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Zielfisch Dicklippige Meeräsche

  • ne ich angnle eher in spaniens küste bei bilbao werde aber mein glück probieren

    KarlOfTinca / 29.07.2013 - 10:03 Uhr
  • Danke für die Tipps, hast du an der Deutschen Küste mit Meeräschen schon Erfolg gehabt?

    Fynn Krause / 29.07.2013 - 05:50 Uhr
  • ein schöner fisch montage 0,22 haupt schnur 14 haken pose bei 2m 1,5 m tief je nach wassertiefe variabel hatte ne 42er an der stippe

    KarlOfTinca / 25.07.2013 - 19:59 Uhr
    • und als köder brotflocke ganz leicht an den haken drücken

      KarlOfTinca / 29.07.2013 - 10:10 Uhr
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Beschreibung

Der Name sagt alles: Die Dicklippige Meeräsche ist an ihrer wulstartig vergrößerten Oberlippe gut von der dünnlippigen Verwandten zu unterscheiden. Die Meeräsche besitzt zwei Rückenflossen, wobei die erste vier ausgeprägte Hartstrahlen hat. Auffällig sind auch die großen Schuppen und das Fehlen der Seitenlinie. Die Meeräsche ist meist zwischen 2 und vier Pfund schwer, kann jedoch 70 Zentimeter lang und bis zu 8 Kilo schwer werden.

Vorkommen

Es gibt nur wenige Fischarten, auf die man in einer westafrikanischen Lagune ebenso angeln kann wie in einem irischen Fischerei­hafen. Die Meeräschen gehören dazu, denn ihr Verbreitungsgebiet reicht von der Küste Senegals über das Mittelmeer bis hin zu den Küstengewässern Norwegens, Irlands und Großbritanniens. Meeräschen sind küstennahe Fische; sie lieben wärmeres Wasser und wandern – nur in den warmen Monaten – als Sommergäste in die Nordsee und weiter bis ins Kattegat. Einzelne Trupps erreichen im Sommer sogar die Färöer-Inseln, Island und Südnorwegen – aber das ­eigentliche Verbreitungsgebiet liegt in Südeuropa und in den milderen Golfstrom-Regionen. Im Winter verharren die Fische im tieferen Wasser und stellen ihre Nahrungssuche ein.

Anglerinfo

Dicklippige Meeräschen können gut 60 Zentimeter lang und 14 Pfund schwer werden. Der Europa-Rekord liegt bei knapp 13 Pfund (exakt 12 Pfund 427 g) und ist seit fast 20 Jahren gültig. Durchschnittliche Fische, zwei bis drei Jahre alt, sind knapp 30 Zentimeter lang. Wer im Sommer durch ein Hafenstädtchen schlendert, sei es am Mittelmeer, an der Nordsee oder in Irland, der sollte ruhig mal eine dicke Lippe riskieren. Denn Meeräschen sind nicht unfangbar, auch wenn viele Angler dieses Märchen immer noch glauben.

 

Ob nun die Dicklippige oder die Dünnlippige Meeräsche, man findet beide Arten in der warmen Jahreszeit in vielen Häfen West- und Südeuropas. Hier patrouillieren ganze Trupps direkt an den Kaimauern entlang, fressen winzige Schnecken, Krebschen und andere Kleintiere. Außerdem lieben Meeräschen die Häfen, weil sie sich hier sattfressen können an den Abfällen und Resten der Fischindustrie. Zusätzlich weiden die Fische Algen an Hafenbauten, Bootsrümpfen, Pfählen oder Tauen ab. Wer Meeräschen fangen will, muss sie zunächst beobachten und schauen, was sie fressen – und das ist in vielen Häfen gar keine Schwierigkeit. Häfen sind also Topreviere für Meeräschen. Darüber hinaus findet man sie in anderen ruhigen, ufernahen Meeres-Teilen, beispielsweise in Buchten oder Flussmündungen.

 

Manchmal ziehen die Schwärme auch weit die Flüsse hinauf. Schönes Wetter ist zugleich Meeräschen-Wetter. Wenn es stürmt, dann sinken die Chancen, die herrlichen Kämpfer an den winzigen Haken zu kriegen. Bei Wind sucht man sich am besten eine geschützte Stelle, beispielsweise hinter einer Mole oder Kaimauer, und angelt dort. Wer will, kann sogar nachts im Schein einer Hafenlaterne auf Meeräschen angeln, ansonsten gelten die Morgenstunden als optimal. In der Nordsee sind die Monate Juli, August und September die beste Fangzeit. Ab Oktober, wenn das Wasser kühler wird, verschwinden die Schwärme; bis Mai/Juni tut sich dann nichts mehr. Immer besser werden die Meeräschen-Fänge in den holländischen Küstengewässern, beispielsweise bei Zeeland und in der Oosterschelde, sowie in den Häfen von Hoek van Holland, Scheveningen oder Den Helder. In Deutschland hat man auf Amrum, Föhr und Helgoland Chancen, manchmal auch in den Häfen von Meldorf und Büsum. In der Ostsee gelingen dagegen allenfalls seltene Glücksfänge. Am längsten dauert die Saison im sonnigen Südeuropa: Bis in den Spätherbst hinein kann man hier sein Glück auf Meeräschen versuchen. Meeräschen fängt man nicht einfach – man überlistet sie.

