ANGELN.de / Angel-Wiki

Zielfisch Karausche

Schneiderkarpfen, Bauernkarpfen, Steinkarpfen, Moorkarpfen, Gareisle, Guratsch, Burretschel, Kotbuckel

  • Die schmecken gut

    Friedfischliebhaber / 04.01.2013 - 18:33 Uhr
  • Sehr col Arthur – haste noch nen Foto? Falls ja, dann kannste es ja mal in dein Fangbuch hochladen! Ich würde dann auch mal den ersten Fisch meines Lebens hochladen ;-)

    Fynn Krause / 14.09.2012 - 06:30 Uhr
  • Mein erster gefangender Fisch, im Bahrenfeldersee, mit einen Bambusstock und einen kleinen Korkproppen als Pose. Ca 1954 oder 55?

    Arthur 1945 / 12.09.2012 - 18:13 Uhr
Du möchtest auf dieser Seite kommentieren oder dich mit anderen Usern austauschen?
Dann logge dich ein oder registriere dich.

Beschreibung

Karauschen werden oft mit Giebeln und kleinen Karpfen verwechselt. Die Unterscheidung zum Karpfen ist einfach: Karauschen haben nie Barteln, Karpfen jedoch vier. Manchmal vorkommende Kreuzungen (Karpfkarauschen) haben zwei Mini-Barteln im Maulwinkel und eine große, tief eingeschnittene Schwanzflosse. Die Unterscheidung zum Giebel ist schwieriger. Am ehesten ist dies anhand der Flossensäume möglich: Rücken- und Afterflosse des Giebels wirken entweder gerade abgeschnitten oder zum Körper hin eingebuchtet (konkav), wogegen die Flossensäume der Karausche immer auswärts gebuchtet sind (konvex). Der vielzitierte schwarze Schwanzfleck der Karausche ist ein unsicheres Unterscheidungsmerkmal, da er oft nur bei Jungfischen sichtbar ist und manchmal selbst ihnen fehlt.

Vorkommen

Alle Gewässer bis ins Brackwasser. Die Karausche meidet jedoch kalte und schnellfließende Gewässer sowie große tiefe Seen. Sie gedeiht noch unter ungünstigsten Bedingungen in kleinsten Moortümpeln und kommt dabei mit einem Zehntel des Sauerstoffs aus, den eine Forelle benötigt. Beim Fehlen von Raubfischen neigt sie zu Zwergwuchs (Verbuttung).

Anglerinfo

Mittlere Größe: 15 - 25 cm Kapital: über 2 kg. Gewicht (ab ca. 40 cm Länge). Der Hitparadenrekord liegt bei 3 kg 400 g.

 

Das Wachstum der Karausche hängt stark vom jeweiligen Erbgut und Gewässer ab. Frohwüchsige Stämme sind am Ende des 2. Lebensjahres schon 15 cm lang, verbuttete Bestände mit 7 cm bereits „ausgewachsen“. Karauschen werden ausschließlich in der warmen Zeit des Jahres, vom späten Frühjahr über den Sommer bis in den frühen Herbst gefangen.

 

Über den Winter verfallen sie, eingegraben im Schlamm, in eine Winterstarre und sind dann für den Angler unerreichbar. Gute Karauschengewässer sind flach, sommerwarm, oft verkrautet oder stark verschlammt. Weil die Karausche mit extremsten Lebensbedingungen fertig wird, kann man sie selbst in kleinsten Dorfteichen und Torfstichen erwarten. Zum attraktiven Angelfisch wächst sie allerdings nur heran, wenn sie ihren Lebensraum mit Hechten teilen muss, ohne dass ihr gleichzeitig zu viele Karpfen das Futter streitig machen. Unter diesen Voraus­setzungen entwickelt sie sich zur hochrückigen Teller- oder Seekarausche und ernährt sich vor allem von Mücken- und Köcherfliegenlarven, kleinen Schnecken und Muscheln, Wasserasseln und Kleinkrebsen. Kapitale Karauschen werden nicht selten zu „Nachtschwärmern“ und sind nur morgens und abends mit Aussicht auf Erfolg zu befischen.

 

Wer gezielt Karauschen nachstellt, wird am ehesten an flachen Schilf- und Krautkanten bis maximal zwei Meter Tiefe sowie in und an Seerosen und Krautbeeten zum Zuge kommen. In größeren Gewässern entpuppen sich manchmal abgetrennte Nebenbuchten als regelrechte „Karauschenfallen“. Ist das gesamte Wohngewässer eintönig flach, streunen die Fische – gelegentlich in Gesellschaft gleichgroßer Karpfen – überall umher und müssen durch Füttern an eine Angelstelle gelockt werden. An warmen Herbsttagen sind die Fische in tiefen Senken zu erwischen. Der Fang kleiner und mittlerer Karauschen stellt meist kein Problem dar.

Sie sind mit den gängigen Weißfischmethoden und -ködern (Maden, kleine Maiskörner oder Teigkügelchen) leicht zu überlisten. Wichtig ist in jedem Fall das Anbieten des Köders auf und – bei Schlamm – knapp über dem Grund. Anfüttern verbessert die Erfolgsaussichten erheblich. Obwohl die Neigung je nach Gewässer unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann, scheinen Karauschen mehr noch als andere Weißfische Wert auf tierische Kost zu legen. Unter Spezialisten gilt deshalb ein kleiner Mistwurm (Gelbschwanz) als Topköder.

 

Der regelmäßige Fang von Karauschen über anderthalb Pfund ist schwierig. Solche Fische sind sehr vorsichtig, entwickeln aber die Kampfkraft eines gleichgroßen Karpfens. Wer die notwendigen 14er bis 16er Schnüre gefahrlos einsetzen will, kommt um feine Matchruten oder Winkelpicker nicht herum. Wer mit Pose fischt, sollte sie so leicht wie möglich wählen. Dennoch werden große Fische oft lange mit dem Köder spielen, bevor die Pose entschieden zur Seite weggezogen wird. Vergleichsweise weniger Fehlbisse hat man beim Bibberspitzenangeln. Oft macht sich der Biss einer großen Karausche an der Bibberspitze mit einem eigenartigen, zaghaften Zittern bemerkbar, das mit einem schnellen Anschlag quittiert werden sollte.

Da Karauschen ein vergleichsweise kleines Maul haben, sind kleine Haken bis maximal Größe 10 selbst bei kapitalen Fischen die obere Grenze. Große Karauschen lassen sich am besten mit einem ganzen Bündel kleiner Gelbschwänze überlisten. Mindestens ebenso gut sind in manchen Gewässern einzelne Tauwürmer oder – wenn die Fische diesen Köder kennen – große Maiskörner. Hin und wieder werden kapitale Karauschen auf Boilie als Beifang beim Karpfenangeln erbeutet.

Maden und Teig sind als spezieller Köder für Kapitale weniger geeignet. Sie werden zwar akzeptiert, aber meist zuvor von den Kleinfischen attackiert und abgefressen. Die mit dem ständigen Beködern und Auswerfen verbundene Unruhe kann den Erfolg eines Karauschen­ansitzes in Frage stellen.

Latein:

Carassius carassius

Name:

Karausche

Ordnung:

Karpfenartige

Familie:

Karpfenfische

Gattung:

Carassius

Fischtyp:

Friedfische

Barteln:

0

Flossen:

7

Fett Flosse:

Nein

Zahnart:

Schlundzähne

Gräten:

Viele

Giftigkeit:

Nicht giftig

Schuppen:

Schuppen

Wasserart:

Süßwasser