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Angeltechnik Waggler

Pose-Waggler, Matchangeln

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Beschreibung

Was ist Wagglerfischen?

Will man Friedfischen auf Distanz mit der Pose nachstellen – also in Bereichen, an welche man mit der Stipprute nicht mehr heranreichen kann - ist eine Matchrute mit einer sog. Waggler-Pose gefragt. Verwendet werden bei der aus England stammenden Posentechnik vor allem Rutenmodelle von 3,60-4,50 Metern Länge und mit durchgehender, parabolischer Aktion.

Bestückt werden die feinen Ruten mit leichten, nicht zu großen Stationärrollen, die – je nachdem, auf welchen Zielfisch man es abgesehen hat - mit 0,16-0,20 mm dicker und gut sinkender Monofil-Schnur bespult sein sollten. Besonderes Augenmerkt sollte man auf einen hohen Schnureinzug der Angelrolle achten, um die 80 cm sind für einen ermüdungsfreien Angeltag auf Distanz ideal.

Waggler mit und ohne Vorbebleiung, Zoomer

Beeinträchtigen äußere Einflüsse wie Seiten- oder gar Gegenwind den Auswurf, sind Wagglerposen mit zusätzlichen Gewichtsscheiben die erste Wahl. Solche Waggler fliegen durch ihr Eigengewicht nicht nur deutlich präziser, sondern auch erheblich weiter als etwa Modelle ohne entsprechende Vorbebleiung.

Die Vorteile von unbebleiten Wagglerposen (zumeist Modelle aus Pfauenfedern) lassen sich am besten in Ufernähe oder im Flachwasser ausspielen. Nicht nur reduziert sich dank dem geringen Eigengewicht das Einfallgeräusch der Pose beim Aufprall auf die Wasseroberfläche auf ein Minimum. Vielmehr spüren vorsichtige Fische deutlich weniger Widerstand beim Anbiss, da die Pose nicht so träge reagiert wie ein vergleichbares vorbebleites Modell.

Um den Grund auch in besonders tiefen oder strömenden Gewässern möglichst schnell erreichen zu können, sind oft schwere Bleigewichte auf der Schnur erforderlich. Diese trägt ein sog. „Zoomer“ am besten. Diese besondere Unterform der Wagglerpose kombiniert die Flugeigenschaften einer vorbebleiten Pose mit der Sensibilität eines unbebleiten Wagglers. Mit dieser neuen Generation an Wagglern können Bleigewichte bis zu 16 Gramm auf der Schnur montiert werden.

Feststehender Waggler

Anbisse im Absinken des Köders zeigt ein fest auf der Schnur befestigter Waggler am zuverlässigsten an. Die

Tiefeneinstellung der Pose erfolgt bei dieser Methode am besten durch große Bleischrote auf der Hauptschnur. Oberhalb der Pose halten zwei Schrotbleie den Waggler auf der Angeltiefe, das Gewicht der Pose ruht auf weiteren Bleischroten unterhalb. Die Fixierungs-Schrote sollten je nach Unterströmung rund 90 Prozent der Posentragkraft ausmachen. Ein Anklemmen dieser großen Bleischrote auf dünne Silikonschlauch-Stücke verhindert Verletzungen der empfindlichen Hauptschnur. Kurz vor dem meist 40 cm langen Vorfach sollten einige kleine Schrotbleie (No.6-No.10, sog. „Bissbleie“) angebracht werden, um auch vorsichtige Hebebisse zuverlässig anzuzeigen. Nebenbei gleichen diese Schrote auch die Resttragkraft der Pose aus.

Natürlich können diese Bissbleie mit etwas Gefühl auf der Schnur jederzeit verschoben und somit die Montage ohne großen Aufwand an wechselnde Verhältnisse angepasst werden. Achten Sie allerdings in jedem Fall darauf, dass der Abstand vom untersten Schrotblei zur Hauptbleimenge immer 10 cm größer ist als die Vorfachlänge. Damit schließen Sie unschöne Verwicklungen der Montage nahezu aus.

Die Verbindung von Hauptschnur und Vorfach überlassen Sie am besten einem kleinen High-Speed-Trollingwirbel aus dem Forellenbereich, welcher lästiges Verdrallen des Vorfaches bei raschem Einholen vermeidet.

Durchlaufender Waggler (engl. „Slider“)

In großer Wassertiefe ist ein durchlaufender Waggler – engl. Slider – die bessere Alternative. Zur Tiefeneinstellung sollte man stets zwei Schnurstopper verwenden, um ein unabsichtliches Verstellen der Angeltiefe vorzubeugen. Eine Kunststoff-Perle vor den Stoppern verhindert das Durchrutschen der Stopper durch das Öhr des kleinen Wirbels, in dem der Waggler eingehängt wird. Durch den Wirbel gleitet der Waggler deutlich besser auf der Schnur und ermöglicht einen schnellen Austausch der Pose im Falle einer Beschädigung.

