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Angeltechnik Trotting

Driftangeln, Pirschen, Stalking

  • Funktoniert das auch das auch wenn es etwas kühler ist und welche Spots würded ihr mir auf Döbel in einem Mittel Großen Fluss empfehlen ? Tight Lines Tobi ;)

    Tobias Brockmann / 25.01.2013 - 15:29 Uhr
    • geht sogar sehr gut. obwohl die fische eventuell eher auf ruhende köder beißen im winter. also legering..zu deutsch grundangeln. stellen: tiefe und strömungsruhige stellen, astwerk und wurzeln sind auch immer gute einstände. köder ..maden und brotflocke. vorallem bei trüben wasser ist die brotflocke gut..die fische sehen sie einfach besser. beim legering ist käsepaste sehr gut.

      Pat / 26.01.2013 - 23:57 Uhr
  • Der Klassiker unter den Angelmethoden. Wohl das Spannendste was man an Natürköder Angelei an (kleinen und Mittleren) Flüssen betreiben kann. Und mit mehr Stil kann man wohl kaum Fische aus einem Gewässer zaubern

    Pat / 14.09.2012 - 23:20 Uhr
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Beschreibung

Treiben wie in England

 

Trotting, das Angeln mit der treibenden Pose, ist eine englische Erfindung. Aber die Methode mit dem Überraschungseffekt – man weiß nie, was als nächstes beißt – funktioniert natürlich auch bei uns.

 

Gemächlich treibt die Pose den Fluss hinunter. Ab und an spanne ich die Schnur zwischen Pose und Rutenspitze. Der Posenkörper hebt sich aus dem Wasser, der Köder treibt auf. So will ich die Fische zum Biss reizen. Ich gebe die Schnur frei, die Pose nimmt wieder Fahrt auf. Dieser ständige Rhythmus von Anhalten und Treibenlassen bestimmt das Angeln beim Trotting, dem Angeln mit der treibenden Pose. 20 Meter von meinem Standplatz entfernt, wird die Pose auf einmal unter Wasser gerissen. Nach dem Anhieb zappelt das erste Rotauge am Haken. Schon bei der nächsten Drift verschwindet der rote Posenkopf erneut unter der Ober­fläche. An den Schlägen des Fisches spüre ich über die feine Rutenspitze, dass es sich dieses Mal um einen gewichtigeren Gegner handelt. Vorsichtig bremse ich die Fluchten des Fisches, um das feine 0,12er Vorfach nicht zu gefährden. Dazu stoppe ich mit dem Zeigefinger den Schnurablauf von der Spule der leichtgängigen Centrepin-Rolle. Die lange Matchrute federt jeden Kopfstoß des Fisches ab. Sobald der Fische sich ausgetobt hat, nehme ich die lockere Schnur auf. Kurz darauf gleitet ein Aland in den Kescher – ein Pracht-Bursche von knapp vier Pfund.

 

Very british

 

Populär gemacht wurde das Trotting von den Engländern, die damit weite Fluss-Strecken des Kennet oder des Wye auf Rotaugen beangelten. In den 70er Jahren wurden viele Wettkämpfe mit dieser Angelmethode gewonnen. Und für Rotaugen und andere Fischarten wie Aland, Döbel, Nase oder Barbe, die einen Leckerbissen auch über längere Strecken verfolgen, ist diese Angelei wie geschaffen. Um allerdings den vollen Spaß dieser Methode auskosten zu können, sollte man original englisches Angelgerät verwenden. Man braucht: eine Matchrute (4,20 bis 4,50 Meter lang), eine Centrepin-Rolle, 100 Meter 0,20er Schnur, Pose, Bleischrote und Haken. Ich fische die 4,50 Meter lange Bewick-Float-Rute und die dazu passende Bewick-Rolle (Lieferung über Exori). Beide Geräte stammen von der englischen Traditionsfirma Greys of Alnwick und sind eine Traumcombo für diese Angelart. Was sind die Vorteile einer Centrepin-Rolle gegenüber einer Stationärrolle? Die Centrepin hat eine Übersetzung von 1:1, und man hat wie bei einer Fliegenrolle einen direkten Kontakt zum Fisch. Man drillt den Fisch quasi von Hand. Damit die Rolle im Drill nicht überläuft und sich Perücken bilden, hat die Bewick eine zuschaltbare Bremse, die beim Drill und bei der Landung größerer Fische vor Schnursalat schützt.

 

Natürliche Drift

 

Ein weiterer Vorteil: Die Spule läuft so leicht, dass allein der Widerstand der Montage in der Strömung Schnur von der ­Rolle zieht. Der Köder kann also ganz natürlich abtreiben. Bei blitzschnellen Rotaugen-Zupfern braucht der Angler nicht erst lange den Schnurfangbügel umzulegen, um anzuschlagen, er kann die Schnurspule mit einem Finger stoppen und sofort reagieren.  Einziger Nachteil der Centrepin: Weitwürfe sind bei dieser Rolle nicht drin. Allerdings braucht man die auch nicht, weil man das Angeln mit der treibenden Pose ohnehin am besten an kleineren Flüssen bis maximal 30 Meter Breite ­praktiziert.  Das Werfen mit der Centrepin ist etwas gewöhnungsbedürftig. Ich ziehe dazu mit der ­linken Hand Schnur zwischen dem ersten und zweiten Rutenring von der Rolle und ­schlenze dann die Montage mit einem Unterarmschwung an die gewünschte Stelle, ­wobei ich die Schnur kontrolliert freigebe.

