sind auch Maden ein exzellenter Köder – vor allem im Sommer, wenn den Schleien die Hitze auf den Magen schlägt. Nicht zu vergessen: Schleien mögen Wasserschnecken. So hat sogar eine den Namen Schleischnecke (Bythinia tentaculata) erhalten. Neben diesen Standardködern sollte aber eines nicht vergessen werden: Schleien sind Überlebenskünstler – und deshalb immer in der Lage, neue Nahrungsquellen zu erkennen und zu erschließen.

 

In Gewässern, in denen viel auf Karpfen geangelt wird, werden auch die Schleien gezielt mit Boilies gefangen. Allerdings empfehlen Spezialisten dafür ein wesentlich längeres Vorfach als beim Karpfenfang.

Latein:

Tinca tinca

Name:

Schleie

Ordnung:

Karpfenartige

Familie:

Karpfenfische

Gattung:

Tinca

Fischtyp:

Friedfische

Barteln:

2

Flossen:

7

Fett Flosse:

Nein

Zahnart:

Schlundzähne

Gräten:

Viele

Giftigkeit:

Nicht giftig

Schuppen:

Schuppen

Wasserart:

Süßwasser