 

Fast alles, was sonst zum Meeresangeln dazugehört, sollte man beim Meeräschen-Angeln daheim lassen. Statt dessen verhalte man sich ähnlich, als wolle man im Süßwasser ein paar misstrauische Döbel überlisten. Mit dieser Einstellung sollte es gelingen, früher oder später auch Meeräschen zu fangen. Rute, Rolle und Schnur wähle man entsprechend fein. Die Schnur darf allerhöchstens 0,25 mm dick sein, besser sind 0,18 mm. Ganz wichtig ist, dass die Rolle mit einer sauber arbeitenden Bremse ausgerüstet ist. Dass man mit der dünnen Schnur keine mehrpfündige Meeräsche aus dem Wasser heben und eine Kaimauer hochhieven kann, versteht sich von selbst. Man muss vorher genau überlegen, wie und wo man einen guten Fisch landen will. Notfalls kann man die Meeräsche mit einer Köderfischsenke auf die Pier heben. Bis es soweit ist, kann Zeit vergehen. Oft sind die Fische überaus vorsichtig, sie fressen zwar das Futter (Brotflocken, Fischbrei, Teig), aber verschmähen den Köder am Haken.

 

Der Köder sitzt auf einem kleinen Haken, höchstens Größe 8, lieber noch viel kleiner bis hinunter zu Größe 16. Man kann mit winzigen Brotflocken fischen, maiskorngroßen Fischstückchen, winzigen Nudelhäppchen, Maden und anderen Partikelködern. Hauptsache, die Köder sind klein. Anfüttern, am besten täglich immer am gleichen Platz, ist sinnvoll – noch eine Parallele zum Süßwasserangeln. Das Angeln mit Pose ist sicherlich eine gute Allround­Methode, um Meeräschen zu überlisten. Geeignet sind feine Süßwasserposen, beispielsweise leichte Waggler. Normalerweise bietet man den Köder in einer Tiefe von ein bis zwei Metern an. In England benutzen Angler statt einer Pose manchmal auch eine kleine durchsichtige Wasserkugel. Vorteile: Man kann weiter auswerfen, die Kugel fällt kaum auf, und der Köder, der an einem längeren Vorfach vorne an die Wasserkugel geknotet ist, sinkt völlig unbebleit und somit langsam im Wasser ab. Schwierig ist es andererseits, die Bisse zu erkennen, vor allem auf Distanz. In vielen Häfen kommt es nicht auf Wurfweite an, häufig sieht man die Fische sogar ganz nahe am Ufer oder an der Kaimauer stehen. Jetzt sollte man mit völlig freier Leine fischen. Also: weder Pose noch Blei. Nur die Schnur, einen winzigen Haken, den möglichst kleinen Köder. Man füttert an und senkt den Köder auf das Wasser.

 

Der Köder verhält sich jetzt ähnlich wie das Futter und sinkt extrem langsam den hoffentlich hungrigen Meeräschen entgegen. In Irland füttern Experten statt mit Teig einfach mit etwas Fischbrei an, in dem zusätzlich einige kleine gepulte Krabbenstückchen enthalten sind. Auf den Haken schieben sie ein Krabbenstückchen von der Größe eines Maiskorns und angeln dann wie beschrieben auf Sicht. Nimmt eine Meeräsche den Köder, dann muss man sofort anschlagen, sonst spuckt sie den Köder wieder aus, sobald sie den Haken an der Sache mitkriegt. Apropos Sicht: Wenn man die Meeräschen auf Sicht angelt, dann sehen sie umgekehrt den Angler ebenfalls. Also gilt es, sich äußerst vorsichtig am Wasser zu verhalten, vielleicht hinzukauern oder gar hinzu­legen, um die vorsichtigen Fische zu überlisten. Auch das erinnert an die Pirsch auf Döbel. Köder- und Montagen-Tipp für Meeräschen Lange, durchsichtige Posen, zum Beispiel die Drennan-Waggler, sind zum Meeräschen-Angeln wie ­geschaffen. Wer gezielt Meeräschen befischen will, sollte als Köder mit Brotflocken oder Sardellenpaste angeln.

Latein:

Chelon labrosus

Name:

Dicklippige Meeräsche

Ordnung:

Mugiliformes

Familie:

Meeräschen

Gattung:

Chelon

Fischtyp:

Friedfische

Barteln:

0

Flossen:

8

Fett Flosse:

Nein

Zahnart:

Schlundzähne

Gräten:

Viele

Giftigkeit:

Nicht giftig

Schuppen:

Schuppen

Wasserart:

Salzwasser