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Zielfisch Quappe

Trüsche, Trische, Treische, Rutte, Ruppe, Aalrutte, Aalquappe, Aalraupe, Quappaal

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Beschreibung

Der langgestreckte, vorn walzenförmige, hinten zusammengedrückte Körper ist mit winzigen, kaum sichtbaren Schuppen bedeckt. Der große Kopf ist breit und hat ein tief gespaltenes Maul. Am „Kinn“ der Quappe befindet sich ein Bartfaden. Die Bauchflossen stehen in der Nähe der Kehle. Die Färbung ist dunkelgrün oder gelblichbraun.

Vorkommen

Auf der gesamten Nordhalbkugel zwischen 42. und 75. Breitengrad verbreitet. Sie ist im Brackwasser der Ostsee ebenso zu Hause wie in kleinen Forellenbächen und den Bergseen der Alpen. Die größten Vorkommen gibt es in großen tiefen Seen sowie deren Zu- und Abflüssen (Norddeutsche Seenplatte, bayrische Voralpenseen, Bodensee). Stellenweise sind Quappen sehr zahlreich, meist jedoch leben sie unerkannt und werden selten intensiv befischt.

Anglerinfo

Mittlere Größe: 20 - 50 cm kapital: über 4 Pfd. Gewicht (ca. 60 cm Länge).

 

Quappen sind schnellwüchsig, erreichen im fünften Jahr bereits 50 cm Länge und wiegen dann mehr als zwei Pfund. Vermutliche Maximallänge in Mitteleuropa bei 80 bis 100 cm. Berufsfischer haben in Alpenrandseen schon Fische von 13 Pfund erbeutet. Die beste Gewähr für gute Fänge bieten große tiefe Seen mit kühlem, sauerstoffreichem Wasser und ausgeprägten Geröll- und Felsufern – das lieben die Quappen. Hier findet man sie an allen steil abfallenden Uferstrecken, wo sie genügend Verstecke vorfinden. Oft sind solche Stellen allerdings auch sehr hängerträchtig, ausreichend starkes Gerät und genügend Ersatzteile sind dann ein Muss.

 

Einfacher befischen lassen sich Fluss- und Grabenmündungen. Sobald sie im Frühling angetrübtes Wasser in den See bringen, beginnt hier die erfolgreichste Angelzeit. Während man normalerweise Aalquappen in den Seen auf 20 bis 60 Meter Wassertiefe sucht, kann man sie bei Hochwasser auch im knietiefen Wasser erbeuten – und das sogar am Tage!

 

Die bekannt aussichtsreiche Winterangelei auf Quappen ist für viele Angler eine angenehme Abwechslung, aber auch zu allen anderen Jahreszeiten lässt sich gute Beute machen. Immer vielversprechend sind dunkle, regnerische Nächte und trübe Fluten. Fließgewässer enthalten mitunter ebenfalls gute Quappenbestände, vor allem, wenn sie mit Seen in Verbindung stehen. Wieder sind es die reich strukturierten Abschnitte, an denen sich die gefleckten Schönheiten bevorzugt aufhalten. Heiße Adressen sind unterspülte Ufer, tiefe Kolke und Rinnen. In begradigten Strecken werden die Fische von Steinpackungen, Spundwänden und anderen Uferbauten magisch angezogen. Mit einer Polarisationsbrille und etwas Spürsinn kann man sie an solchen Plätzen bei Tage auf Sicht aus ihren Verstecken herausangeln. In Norddeutschland sind im Frühwinter Schleusen und Wehre interessante Reviere, weil sich die Aalquappen auf ihren Laichwanderungen flussauf oft hier stauen.