Das Gewicht der Pose ruht auf einer kurzen Kette von vier No.8-Schrotbleien. In einem um 10-20 cm größeren Abstand als die Posenlänge folgt eine Bleiolivette, welche ober- und unterhalb durch weitere Bleischrote fixiert wird. Diese Hauptbebleiung sollte erneut rund 90 Prozent der Posentragkraft ausmachen. Natürlich ist dies nur ein Richtwert, schließlich erfordert eine stärkere Unterströmung mehr Gewicht kurz vor dem Vorfach, will man dieses zuverlässig auf Grund halten. Zwei bis vier kleine Schrotbleie (No.6 – 10) vor dem Vorfach dienen auch beim Slider zur Bissanzeige von Hebebissen, die Verbindung von Vorfach und Hauptschnur erfolgt wieder durch einen Trollingwirbel.

Das Posenmodell des Zoomers erfordert nicht nur eine gehörige Portion Geschick beim Auswurf, sondern auch eine ausgeklügelte Montage. Zwar ruht die Wagglerpose auch hier auf einem Bulk an Bleien, jedoch werden dabei besonders große Kugelbleie verwendet. Für eine 10g-Zoomer-Pose dürfen es dabei schon 8 Gramm (am besten jeweils drei Bleikugeln, hier z.B. 2 x 3 Gramm und 1 x 2 Gramm) an Bleikugeln sein. Diese Bleikugeln werden nacheinander auf die Schnur aufgezogen und schließlich ober- und unterhalb durch je zwei Bleischrote (z.B. No.4) gesichert. In einem gut eineinhalb Mal längeren Abstand als die Posenlänge folgt in Richtung Haken eine weitere Kette aus Bleischroten, welche rund 15 Prozent der Posentragkraft ausmachen sollten. In gut einem Meter Abstand zu dieser Bleikette werden sodann zwei bis drei weitere Bleischrote der Größe No.2-No.4 (je nach vorherrschender Unterströmung) angebracht, auf welche in gut 50 cm Entfernung ein letztes Bissblei der Größe No. 8 kurz vor dem Vorfach folgt. Darauf folgt der obligatorische Trollingwirbel, der unser Vorfach mit der Hauptschnur verbindet.

Sie sehen also, die ausgeklügelte Zoomer-Montage ist beileibe nichts  für blutige Waggler-Anfänger. Machen Sie demnach Ihre ersten Gehversuche mit der einfach zu handhabenden Montage des fixierten Wagglers. Erst wenn Sie den Umgang mit dieser Technik beherrschen, sollten Sie sich an Slider und Zoomer wagen.

Auf Tiefe gebracht

Neben dem richtigen Wurfstil kommt es beim Angeln mit dem Waggler auch auf die Technik „danach“ an. So gilt es, die Hauptschnur direkt nach dem Einwerfen der Montage unter die Wasseroberfläche zu befördern. Eine obenauf schwimmende Hauptschnur würde schließlich für Wind und Strömung einen idealen Angriffspunkt bieten. Ein riesiger Schnurbogen wäre oft die Folge, der wiederum einen effektiven Anschlag unmöglich machen würde.

Besonders wichtig ist es daher, direkt nach dem Eintreffen der Pose auf der Wasseroberfläche, mit ins Wasser getauchter Rutenspitze rasch mehrmalig die Kurbel der Angelrolle zu betätigen. Dies solange, bis das die Hauptschnur

fast komplett unter die Oberfläche verschwunden ist. Ein leicht seitliches Herausschlagen der Rutenspitze aus dem Wasser bringt am Ende auch den letzten Rest der Hauptschnur auf Tiefe.

Tipp: Verwenden Sie spezielle Waggler-Schnüre, welche sich durch ein besonders schnelles Sinkverhalten auszeichnen. Das Sinkverhalten können Sie weiter verbessern, indem Sie die Schnur zuhause mit Spülmittel entfetten.

Richtiges Ausloten

Auch beim Angeln mit dem Waggler muss der Gewässergrund gründlich nach einer vielversprechenden Stelle wie etwa einer Kante, einer Erhebung oder Ähnlichem abgesucht werden. Hierbei leisten nicht nur Neulingen sog. „Grundsucher“ aus Blei wertvolle Dienste. Diese kleinen Schwergewichte werden direkt am Haken angebracht und ziehen die Montage rasch auf den Gewässergrund.

Die Tiefeneinstellung der Pose muss sodann durch das Verschieben der Schnurstopper bzw. der Bleischrote beim fixierten Waggler solange verändert werden bis nur noch die Antenne des Wagglers aus der Wasseroberfläche lugt.

