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Angeltechnik Vertikalangeln

Pimpeln

  • Big Fisher

    ich finde die Angelmethode gut

    Big Fisher / 03.04.2013 - 20:14 Uhr
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Beschreibung

Gibt es eine Methode, bei der man die Zander gleich reihenweise ins Boot holen kann? Ja klar, beim Vertikalangeln vom Boot. Von den Niederlanden aus hat diese Technik ihren Siegeszug angetreten, mittlerweile wird in ganz Europa vertikal auf die stacheligen Räuber gefischt.
 
Neben der Fängigkeit gibt es noch einen weiteren Grund dafür, dass sich das Vertikalangeln solch großer Beliebtheit erfreut. Man benötigt keine komplizierte Montage. Der Köder, ein Gummifisch am Bleikopf, wird einfach mit der Schnur verbunden, und schon kann’s losgehen. Aber halt, ganz so einfach ist das Vertikalangeln nun auch wieder nicht. Wer vertikal fangen will, sollte eine Regel beherzigen: Beangle den . Also genau dort, wo die Zander lauern. Wenn man auf blauen Dunst angelt, und der Köder irgendwo im Mittelwasser taumelt, gibt’s garantiert keinen Biss.
 
Hat man eine Erfolg versprechende Stelle, etwa eine Kante gefunden, wird das Boot so positioniert, dass man mit Hilfe des Elektromotors langsam gegen den Wind oder die Strömung fährt und so die Stelle komplett beangelt.
Man lässt den Köder neben der Bordwand, gebe Schnur und warte bis er am Grund angekommen ist. Der Köder wird mit zwei oder drei kurzen Zupfern aus dem Handgelenk angelupft. Dabei bewegt sich die Rute von der 10 Uhr-Position in die 11 Uhr-Position. Dann lässt man den Köder für drei bis vier Sekunden hängen und führt ihn wieder zum Grund. Die Rute befindet sich nun wieder in der 10 Uhr-Position. Wichtig ist, dass man den Gummifisch nicht unkontrolliert absacken lässt.
Man sollte immer Kontakt zum Köder halten. Sonst ist die Gefahr groß, dass man einen Biss verpasst. Angelt man nicht gerade bei absoluter Windstille im See, passiert es fast zwangsläufig, dass man nach einigen Auf- und Abwärtsbewegungen nicht mehr den Grund erreicht. Dann senkt man die Rute in die 9 Uhr-Position ab und versucht auf diese Weise, Grundkontakt herzustellen. Wenn auch das nicht funktioniert, ist es entweder tiefer geworden, oder der Köder ist zu weit vom Boot weggetrieben. Dann muss man Schnur nachgeben.
 
Angelt man mit einer Stationärrolle, wird der Rollenbügel geöffnet. Das ist aber auf Dauer ein wenig zu umständlich. Deshalb verwenden viele Spezialisten zum Vertikalangeln eine Multirolle – am liebsten eine kleine, flache Baitcaster. Diese Rollen sind leicht und mit einem Freilaufknopf ausgestattet. Einfach drücken und schon geht’s für den Köder abwärts.
 
Ist der Gummifisch wieder am Grund angekommen, beginnt man wieder mit den Auf- und Abwärtsbewegungen.  Befindet sich der Köder weit weg vom Boot, kann es passieren, dass er über den Boden schleift. Aber das ist dem Fangerfolg nicht abträglich.
Jetzt wissen Sie, wie die Führungstechnik funktioniert. Aber auch das Thema Köder darf nicht außer Acht gelassen werden. Heute ist das Angebot riesig. Schauen Sie mal in die Kataloge der Hersteller. Speziell fürs Vertikalangeln werden viele verschiedene Gummifische in unzähligen Farben angeboten. Da sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Aber man braucht sich gar kein Komplettsortiment zuzulegen.
Wer einen Blick in meine Köderbox wirft, wird feststellen, dass Brauntöne dominieren. Warum solch eine unspektakuläre Farbe? Weil ein brauner Gummiköder im Wasser einen Kaulbarsch imitiert. Und die stehen auf dem Speisezettel der Zander ganz oben. Ist das Wasser Algenbildung grünlich gefärbt setze ich auf Shads in der Farbe Chartreuse. In kalten Wasser habe ich mit der Kombination Silber/Blau und Rosa/Weiß gute Erfahrungen gemacht.
 
Ähnlich wie bei den Gummifischen gibt es auch bei den Bleiköpfen unterschiedliche Formen. Am gebräuchlichsten sind runde Köpfe und die Erie-Jigheads.
Um den Köder optimal präsentieren zu können, verwendet man eine 1,80 bis 2,10 Meter lange Rute. Anfänger können ein etwas längeres Modell wählen, das erleichtert die Köderführung. Spezialisten bevorzugen überwiegend weiche Ruten mit parabolischer Aktion. Damit schlitzen deutlich weniger Fische im Drill aus, und man habe die Chance, auch einen knapp gehakten Zander ins Boot zu bekommen.
 
Um punktgenau angeln und Kontakt zum Köder halten zu können, benötigt man eine möglichst dünne Schnur. Üblicherweise spult man auf die Baitcaster-Rolle eine 0,08er oder 0,10er Geflochtene – und bietet so der Strömung und dem Wind kaum Angriffsfläche. Natürlich darf man mit dieser Schnur nicht zu hart drillen, sonst ist Fisch- und Köderverlust vorprogrammiert. Ein gefühlvoller Drill wird durch die parabolische Aktion der Rute noch unterstützt.
 
In den Niederlanden fahren viele Spezialisten mit einem perfekt ausgerüsteten Boot zum Vertikalangeln aufs Wasser. Mehrere drehbare Sitze und ein mit Teppich ausgelegter Innenraum gehören zur Serienausstattung. Das macht die Angelei zwar angenehm, ist aber nicht unbedingt nötig. Was man allerdings dabei haben sollte, ist ein Echolot, mit dem man die fängigen Stellen suchen kann. Denn wer dort angelt, wo keine Zander sind, fährt als Schneider nach Hause, selbst wenn man das Vertikalangeln perfekt beherrscht. 

Name:

Vertikalangeln

Weitere Namen:

Pimpeln

Methode:

Bootsangeln

Gruppe:

Raubfischangeln

Anfüttern:

Ohne Anfüttern

Minimale Rollengröße:

1000

Maximale Rollengröße:

3000

Minimale Rutenlänge:

180 cm

Maximale Rutenlänge:

200 cm

Rollenart:

Multirollen
Stationärrollen

Tipps und Tricks