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Angeltechnik Wobbler (Minnow)

Wobbler, Minnow, Einfache Wobbler,

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Beschreibung

Minnow stand schon vor Jahrzehnten auf den Verpackungen dieser Wobbler. Aber keiner hat sie so genannt. Erst jetzt setzt sich die Bezeichnung allmählich durch.

Suchen Sie mal auf amerikanischen Internetseiten nach Minnows. Sie werden zweierlei finden: 1. echte kleine Fischchen, die als Köderfisch dienen, 2. kleine Wobbler, die den echten Fischchen recht ähnlich sehen. Sie sind schließlich auch nach den natürlichen Vorbildern gestaltet und benannt.

Minnow wird manchmal mit Elritze übersetzt, manchmal auch mit Laube bzw. Ukelei. Im allgemeinen amerikanischen Sprachgebrauch wird damit aber gar nicht unbedingt eine bestimmte Fischart bezeichnet, sondern allgemein kleine, schlanke Fischchen.

Einige der modernen Wobbler tragen sogar die Bezeichnung Minnow in ihrem Namen. Das ist hilfreich, denn damit weiß man schon einmal, dass es sich hier tatsächlich um einen Minnow handelt. Woran erkennt man ihn sonst, wenn er nicht gerade so heißt?

Weil Minnows kleine, schlanke Fische nachbilden, sind sie selber dementsprechend schlank und meistens auch klein – anders als die dickbäuchigen Crankbaits. Unter den Minnows findet man auch die realistischsten Nachahmungen kleiner Fische. Die meisten Vertreter dieser Wobblergruppe sind 6 bis 10 Zentimeter lang. Dann gibt es aber auch noch kleinere Modelle für das ultraleichte Spinnfischen. Und es gibt die Form auch in doppelter und dreifacher Größe. Allerdings fällt es schwer, dann noch von einem Minnow zu sprechen, da diese Bezeichnung im Prinzip für kleine Fische steht.

Schwimmen, sinken, schweben

Minnows gibt es als schwimmende (floating) Ausführung oder in der sinkenden Variante (sinker). Damit ist man so flexibel, dass man solch einen Wobbler sowohl im Flachwasser als auch in größeren Tiefen anbieten kann.

Die klassische Form des Minnows hat Rapala seit Jahrzehnten geprägt. Der Original Floater setzt schon über 60 Jahre auf die bewährte Form, und auch die neueste Version des Husky Jerks entspricht formal dem Minnow-Ideal. 

Seit einigen Jahren macht ein Zwischending von Schwimmern und Sinkern von sich reden, der Suspender. Das ist der „schwebende“ Wobbler. Er hat das gleiche spezifische Gewicht wie Wasser. Wenn man ihn auf eine bestimmte Tiefe herunterzieht und dann abstoppt, bleibt er auf der Stelle stehen. Weder steigt er auf noch sinkt er weiter ab. Das macht diesen Wobbler enorm interessant. Man stelle sich vor, ein Raubfisch verfolgt oder beobachtet diesen Wobbler. Und der hört plötzlich auf zu schwimmen und bleibt auf der Stelle stehen. Eine unerhörte Provokation für einen Räuber. Nicht wenige von ihnen reagieren darauf mit einem Biss.

Wer mit einem Suspender angelt, sollte dessen Möglichkeiten unbedingt nutzen. Also, diesen Wobbler nicht einfach nur monoton einkurbeln, sondern zwischendurch abstoppen, auf der Stelle stehen lassen. Dann wieder anziehen und wieder abstoppen. Mit der Suspender-Konstruktion sind die Raffinessen der Minnows noch nicht erschöpft. Kugeln im Inneren dienen zur Geräuscherzeugung, aber auch zur Verbesserung der Wurfeigenschaften. Eine ganze Reihe von Minnows ist auf die Produktion von Geräuschen ausgelegt. Bei einigen hat man durch den durchsichtigen Körper auch Einblick in das Innere mit Kugeln. Die Kugel im Colt Minnow von Illex ist dagegen Bestandteil eines Magnetsystems. Beim Wurf wird dabei eine Metallkugel nach hinten gedrückt, womit sie die Flugeigenschaften des Wobblers verbessert. Wenn der Wobbler dann eingeholt wird, haftet die Kugel vorne an dem Magneten und gibt ihm die richtige Balance im Wasser.