Ist die exakte Wassertiefe gefunden, kann die Montage langsam Meter für Meter eingeholt werden und dadurch der Grund systematisch abgetastet werden.

Die gewählte Angelstelle halten Sie schließlich mithilfe des Schnur-Clips der Angelrolle fest, sodass die Montage bei jedem Auswurf aufs Neue exakt auf derselben Stelle landet. Eine Markierung (z.B. durch einen Fettstift) kurz vor dem Schnur-Clip hilft, um die Angeldistanz nach dem Drill eines kapitalen Fisches wiederzufinden. Schließlich kann es in diesem Fall angesichts der rasanten Fluchten von Kapitalen nötig geworden sein, die Schnur aus dem Clip zu lösen.

Beachten Sie beim Setzen des Schnur-Clips jedoch, dass Sie für das „Versenken“ der Hauptschnur etwas Weg einplanen. Meist werden Sie Ihren Angelplatz also um einige Meter überwerfen müssen, um die Schnur bis zum Erreichen der Angelstelle auf Tiefe bringen zu können. Haben Sie ihre Angelstelle gefunden, markieren Sie sich diese am besten zuerst auf der Hauptschnur per Fettstift. Sodann überwerfen Sie diese Markierung um rund 5 Meter und fixieren die gespannte Schnur im Schnur-Clip Ihrer Angelrolle. Sodann kurbeln Sie solange ein, bis die Markierung und damit Ihr Angelplatz erreicht ist und zählen dabei die Kurbelumdrehungen Ihrer Rolle. Denn kennen Sie die genaue Anzahl der Kurbelumdrehungen, so können Sie nach dem Eintreffen der Schnur im Clip ohne groß auf die Markierung achten zu müssen blitzschnell die benötigten Kurbelschläge vornehmen und landen dadurch besonders schnell wieder auf Ihrem Futterplatz.

Futter für die Matchrute

Die Auswahl des Futters für die Matchrute folgt ähnlichen Kriterien wie bei anderen Angelarten. Kapitale Fische bevorzugen eher helles, nährstoffreiches Futter mit vielen Partikeln und eine ordentliche Zugabe an Lebendködern. Kleinere Exemplare reagieren besser auf dunklere Mischungen mit großer Wolkenbildung.

Futtermischungen für die Matchrute müssen aber in jedem Fall eine ausreichende Bindung aufweisen. Schließlich sollen unsere Futterballen nicht schon beim Abschuss mit der Futterschleuder oder gar in der Luft auseinanderfallen. Weiterhin müssen die Futterbälle auch den Aufprall auf der Wasseroberfläche unbeschadet überstehen – nur so gelangen die Köder im Futter auch sicher zur Angelstelle auf Grund.

Wollen Sie Friedfische hingegen im Mittelwasser beangeln, kann die Konsistenz des Futters natürlich etwas lockerer sein. Die Futterballen zerplatzen dann auf der Wasseroberfläche und die Futterpartikel rieseln dann verführerisch gen Grund.

Zielgenaue Fütterung

Auch auf große Entfernung sicher den Futterplatz mit einer Futterschleuder zu treffen stellt für Ungeübte eine große

Herausforderung dar. Dabei ist bereits das bloße Erreichen der nötigen Weite für ein volles Keschernetz unabdingbar. Angeln Sie also lieber etwas kürzer, zumal während dem Angeln oft mehr Wind aufkommt, der weite Schüsse erschwert.

Entscheidend ist es auch, die Gegebenheiten am Gewässergrund und die Eigenheiten der vorherrschenden Strömung lesen zu können. Nicht selten fällt der Grund zur Gewässermitte hin ab, sodass Sie Ihre Fütterung bis zu einem Meter vor dem eigentlichen Angelplatz nötig werden kann. Schließlich legt Ihr Futterball aufgrund des Einfallswinkels auf die Wasseroberfläche noch etwas Weg zurück, bevor er zum Grund fällt.

Genauso wichtig ist es, die Fütterung an die Strömungsgeschwindigkeit und -richtung anzupassen. Füttern Sie in diesem Fall immer etwas entgegen der Strömungsrichtung neben Ihrer Pose. Nur so wird Ihr Futterball auch punktgenau den Futterplatz auf dem Gewässergrund treffen.

Dieser Artikel stammt von unserem Autor Toias Klein – in seinem angeln.de-Community-Profil könnt ihr die Fänge von Tobias sehen!

Name:

Waggler

Weitere Namen:

Pose-Waggler, Matchangeln

Methode:

Posenangeln

Gruppe:

Friedfischangeln

Anfüttern:

Mit Anfüttern

Minimale Rollengröße:

3000

Maximale Rollengröße:

6000

Minimale Rutenlänge:

300 cm

Maximale Rutenlänge:

480 cm

Rollenart:

Stationärrollen

Tipps und Tricks