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Zielfisch Heringshai

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Beschreibung

Verglichen mit anderen Großhaiarten kommt der Heringshai sehr gedrungen daher. Manche verwechseln ihn wegen seines recht hohen, kräftigen und spindelförmigen Körpers sogar mit einem Thun. Die Schnauze ist abgerundeter als beispielsweise beim Blauhai. Heringshaie sehen furchteinflößend aus, sind aber für den Menschen ungefährlich. Heringshaie können gut dreieinhalb Meter lang werden. Solche Riesenexemplare, die über vier Zentner schwer sind, werden leider selten gefangen. Die Durchschnittslänge liegt bei zwei Meter und wird nach etwa acht Jahren erreicht.

Vorkommen

Die gedrungenen, kräftigen Haie mögen gemäßigt warmes Wasser und sind im Südpazifik, im Süd- und Nordatlantik weit verbreitet. Im Nordatlantik trifft man Heringshaie von Marokko bis hinauf an den Polarkreis. Spitzenreviere für den Fang großer Fische sind die Gewässer um die britischen Inseln.

Anglerinfo

Der EFSA-Angelrekord – gleichzeitig auch IGFA-Rekord – liegt bei 230 Kilogramm. Der Fisch wurde im März 1993 im schottischen Pentland Firth gefangen.

 

Bei den englischen Meeresanglern ist der Heringshai die beliebteste Haiart. Denn der große und kräftige Fisch ist in den Gewässern um die britische Inselwelt nicht nur recht häufig, sondern er bietet auch einen hammerharten Kampf. Zu den heißesten Hai-Revieren zählt der Pentland Firth, das ist die Meeresenge zwischen Schottland und den Orkney-Inseln. Hier ging der britische und europäische Rekordfisch an den Haken, und hier werden in jeder Saison wahre Monsterfische bezwungen. Gute Plätze warten auch fern im Norden, nämlich rund um die Shetland-Inseln und sogar vor der mittelnorwegischen Küste, allerdings fängt man vor Norwegen meist deutlich kleinere Exemplare.

 

Sogar vor der südgrönländischen Küste kann man im Sommer auf Heringshai angeln. Wer nicht so weit in den Norden reisen möchte, der braucht nur über den Ärmelkanal: Von vielen Häfen an der englischen Südwestküste fahren Boote zum Hochseeangeln auf Hai, etwa von Plymouth oder Torbay. Britische Kenner meinen, dass der Heringshai vor Cornwall und Devon wesentlich häufiger vorkommt als der Blauhai. Eines der allerbesten Reviere ist die Isle of Wight, wenngleich die Zeiten, als man hier ein Dutzend oder mehr Heringshaie pro Ausfahrt fing, inzwischen vorbei sind.

 

Das Geheimnis der Beststellen erklärt sich durch den Tidenhub: Wo man Meeresarme mit extrem starkem Gezeitenstrom findet, dort findet man auch den Heringshai. Die englischen Angelkapitäne suchen solche Meeresströmungen und lassen das Boot mit einsetzender Flut über diese Stellen driften. Vor der Südküste der Isle of Wight beispielsweise prallen über dem „St.-Catherine-Graben“ zwei sehr starke Gezeitenströme aufeinander, und genau in diesem Bereich werden die meisten kapitalen Heringshaie gefangen.

Die gierigen Räuber lauern hier auf Makrelen-, Herings- oder Dorschschwärme, die von der Strömung herangespült werden. Ähnliches gilt für die Südwestküste Irlands: Auch dort schwimmen beileibe nicht nur Blauhaie umher, auch Heringshaie werden regelmäßig gefangen, etwa vor Achill Island oder den Cliffs of Moher. Ganz anders als beim Blauhai, braucht man beim Heringshaiangeln aber nicht ewig weit hinaus auf das Meer zu fahren. Denn der Heringshai kommt auch dicht unter Land, schon zwei, drei Kilometer vom Ufer treiben sich gute Fische herum. Das flachere Wasser macht dem Heringshai nichts aus; die kapitalen Exemplare findet man allerdings meist zehn oder mehr Kilometer vor der Küste.