Führungstechnik

Für alle, die nicht genau wissen, wie man einen Minnow führt und für alle, die sich darüber streiten, wie man ihn richtig führt, gibt es eine gute Nachricht: Man kann einen Minnow eigentlich gar nicht falsch führen. Trotzdem: Es ist und bleibt ein bisschen kompliziert, wenn man die Minnows nach amerikanischen Begriffen und Führungstechniken einordnen will. Denn selbst die Amis sind sich nicht ganz einig. Die meisten rechnen die Minnows zwar zu den Twitchbaits, die unregelmäßig durch Wasser gezupft werden. Einige zählen sie aber auch zu den Crankbaits oder führen sie zumindest wie einen Crankbait, also gleichmäßig eingekurbelt.

Es ist ohne weiteres möglich, einen Minnow wie einen Crankbait zu behandeln. Ein guter Minnow wird auch dann fangen. Aber eigentlich sind diese schlanken Wobbler für eine andere Führung gedacht, und dann entfalten sie auch erst ihre volle Fangkraft: Minnows sollen unregelmäßig geführt werden. Sie sollen getwitcht oder gejerkt werden, also sanft bis kräftig ruckartig.

Der bereits erwähnte Husky Jerk von Rapala deutet bereits mit seinem Namen an, dass man ihn jerken soll. Für uns, die wir unter einem Jerkbait einen großen Hechtköder ohne Tauchschaufel verstehen, ist es gewöhnungsbedürftig, aber bei den Amis kann ein Minnow auch ein Jerkbait sein.

Entstehung des Jerkens

Von einem amerikanischen Angelprofi habe ich gelesen, dass er wie viele andere Angler Minnows zunächst immer nur ganz normal eingekurbelt hat. Diese Angler haben den Minnow also wie einen Crankbait behandelt. Wenn Kraut an den Drillingen hing, haben sie den Wobbler an der Oberfläche hin und her geschlagen, damit das Grünzeug abfällt. Dabei haben sie beobachtet, dass Schwarzbarsche und Muskies oft genau in diesem Moment den Wobbler attackierten. Das brachte die Angler auf die Idee, den Wobbler überhaupt mehr ruckartig durchs Wasser zu peitschen. Vielleicht ist tatsächlich auch so der Jerkbait entstanden.

Auf jeden Fall verspricht die zupfende und ruckende Köderführung mehr Erfolg. Denn sie verstärkt die Bewegung des sonst nicht allzu beweglichen Wobblers, und damit wird auch die Reizwirkung des Köders gesteigert. Auf diese Möglichkeit des Minnows sollte man auf keinen Fall verzichten. Aber man muss ihn nun auch wiederum nicht sklavisch und krampfhaft immer nur ruckartig führen. Wieso nicht mal ein Stück einkurbeln und dann ein paar ruckartige Bewegungen. Gerade der Wechsel verschiedener Techniken bringt oft den Biss. Denn man weiß nie so genau, was den Fischen gefällt. Wer mehr ausprobiert, hat mehr Chancen.

Name:

Wobbler (Minnow)

Weitere Namen:

Wobbler, Minnow, Einfache Wobbler,

Methode:

Spinnfischen

Gruppe:

Raubfischangeln

Anfüttern:

Ohne Anfüttern

Minimale Rollengröße:

1000

Maximale Rollengröße:

20000

Minimale Rutenlänge:

180 cm

Maximale Rutenlänge:

360 cm

Rollenart:

Multirollen
Stationärrollen

Tipps und Tricks

Das Angeln mit Minnows bei Nacht ist eine wirklich erfolgreiche Methode zum Zanderangeln. In vielen Gewässern verlassen die Stachelritter mit dem Einbruch der Dunkeheit die tieferen Gefilde ihrer Gewässer und ziehen dicht unter der Wasseroberfläche an Steinpackungen und flachereren Uferabschnitten entlang – immer auf der Suche nach kleinen Beutefischen!