 

Ohne Futter läuft nichts

 

Ganz wichtig ist beim Trotting wie bei jedem anderen Fried­fischangeln das Anfüttern. Meist verwende ich als Basis ein Fertigfutter (man kann aber auch Paniermehl nehmen). Um das Futter anzureichern, gebe ich einige Körner Dosenmais zu. Auch den intensiv duftenden Maissaft gieße ich ins ­Futter. Außerdem kommt eine gehörige Portion Maden ins Futter. Auf ein Kilo Pulverfutter gebe ich immer zwei bis drei Hand voll ­Maden. Gefüttert wird beim Trotting leicht stromab. Wer sein Futter direkt am Angelplatz einwirft, wird vielleicht ein oder zwei Fische fangen, aber die Unruhe von gehakten ­Artgenossen im  Drill wird die übrigen Fische schnell misstrauisch machen. Und wenn sie erst einmal den Angler beim Keschern wahrgenommen haben, ist es mit dem Beißen meist vorbei. Zuerst werfe ich drei Futter­kugeln von der Größe einer Kiwi ein. Das soll reichen, um die Fische für unseren Köder, ein Bündel aus vier Maden, zu ­interessieren.

 

Lärm vermeiden

 

Bei einem Biss muss blitzschnell angeschlagen werden. Ist der Fisch gehakt, führt man ihn schnell stromauf aus dem Schwarm heraus, um die übrigen Fische nicht beim Fressen zu stören. In flachen Gewässern sorgt man dadurch, dass man die Rute zur Seite hält auch dafür, dass der Gehakte nicht an der Oberfläche schlagen kann. Auch das könnte die Artgenossen verscheuchen. Vielmehr bemüht man sich, den Fisch in der Tiefe zu halten. Erst kurz vor dem ­Kescher zwingt man ihn an die Oberfläche, wo er von den ­feinen Maschen umgarnt wird.

Für die Bissanzeige haben sich beim Trotting drei verschie­dene Posentypen bewährt. Befische ich flache und ruhigere Buchten, bevorzuge ich eine schlanke Pose. Bei gleichmäßiger Strömung fische ich mit einem Loafer, der klassischen Pose für diese Angelmethode. Ist das Wasser dagegen unruhig, und verschiedene ­Unterströmungen erschweren das Angeln mit dem Loafer  (z. B. unterhalb von Wehren), gebe ich der Avon-Pose den Vorzug. Durch ihren schlanken Kiel steht sie sicher auch in unruhigerem Wasser und zeigt zuverlässig jeden Biss an.

 

Sicherheits-Ring

 

Meine Pose befestige ich mit drei Silikonringen auf der Haupt­schnur. Eigentlich be­nötigt man nur zwei Ringe, um die Pose zu fixieren. Der dritte Ring ist zur Sicherheit, falls ein Ring mal einreißt oder verloren geht. Sicher ist eben ­sicher. Die Posenbebleiung ist klassisch englisch. Das Haupt­gewicht besteht aus einer Schrotkette von BB-Schroten (0,4 Gramm). Diese Schrote kann man noch bequem mit der Hand auf die Schnur klemmen und braucht keine spezielle Schrotzange wie bei kleineren Schroten. Ganz wichtig ist es, dass die Klemmschlitze der Schrote in eine Richtung zeigen. Ist das nicht der Fall, verdrallt die Hauptschnur leicht, und Verwicklungen beim Wurf sind vorprogrammiert. Neben der Bleikette verteile ich noch zwei weitere BB-Schrote auf dem rund 60 Zentimeter langen Vorfach, die ich nach Belieben verschieben kann.  Ein Utensil, auf das ich vor ­allem an sonnigen Tagen nicht mehr verzichten will, ist eine Polarisations-Brille. Nur mit ihrer Hilfe kann man den feinen Posenkopf auch noch auf größere Entfernung sehen, ohne dass ­einem die Augen tränen. Das gilt besonders bei Gegenlicht. Was macht für mich den Reiz des Treibangelns aus? Es ist die stete Ungewissheit. Ich weiß nie, was als nächstes am Haken hängt. Neben Rotaugen, Alanden und Brassen gingen mir in der Vergangenheit auch willkommene Beifänge wie Karpfen oder Bachforellen an den Haken. Selbst Meer­forellen lassen sich manchmal von dem treibenden Madenbündel verführen.

Name:

Trotting

Weitere Namen:

Driftangeln, Pirschen, Stalking

Methode:

Posenangeln

Gruppe:

Friedfischangeln

Anfüttern:

Mit Anfüttern

Minimale Rollengröße:

2000

Maximale Rollengröße:

4000

Minimale Rutenlänge:

390 cm

Maximale Rutenlänge:

450 cm

Rollenart:

Centerpinrollen
Stationärrollen

Tipps und Tricks