 

Manchmal ist der Hai sogar näher, als der Angler denkt: Wo man Makrelen vom Steilufer aus fangen kann, hat man auch die Chance, einen Heringshai zu erwischen. Natürlich sind diese Brandungshaie wesentlich kleiner als die Monsterfische draußen auf der hohen See. Heringshaie lauern auf Schwarmfische wie Heringe und Makrelen, und damit ergibt sich auch die Angelsaison. Sie beginnt in Westeuropa im Mai und dauert bis Oktober, wobei die Sommermonate von Ende Juli bis September am besten sind. Ab Oktober verschwinden die Heringshaie dann in die Tiefen der offenen See. Wer mit ein paar Blauhaien geübt hat, der darf sich an den wilden und aggressiv kämpfenden Heringshaien versuchen. Denn von der Angelmethode her gleichen sich die beiden Haiarten, aber nicht, was den Drill angeht. Im Vergleich zum aufregenden Heringshai ist der Blauhai ein müder Geselle. Ein großer Heringshai bietet echtes Big Game - und das in europäischen Gewässern und womöglich in Sichtweite zum Ufer. Auch beim Angeln auf Heringshai wird zunächst vom driftenden Boot mit rubby dubby angefüttert, um die Fische anzulocken. Als Köder dient ein Hering oder eine frische Makrele, die in fünf bis 20 Meter Wassertiefe serviert wird. Manche Angler beködern den Haken auch gleich mit zwei Makrelen.

 

Die „Pose“ sollte dann über eine entsprechende Tragkraft verfügen; weit verbreitet sind kleinere Luftballons oder Plastikflaschen, die man per Wirbel und einem Stückchen Angelschnur mit der Hauptschnur verbindet. Um einen großen Heringshai zu drillen, muss das Gerät wirklich stabil sein: Eine kurze, kräftige Bootsrute (mindestens 50 lbs, besser sind 80 lbs) und die entsprechende Multirolle sind entscheidend (beispielsweise eine Penn 9/0, die ein großes Schnurfassungsvermögen besitzt). Fast überall ist auf den Booten, die Hai-Touren anbieten, das richtige Gerät vorhanden. Selbstverständlich sollte die Schnur zur Rolle passen, auf eine 80-lbs-Rolle spult man eben auch eine 80-lbs-Schnur (36 kg). Nun hat der Haifisch Zähne. Deshalb ist ein Vorfach aus bestem Stahldraht unerlässlich.

 

Das erste Stück des Vorfachs ist einen Meter lang, mit einem stabilen Hochseewirbel wird es mit einem weiteren, etwa vier bis fünf Meter messenden Stahlvorfach verbunden. Denn auch der Heringshai kommt im Drill auf reichlich Umdrehungen, der Wirbel ist dann hilfreich. Ist das Vorfach zu kurz, besteht die Gefahr, dass der Hai die Hauptschnur durchscheuert oder durchbeißt. Die richtige Antwort auf das eindrucksvoll bezahnte Maul eines Heringshais ist ein verchromter Mustad Seamaster Haken der Größe 12/0. Der Haken sollte vor dem Angeln nochmals gut nachgeschärft werden. Nach dem Biss heißt es warten – jedenfalls für den Glücklichen an Bord, dessen Köder der Hai genommen hat.

Alle anderen Angler holen jetzt ihre Leinen herein. Erst wenn der Heringshai mit seiner zweiten, meist schnelleren Flucht beginnt, darf man kräftig anschlagen: einmal, zweimal und dreimal. Vorher hat man genug Zeit, Harness oder mindestens Gimbal anzulegen. Denn ohne könnte es passieren, dass der Angler beim Drill rascher ermüdet als der Hai.

Latein:

Lamna nasus

Name:

Heringshai

Ordnung:

Makrelenhaiartige

Familie:

Makrelenhaie

Gattung:

Lamna

Fischtyp:

Raubfische

Barteln:

0

Flossen:

8

Fett Flosse:

Nein

Zahnart:

Fangzähne

Giftigkeit:

Nicht giftig

Schuppen:

Keine Schuppen

Wasserart:

Salzwasser