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Zielfisch Barbe

Flussbarbe, Barbel, Pigge

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Beschreibung

Das hervorstechendste Merkmal der Barbe ist ihr Schnauzbart aus vier Bartfäden. Der Körper der Barbe ist auffallend muskulös und kräftig. Die Schuppen werden zum Schwanz hin größer. Das Maul ist unterständig. Die Färbung der Barbe wechselt: der Rücken ist grau und die Flanken heller-grünlich oder golden gefärbt.

Vorkommen

Ihr Zuhause sind größere Bäche und Flüsse. Je klarer das Wasser und je sauerstoffreicher, desto wohler fühlt sich die Barbe. Verschmutzung und Umbau zu Schifffahrtskanälen hat sie zwischenzeitlich aus vielen Gewässern verdrängt, in denen die Barbe ursprünglich heimisch war, zum Beispiel aus der Mosel. Mittlerweile hat sich dort wie auch am Rhein wieder ein guter Bestand aufgebaut. Im Norden kommt die Barbe nur in der Weser vor, in Bayern dagegen in fast allen Flüssen. Berühmt sind die Riesenbarben aus der Alz, einem Abfluss des Chiemsees. Aber auch Main, Donau, Lech, Altmühl, Naab und Regen, um nur einige zu nennen, beherbergen gute Barben.

Anglerinfo

Mittlere Größe: 30 - 50 cm, ab 60 cm (über 2 kg) können Barben als groß gelten.

 

Kapitale über 10 Pfund sind selten, aber nicht unmöglich. Immerhin steht der Hitparaden-Rekord auf vollen 17 Pfund. Strömung und Steine sind die Stichworte für jeden, der Barben sucht. Im schäumenden Wasser unterhalb von Wehren und Mühlschüssen, an Einläufen, hinter Brückenpfeilern und in tiefen (auch pflanzenreichen) Rinnen in der Bachmitte: Hier stehen Barben gern. Aber sie sind nicht immer standorttreu. Bei Hochwasser geraten sie so richtig in Schwung und suchen im trüben Wasser überall nach Nahrung. In warmen Sommernächten kommen sie gern ins flache Wasser, um die Ufersteine nach Kleintieren und Pflanzenteilen „abzugrasen“. Wanderfreudig sind die Barben auch zur Laichzeit im Mai/Juni, dann unternehmen sie oft weite Züge flussauf, um Kies- oder Schotterbänke zur Eiablage zu finden. Nach der Laichzeit beginnt die beste Fangzeit; sie endet mit dem Abkühlen des Wassers im Herbst bereits wieder.

 

Im Winter sammeln sich Barben an tiefen Stellen im Flussbett. Dort werden sie manchmal von Spinnfischern zufällig gehakt. An warmen Tagen oder bei schnell steigendem Wasser beißen sie aber auch gezielt – auf Twister und Blinker. Barben, vor allem große, sind heimliche Räuber und verschmähen weder kleine Köderfische noch dicke Wobbler, wenn sie ihnen mundgerecht serviert werden. Barben sind Allesfresser. Sie lassen sich, wie erwähnt, gezielt mit Fischchen beangeln. In Forellenbächen, in denen nur die Fliegenrute gestattet ist, kann man sie mit dunklen Nymphen fangen, die fast bewegungslos am Grund angeboten werden. Die bewährteste Methode ist aber zweifellos die Bibberspitzen-Rute mit Bodenblei. Der Köder sollte nämlich festliegen oder nur langsam über Grund trudeln. In welcher Beißlaune die Barben gerade sind, ob sie den Köder lieber in Ruhe inspizieren möchten oder ihm auch ein Stückchen nachjagen, das muss man herausfinden. Ein Birnenblei am kurzen Seitenarm, fest oder laufend montiert, wird so schwer gewählt, dass es der Strömung eben standhält oder von ihr unauffällig stückweise verschoben wird („Rollblei“). Auch mit der Länge des Vorfachs muss man experimentieren, je nachdem ob die Bisse sich in der Rutenspitze als heftige „Anklopfer“ oder zaghafte Zupfer bemerkbar machen.

 

Je kürzer das Vorfach, desto sicherer sind Bissanzeige und Anhieb, desto eher aber auch schöpft die Barbe Verdacht. Ihr Misstrauen lässt sich mildern, wenn man anfüttert. Besonders unauffällig und punktgenau geht das, wenn man statt des Bodenbleis einen Futterkorb verwendet, offen bei „Krümelfutter“, geschlossen (mit Löchern) für Maden. Englische Barbenspezialisten schwören auf einen gehörigen Anteil Hanf im Futter. Weniger schwierig ist die Köderwahl. Hauptsache, der Köder hält gut am Haken. Teig und Brotflocke sind deshalb nur in schwacher Strömung zu empfehlen. Maden und Wurm bringen die meisten Barben zur Strecke, aber halt auch andere Fische an den Haken und – vor allem beim langen Tauwurm – die meisten Fehlbisse. Ein klassischer Barbenköder ist Käse. Eingeschweißter „Gummigouda“ aus dem Supermarkt, in Würfeln oder Brocken mit der Ködernadel auf stabile Einzelhaken Gr. 6 bis 12 aufgezogen, schmeckt Barben besonders gut.

 

Aber natürlich lässt sich auch aus duftigem Weich- oder Schmelzkäse eine fängige Paste kneten. Im Lebensmittelregal lagert auch ein anderer bewährter Barbenköder: Frühstücksfleisch in Dosen. Barben mögen’s gern fleischlich, besonders in kaltem Wasser, wenn ein fetter Wurstköder mehr Aroma und damit Lockwirkung entfaltet als der quirligste Wurm. Barben zu haken ist manchmal leichter als sie zu landen. Der Fisch ist nämlich ein zäher Kämpfer, der sich trotzig am Grund festbohrt, immer für eine superschnelle Flucht gut ist und noch vor dem Kescher wild um sich schlägt. Mit Hauptschnüren unter 0,20 mm Durchmesser sollte man deshalb in Gewässern mit starken Barben gar nicht erst fischen. Und eine kräftige Feeder-Rute ist besser zum Barbenbändigen geeignet als ein zierlicher Winkelpicker.

Latein:

Barbus barbus

Name:

Barbe

Ordnung:

Karpfenartige

Familie:

Karpfenfische

Gattung:

Barbus

Fischtyp:

Friedfische

Barteln:

4

Flossen:

7

Fett Flosse:

Nein

Zahnart:

Schlundzähne

Gräten:

Viele

Giftigkeit:

Giftig

Schuppen:

Schuppen

Wasserart:

Süßwasser