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Zielfisch Flunder

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Beschreibung

Flundern nennt man auch „Rauhbutt“. Ausgeprägte dornige Hautwarzen sind der Grund dafür, dass sich eine Flunder beim Drüberstreichen in beide Richtungen sehr rau anfühlt. Klieschen dagegen fühlen sich beim Drüberstreichen vom Kopf in Richtung Schwanz völlig glatt an, nur in umgekehrter Richtung rau. Außerdem ist die Seitenlinie bei der Kliesche über der Brustflosse extrem stark gekrümmt. Schollen sind mit roten Punkten verziert und fühlen sich völlig glatt an.

Vorkommen

Flundern sind Bodenfische, die flaches Wasser bis etwa 30 Meter Tiefe mögen. Sie kommen mit mehreren Unterarten an allen europäischen Küsten vom Nordkap bis zum Mittelmeer und im Schwarzen Meer vor. Am liebsten besiedeln die geselligen Fische Sand-, Schlick- oder Mischgrund. Die Flunder ist der einzige Plattfisch, der im Sommer auch ins Brackwasser, ja sogar ins Süßwasser zieht.

Sogar weit landeinwärts im Rhein gehen gelegentlich Flundern an den Haken, und auch im Mittellauf der Elbe fängt man die platten Fische. Im Winter ziehen sich die Flundern dann wieder in tieferes und salziges Wasser zurück, wo sie von Februar bis April laichen.

Anglerinfo

Flundern können 50 Zentimeter Länge erreichen. Solch Kapitale sind aber selten, meistens werden Fische um 30 Zenti­meter gefangen. Die schwersten geangelten Flundern wogen um die 5 Pfund. Was haben Flundern und Mexikaner gemeinsam? Richtig, beide halten oft Siesta – jedenfalls während der Sommermonate.

Die meisten Stunden des Tages dösen Flundern eingebuddelt im Sand. Trotzdem: Diese Plattfische sind exzellente Fische für Brandungsangler. Denn kaum ein anderer Meeresfisch kommt uns so weit entgegen wie die Flunder. Selbst in hüfthohem Wasser lohnt das Angeln, ob nun an Stränden, Molen, Hafenbecken oder Ostsee-Brackwasserbuchten. Die Gewässer zwischen den dänischen Ostseeinseln gehören zu den herausragenden Flunderstellen; sehr gut sind aber auch die Nordseestrände in Belgien oder Holland. Sand- und Schlickboden sind immer gut für Plattfische, denn hier können sich tagsüber eingraben, und hier finden sie ihre bevorzugte Nahrung: Würmer, Flohkrebse, Garnelen und kleine Fische. Die wohlschmeckende Flunder ist unser häufigster Plattfisch; Experten schätzen, dass beispielsweise beim Brandungsangeln an der Ostsee von zehn gefangenen Plattfischen neun Flundern sind (auch wenn die Einheimischen dort alles „Butt“ nennen, was platt ist).

 

Wie gesagt, tagsüber sind Flundern eher träge. Das ändert sich aber, sobald der Tag zu Ende geht. Mit der Dämmerung werden die Fische hungrig und aktiv, sie wandern in seichtes Wasser, um zu fressen. Jetzt schlägt auch die Stunde der Angler. Sobald es dunkel ist, glücken allerbeste Fänge, insbesondere beim Brandungsangeln nach einem Sturm. Natürlich kann man auch tagsüber Flundern fangen, am besten an dunklen Tagen und im Herbst. Allerdings ist die Ausbeute meist geringer als abends. Tagsüber sollte man von einer Mole aus angeln. Die Hafenmolen in Dänemark zählen zu den Top-Plätzen. Der Fähr- oder Sportbootbetrieb stört die Fische nicht. Im Gegenteil: Durch den Verkehr wird Nahrung am Boden freigespült, gerade in der Fahrrinne finden die Fische einen reichgedeckten Tisch – und deshalb angelt man auch genau hier. Nach einem Sturm, wenn das Wasser noch aufgewühlt ist und massenhaft freigespülte Würmer, Schnecken und Garnelen über den Grund treiben, fängt man an den Stränden am besten. Jetzt sind die Fische gierig, und sie kommen unter Land, um sich den Magen vollzuschlagen.