 

In den Seen ist die Laichzeit (je nach Region zwischen Dezember und März) nicht so produktiv, weil man die auf engem Raum konzentrierten Laichschwärme kaum findet. Kurz davor und danach ist die Gefräßigkeit jedoch umso größer. Generell halten sich die Seequappen im Winter in größeren Tiefen auf. In der Schweiz erwischt man sie mitunter an der Hundertmeter-Marke. Grundangeln ist die wohl naheliegendste Methode für einen so bodenorientierten Räuber. Wegen der oftmals rauen Umgebung ist eine abriebfeste Schnur mit mindestens 14 bis 20 Pfund Tragkraft (0,35er bis 0,40er Durchmesser) Pflicht, zumal sich Quappen mit dem Köder gern verkriechen, wenn der Angler den Biss nicht sofort bemerkt. Eine kräftige Rute mit 30 bis 70 Gramm Wurfgewicht und 2,70 bis 3,30 Meter Länge gestattet es, auch kapitale Exemplare rasch vom Grund wegzupumpen und die bei größeren Tiefen benötigten Bleigewichte um 50 Gramm problemlos auszuwerfen.

 

Wichtig: Die Schnurbremse bleibt beim Quappenangeln geschlossen. Ähnlich wie beim Aalangeln lässt man sich auf keinen Drill ein. Deshalb sollte das Getriebe der Rolle robust genug sein. Bewährt hat sich eine einfache Laufbleimontage mit kurzem Vorfach (max. 50 cm) und großem Einzelhaken (Größe 1 bis 4) mit Widerhaken am Schenkel. Ein Tirolerhölzl als Beschwerung verringert deutlich die Hängergefahr. Der beste Quappenköder ist unbestritten ein dickes Bündel aus Tau- oder Rotwürmern. Regelmäßig ausgewechselt, garantieren sie ein Höchstmaß an Bewegung und Duft – und daran orientieren sich Quappen bei der Jagd hauptsächlich. Ein toter Köderfisch kann da nicht mithalten, auch wenn Quappen gierige Fischräuber sind. Er bleibt somit ebenso eine Verlegenheitslösung wie Leber, Geflügel- und Fischeingeweide oder Lachseier. Alle fangen zur Not Fische – aber sich bewegende Köder bleiben Trumpf. Hauptsächlich auf Bewegung setzt auch das oft sehr erfolgreiche Quappen-Pilken, wobei die Komponente „Duft“ durch Wurm oder Fischfetzen auf dem Drilling beigesteuert wird. Geeignet sind verchromte oder kupferne Pilker zwischen 20 und 60 Gramm. Die langsamen, kleinen Zupfer knapp über Grund lassen sich am besten mit einer feinnervigen Spinnrute und geflochtener Schnur kontrollieren.

Die Bisse kommen oft heftig. Trotzdem sollte erst angeschlagen werden, wenn der Fisch deutlich mit seiner vermeintlichen Beute abzieht. Mit dieser Methode werden gerade in großen Seen die kapitalsten Quappen überlistet. Ideal für diese Angelei ist natürlich ein Boot, aber es gibt an steilufrigen Seen mitunter auch Hafenanlagen mit Schwimmstegen, von denen das Pilken sehr lohnend sein kann. Für das Pirschangeln an Fließgewässern ist eine kurze, steife Spinnrute ideal, mit der alle erdenklichen Unterstände mit Festblei und ultrakurzem Vorfach (max. 20 cm) abgesucht werden. Die Fische verraten sich oft durch kleine Schlammwölkchen oder sind sogar zu sehen. Meist kommt der Biss rasant, nur blitzschnelles Reagieren bringt den Fisch aus der Gefahrenzone. Starke Schnur ist dabei natürlich von Vorteil.

Latein:

Lota lota

Name:

Quappe

Ordnung:

Dorschartige

Familie:

Dorsche

Gattung:

Lota

Fischtyp:

Raubfische

Barteln:

1

Flossen:

8

Fett Flosse:

Nein

Zahnart:

Fangzähne

Gräten:

Wenige

Giftigkeit:

Nicht giftig

Schuppen:

Keine Schuppen

Wasserart:

Süßwasser