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Zielfisch Aland

Orfe, Nerfling

  • Tolle Erklärungen, gerade in der Anglerinfo. Kompliment :)

    Goldrandquabbe / 12.11.2014 - 09:48 Uhr
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Beschreibung

Der Aland wird oft mit dem Döbel verwechselt, lässt sich aber gut von ihm unterscheiden. Am augenscheinlichsten sind die engere Maulspalte, kleinere Schuppen und der eingebuchtete Saum der Afterflosse. Im Querschnitt wirkt der Aland weniger rund und hochrückiger als der Döbel. Im Zweifelsfalle die Schuppen der Seitenlinie zählen: Der Döbel hat höchstens 46, der Aland aber 55 bis 58. Auch Graskarpfen und Rotaugen haben weniger, kleine Rapfen jedoch mehr Schuppen in der Seitenlinie als ein Aland. Die Flanken des Alands sind silber mit goldenem Schimmer, das Fleisch ist gelblich.

Vorkommen

Alle Fließgewässer von der Barben bis in die Kaulbarsch-Flunder-Region sowie Haffe und große Seen. Geht zum Laichen selbst in kleinste Bäche (Frühjahr) und ersetzt in organisch belasteten Gewässern oft den Döbel. In tiefen, pflanzenarmen Baggerseen mit steilen Ufern verdrängt er mitunter die Rotfeder und wird zum vorherrschenden Fisch des Freiwassers.

Anglerinfo

Alande wachsen sehr langsam, sind dreijährig gerade 18-20 cm lang. Die meisten Kapitalen kommen aus Fließ­gewässern. Der Aland ist mit Ausnahme des frostigen Tiefwinters fast das gesamte Jahr zu fangen – allerdings sind die jeweils besten Angelplätze jahreszeitlich sehr verschieden. Im zeitigen Frühjahr ab Ende Februar beginnt der Aland anfangs vereinzelt, später in großen Schwärmen zu seinen Laichplätzen aufzusteigen. Die Laichplätze liegen in sandig-kiesigen Abschnitten kleiner Zuflüsse, Bäche, Gräben oder Fließe.

 

Nach dem Ablaichen, das sich bis Juni hinziehen kann, kehren die meisten Fische wieder in ihren Fluss oder See zurück, einige bleiben aber den ganzen Sommer in den kleinen Bächen. Mit der sommerlichen Erwärmung des Wassers beginnen die Alande ein oberflächen- und uferorientiertes Leben. Sie suchen dabei Unterstände wie überhängende Büsche und Bäume, Brückenpfeiler, Treibgut, Boote, aber auch dichte Pflanzenbestände, Strömungskanten und Wehrschüsse sowie Einmündungsbereiche kleiner Gräben und Bäche auf. Beim Fehlen solcher Unterstände und bei reichlich Anflugnahrung (Eintags-, Mai- und Köcherfliegen) scheuen sie aber auch das offene Wasser und starke Strömung nicht. Mit beginnender Wasserabkühlung im Herbst geben die Fische allmählich ihr Leben an der Oberfläche auf.

Sie ziehen sich ins Mittelwasser und in die Grundnähe tieferer Flusskurven, unterhalb von Wehrschüssen und Mündungsbereichen kleinerer Gewässer zurück. Alande, die den Sommer im Brackwasser verbrachten, stellen sich in die Süßwasserfahnen ihrer späteren Laichgewässer ein. Alande gehen im Herbst zu einer räuberischen Lebensweise über. Die meisten Fänge auf Kunstköder fallen in diese Jahreszeit.

 

Über Winteraufenthaltsplätze und winterliche Lebensgewohnheiten ist nur wenig bekannt. Der Aland ist eine Allround-Herausforderung, sowohl für Friedfischer als auch für Spinn- und Flugangler. In punkto Scheue steht er seinem Vetter, dem Döbel, in nichts nach. Erregt etwas seinen Verdacht, verweigert er jede Köderaufnahme. Im Frühjahr hat der Posenangler die besten Chancen: Wer die Wege der Alande zu ihren Laichplätzen kennt, kann Traumstunden erleben. Ist das Wasser noch nicht sehr warm, ziehen die Alande grundnah oder im unteren Mittelwasser und können dort mit den gängigen Friedfischködern beangelt werden. Der Aland schätzt dabei durchaus einen herzhaften Brocken und gibt tierischen Ködern wie Tauwurm, Madenbündel oder Gelbschwanz den Vorzug. Erfolgreiche Spezialköder sind in dieser Zeit Köcherfliegenlarven (Sprock). Innerhalb großer Laichschwärme und während des eigentlichen Ablaichens verweigert er oft jegliche Köderaufnahme.

 

Im Sommer nutzt der Aland ein vielseitiges Nahrungsspektrum: Er weidet Algenrasen ab und macht Jagd auf Anflugnahrung. Außerdem steht die gesamte Kleintierwelt seines Wohngewässers von Schnecken über Kleinkrebse bis hin zu Fischbrut auf dem Speiseplan. Im Sommer muss nach vorherigem Anfüttern beim Weißfischangeln jederzeit mit Alanden gerechnet werden – vor allem oberhalb potentieller Einstände. Alande sind nämlich sehr „anfällig“ für lukrative Sonderangebote und verlassen dann kurzzeitig ihre Verstecke – selbst Boilieangler bleiben von ihnen nicht „verschont“. Am besten befischt man den Aland in dieser Zeit gezielt an der Oberfläche – entweder mit flachgestellter kleiner Pose oder Wasserkugel. Ein gängiger Köder ist die Brotflocke, besser jedoch sind große Fliegen, unbehaarte Raupen, Käfer mit weichem Panzer und – im Spätsommer – Grashüpfer.

 

In kleinen, flachen Auen und Bächen fressen die Alande im Sommer beinahe ausschließlich Anflugnahrung und sind dann eine interessante Herausforderung für Flugangler – sogar mit der Trockenfliege (vor allem buschige Palmer). Im Herbst werden Alande grundnah oder im Mittelwasser von Spinnanglern mit kleinen Pilkern, Spinnern, Blinkern und sogar Twistern erbeutet. Für den Grundangler sind streichholz- bis fingerlange schlanke Köderfischchen, an einer feinen Pose angeboten, allererste Wahl. Wer in seinem Hausgewässer große bis kapitale Alande weiß, wird sie in dieser Zeit oft in den Wirbeln unterhalb von Wehren auf Raubfischköder erwischen. Wer einmal einen Aland auf besonders „abgefahrene“ Art und Weise erbeuten will, sollte es im Salzwasser der Ostsee probieren. Dort ist der Aland Beifang beim Aalangeln mit Wattwurm oder beim Meerforellenblinkern auf Tobiasfisch-Imitationen (häufig Wismarbucht und schwedische Schären, vereinzelt Fehmarnsund). Der Aland ist unter allen Weißfischen am wenigsten empfindlich gegen Salzwasser.

Latein:

Leuciscus idus

Name:

Aland

Ordnung:

Karpfenartige

Familie:

Karpfenfische

Gattung:

Leuciscus

Fischtyp:

Friedfische

Barteln:

0

Flossen:

7

Fett Flosse:

Nein

Zahnart:

Schlundzähne

Gräten:

Viele

Giftigkeit:

Nicht giftig

Schuppen:

Schuppen

Wasserart:

Süßwasser