 

Die beste Flunder-Zeit beginnt im Mai und dauert bis Ende September. Auch Oktober und November sind noch gut. Im Winter halten sich die Fische dann in tieferem Wasser auf, so dass man sie vor allem beim Bootsangeln fängt. Während der Laichzeit (Februar bis April) genießen weibliche Flundern in der Ostsee eine Schonzeit. 4,2-Meter-Brandungsrute, 180 Gramm Blei, dicke Schlagschnur? Sicher, an vielen Stränden wird einem nichts anderes übrigbleiben, dort betreibt man „klassisches“ Brandungsangeln. Denn stehen die Fische 80 Meter weit draußen, braucht man entsprechend grobes Brandungsgerät, um die Distanz zu überbrücken. Bewährt hat sich dabei ein Brandungsvorfach mit Halte­clips für die – meist zwei – Haken. Bevor man auswirft, hängt man den beköderten Haken in den Halteclip. Vorbei die Zeiten, als das Blei 100 Meter geradeaus in die See zischte, der Wattwurm aber in einem hohen Bogen seitwärts vom Haken fiel. Mit dem Halteclip taumelt der Wattwurm beim Auswerfen nicht umher oder reißt ab. Erst beim Auftreffen auf die Wasseroberfläche löst sich der Haken vom Clip und gibt die Mundschnur frei.

 

Man kann sich die Clips einzeln besorgen und das Brandungsvorfach mit ein paar Stopperperlen und Wirbeln selbst fabrizieren oder komplette Vorfächer kaufen. Aber muss man tatsächlich immer mit Gewaltwürfen seinen Köder 100 Meter weit hinauspfeffern? An der Ostseeküste findet man die ersten Sandbänke manchmal viel näher am Ufer. Und wenn es dunkel wird und der Wind auflandig weht, kommen uns die Flundern ja entgegen. Die zur See hin gewandte Außenseite der Sandbank sollte man treffen, manchmal sind das nur 40 Meter. Hier können wir mit leichterem Gerät angeln, das macht noch mehr Spaß. Eine Karpfenrute ist ideal. Wer von einer Mole aus fischt, kommt ohnehin mit noch leichteren Ruten und weniger Blei aus. Vom Boot aus hat man es gerätemässig natürlich noch leichter. Die schwere Pilkrute brauchen wir nicht. Statt dessen tut es eine kräftige Spinnrute. Anders als beim Brandungsangeln fischt man mit einer Laufbleimontage. In fünf Meter tiefem Ostseewasser reicht meist ein Birnenblei von rund 40 Gramm.

Dieses Blei sollte mit einem Wirbel ausgestattet sein. Man montiert es entweder direkt gleitend auf der Hauptschnur oder an einem kleinen Boom. Ein Einzelhaken an einem 40 bis 50 Zentimeter langen Vorfach reicht dabei völlig. Gerade die ganz einfachen Methoden sind beim Bootsangeln vor der Küste oft die erfolgreichsten. Mit dem Boot driftet man über die Sandflächen und fischt so eine große Fläche ab. Auch vorsichtige Bisse am Tag spürt man dank der Laufblei-Montage sofort. Flundern schnappen zwar nach allen möglichen Ködern, doch die allerbesten sind Seeringel- und Wattwürmer. Man zieht sie auf einen langschenkligen Butthaken Größe 2.

 

Gleich hinter dem Haken verzieren wir das Vorfach mit einem kleinen Locklöffel (silberfarben oder rot), der in der Strömung rotiert und die dösenden Flundern neugierig macht und an den Haken lockt. Brandungsangler bevorzugen statt des Löffels meist eine dicke leuchtende Lock-Perle in Gelb oder Rot hinter dem Haken oder aber mehrere kleine Perlen.

Latein:

Platichthys flesus

Name:

Flunder

Ordnung:

Plattfische

Familie:

Schollen

Gattung:

Platichthys

Fischtyp:

Raubfische

Barteln:

0

Flossen:

7

Fett Flosse:

Nein

Zahnart:

Fangzähne

Gräten:

Wenige

Giftigkeit:

Nicht giftig

Schuppen:

Schuppen

Wasserart:

Salzwasser