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Zielfisch Nase

Näsling, Schnabel, Blaunase

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Beschreibung

Langgestreckter, spindelförmiger, seitlich nur wenig abgeflachter Körper. Mittelgroße Schuppen. Stark unterständiges Maul. Der Oberkiefer, der das unterständige Maul der Nase „ziert“, hat ihr den Namen gegeben. Auch die quergestellten Lippen mit scharfen Hornrändern sind unverkennbar.

Dennoch ist die Nase nicht unverwechselbar, denn in einigen, wenigen Gewässern kommt sie gleichzeitig mit der Zährte vor, die im Elbe/Weser-Raum die Stelle der Nase einnimmt. Die Zährte hat einen noch ausgeprägteren, fast schwarzen Nasen-„Knubbel“, der dem Fisch den Zweitnamen Rußnase eingetragen hat.

Vorkommen

Die Äschen- und Barbenregion ist auch die Heimat der Nase. Sie liebt sauerstoffreiches Wasser, kiesigen Grund und lebhafte Strömung. Diese Bedingungen findet sie am ehesten im Donauraum, wo sie in allen Nebenflüssen heimisch ist. Auch die Bäche und Flüsse im Westen Deutschlands werden (wo sie noch sauber sind) von Nasen bewohnt, während sie im Norden und Osten kaum vorkommt.

Anglerinfo

Mittlere Größe: 30 - 35 cm. Nasen über 40 cm sind an einigen Gewässern häufig, an anderen schon kapital. Ab 50 cm (= über 3 Pfund) sind Nasen überall selten.

 

Fische über 60 cm (ca. 5 Pfund) sind absolute Ausnahmen. Der Hitparaden-Rekord steht seit 1990 auf 5 Pfd 150 g. Nasen muss man in der Strömung suchen. Vor allem im Sommer stehen sie gern im sauerstoffreichen Wasser unterhalb von Wehren oder Mühlschüssen. Dann kann man ihre silbernen Flanken blitzen sehen, wenn sie mit schnellen Drehungen ihres kräftigen Körpers die Algen vom Grund abweiden. Allerdings sind sie bei klarem Sommerwetter besonders vorsichtig und nur mit feinem Gerät und kleinsten Ködern zu überlisten.

Aussichtsreicher ist es, sie im zeitigen Frühjahr oder im Spätsommer in tieferen Rinnen zu befischen. Nasen sind Schwarmfische. Das wird besonders deutlich zur Laichzeit (März bis Mai), wenn ganze Heerscharen von Nasen flussaufwärts ziehen auf der Suche nach geeigneten Kiesbetten im Oberlauf und in kleinen Nebenbächen. In dieser Zeit nehmen die Fische kaum Nahrung auf, erst recht keinen Köder, auch wenn sie sonst jede Scheu verloren haben. Auch zu anderen Zeiten lassen Nasen den Angler relativ nah an sich herankommen.

 

Vorsichtiges Waten ist manchmal erforderlich, damit man empfindliche Köder genau in der Strömung platzieren kann. Nasen sind überwiegend Vegetarier. Neben den schon erwähnten Grün- oder Fadenalgen, die sie mit ihren hornigen Lippen von Steinen und Balken „kratzen“, fressen sie aber auch alles, was ihnen an Kleintieren vors Breitmaul kommt. Dazu gehören Insektenlarven und Kleinkrebse, aber auch Maden oder Mistwürmchen – vom Angler an der Pose am Grund schleifend oder mit der leichten Spürangel serviert. Ebenso kann man der Nase an feinen Goldhaken Gr. 16-20 und 0,12er bis 0,14er Vorfächern auch andere bewährte Friedfischköder anbieten: Mais, Teigkügelchen, Nudelstückchen, gequollenen Hanf oder Weizen.

 

Um die Nasen an handfestere Nahrung zu gewöhnen und einen Schwarm am Platz zu halten, ist Anfüttern unbedingt erforderlich. Achten Sie darauf, das Futter schwer genug zu machen, damit es weder hochsteigt noch zu schnell abtreibt. Spezialisten versuchen seit Jahrzehnten, die Vorliebe der Nase für Grünzeug auszunutzen. Sie bedecken ihren Haken mit vorsichtig abgezupften Grünalgen. Wenn dieser natürlichste aller Nasen-Köder den Auswurf und die Drift in der Strömung überdauert, ohne vom Haken zu fliegen, ist meist ein Fang garantiert. Weil der Köder aber so schlecht hält, schwören andere Nasen-Experten auf spezielle Algen-Teige.

Dazu werden Algen in aufgelöste Gelatine eingerührt und nach dem Erkalten der Glibbermasse in kleinste Stückchen geschnitten. Manche Angler mengen, um die Haftung des Algenköders zu verbessern, Watte mit ein. Der Aufwand kann lohnen, denn wo zahlreiche Nasen vorkommen, sind Fänge von einem halben Dutzend oder mehr Fischen aus einem Schwarm möglich. Und wo es große Nasen gibt, hat schon so mancher Friedfischangler sein blaues Wunder erlebt. Kapitale Nasen sind nämlich gute Kämpfer, die schon mancher für eine starke Barbe gehalten hat, wenn der Fisch am Grund „bohrte“ oder mit dem typischen energischen Kopfschütteln den Haken loszuwerden versuchte.

Latein:

Chondrostoma nasus

Name:

Nase

Ordnung:

Karpfenartige

Familie:

Karpfenfische

Gattung:

Chondrostoma

Fischtyp:

Friedfische

Barteln:

0

Flossen:

7

Fett Flosse:

Nein

Zahnart:

Schlundzähne

Gräten:

Viele

Giftigkeit:

Nicht giftig

Schuppen:

Schuppen

Wasserart:

Süßwasser