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Angeltechnik Stickbait

Wobbler-Stickbait, Topwater-Stickbait, Walk the Dog, Wobbler-Pencilbait

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Beschreibung

Stick ist englisch und heißt Stock oder Stab. Das deutet schon einmal an, dass Stickbaits gerade und steif sind. Sie sehen tatsächlich aus wie ein Stab oder ein Stiel, gerade und schlank. Sie sind auch entsprechend unbeweglich. Ihre Bewegung erhalten Stickbaits durch die Schläge mit der Rute, die meistens dazu führen, dass der Köder im Zickzack auf oder unter der Oberfläche läuft. Die einfachsten Köderformen der Wobbler findet man bei den Stickbaits. Sie sind zum Teil nicht viel komplizierter geformt als eine Zigarre. Aber so gerade wie sie aussehen, so ungrade laufen sie. Stickbaits sind eigentlich unverwechselbar – jedenfalls wenn man einmal eine klare Definition angelegt hat. Allerdings werden die Stickbaits oft etwas unterschiedlich definiert, und einige halten sich auch gar nicht an irgendeine Definition. Es ist also doch nicht so einfach. Wir wollen uns aber zumindest hier festlegen, was wir unter einem Stickbait verstehen. Grundlegendes zur Form der Stickbaits drückt sich eigentlich schon in der Bezeichnung aus, denn stick ist englisch und bedeutet Stock oder Stab. Man kennt den Begriff auch von der englischen Stick-Pose, die gerade und stabförmig ist. So ist auch ein Stickbait ein gerade, stabförmiger Wobbler. Oft werden die Modelle auch als zigarrenförmig bezeichnet, was in einigen Fällen sehr zutreffend erscheint. Wir zählen hier auch nur die Modelle zu den Stickbaits, die keine Tauchschaufel besitzen. Damit sind sie den Jerkbaits sehr ähnlich, die ebenfalls keine Tauchschaufel haben und über die Bewegung der Rute dirigiert werden.

Weil man die Stickbaits dementsprechend auch ruckartig führt, kann man sie durchaus auch als Jerkbaits bezeichnen. Wiederum nicht hinzurechnen wollen wir hier die Popper, die mit einer besonderen Gestaltung des Vorderteils darauf ausgelegt sind, dass sie mit jeder stoßartigen Bewegung Wasser aufspritzen lassen. Stickbaits haben dagegen ein spitz zulaufendes Vorderteil, das bei einigen Modellen unten leicht abgeschrägt oder eingezogen ist.

 

Damit tauchen diese Wobbler schnittiger ins Wasser ein und haben einen wesentlich dezenteren Lauf als Popper. Gelegentlich werden Stickbaits zu den Topwaterbaits gerechnet oder die Begriffe werden sogar gleichgesetzt. Das ist nicht ganz richtig, auch wenn die meisten Stickbaits durchaus als Oberflächenköder – also Topwaterbaits – konstruiert sind. Es gibt aber ebenso Stickbait-Modelle, die sinken und in unterschiedlichen Wassertiefen geführt werden können. Einen typischen Stickbait nach Form und Verhalten bildet der Zara Spook von Heddon. Er ist schnurgerade und gleichmäßig rund wie eine Zigarre. Bei ihm handelt es sich tatsächlich um einen reinen Oberflächenköder, der die klassische Walking-the-Dog-Aktion zeigt.

Das heißt, er bricht im Zickzack-Muster abwechselnd nach links und rechts aus. Dadurch, das seine Öse zur Schnurbefestigung leicht nach unten versetzt ist, taucht er mit dem Vorderteil bei jedem Zug ein wenig ins Wasser ein. Während der Zara Spook – vor allem in einigen seiner Farbvarianten – sehr abstrakt ist, erinnert der Sammy von Lucky Craft durchaus an ein Fischchen. Auch er setzt auf den Zickzack-Lauf an der Oberfläche, stürzt sich dabei aber nicht so sehr ins Wasser. Man kann ihn aber nicht nur langsam im Zickzack, sondern auch sehr schnell ohne seitliche Ausschläge führen.

 

Dabei sorgt er auf andere Weise für Radau, nämlich durch die Metallkugeln in seinem Inneren. Noch etwas dichter am natürlichen Vorbild liegt der Water Monitor von Illex mit seiner Form und Gestaltung. Er ist zugleich ein Beispiel dafür, dass Stickbaits auch tiefer laufen können. Man kann ihn auf die gewünschte Lauftiefe absinken lassen und langsam einzupfen, wobei er dann auch unter Wasser im Zickzack läuft. Allerdings ist sein Lauf dabei nicht so aggressiv wie der einiger Oberflächen-Stickbaits.

Aber das muss auch nicht sein, weil dieses Modell neben der Provokation auch mehr auf Imitation setzt. Die wichtigsten Zielfische fürs Angeln mit Stickbaits sind in unseren Breiten sicherlich Hecht und Rapfen. Weil sie auch ihn höheren Wasserregionen rauben, in denen Stickbaits meistens geführt werden, und weil die Größe der meistens Stickbaits zu ihnen passt. Selten werden Stickbaits beim Meerforellenangeln an der Küste eingesetzt, obwohl sie auch dort sehr erfolgreich sein können. Dass man sich mit Stickbaits aber auch andere Fischarten und Gewässersituationen erschließen kann, beweist der Hot Toddy von Quantum. Die nur 4 Zentimeter lange Fisch-Imitation eignet sich ausgezeichnet für den Einsatz am Forellensee.

 

Man kann den kleinen Stickbait in die gewünschte Wassertiefe absinken lassen und in variabler Geschwindigkeit anbieten. Tendenziell hoch Stickbaits sind, auch wenn es sinkende Modelle gibt, tendenziell Köder für die Oberfläche oder den Oberflächenbereich. Das bestimmt auch den Einsatzbereich und die beste Zeit für diese Köder. Die Raubfische attackieren sie auf Sicht.

Das heißt, die Köder sind nur dann sinnvoll einzusetzen, wenn die Räuber im Flachwasser oder nahe der Oberfläche jagen. Damit sind die Wobbler zum einen generell gut geeignet für flache Gewässer und zum anderen für die Phasen, in denen die Räuber hoch oben aktiv sind. Weil man mit Stickbaits gezielt im oberen Wasserbereich arbeiten kann, muss man sich um die Hindernisse darunter keine Sorgen machen. Diese Wobblertypen sind also besonders gut geeignet, um mit ihnen schwierige Gewässer zu befischen, in denen mit tiefer laufenden Wobblern viele Verluste vorprogrammiert wären.

 

Wenn man mit Stickbaits an der Oberfläche angelt, ist die Spannung garantiert – aber leider auch der Fehlbiss. Denn Bisse an der Oberfläche erfordern eiserne Nerven. Man darf auf keinen Fall anschlagen, wenn das Räubermaul die Oberfläche durchbricht. Dabei die Ruhe zu bewahren, ist aber nicht einfach. Trotzdem darf der Anhieb erst kommen, wenn man den Biss auch in der Rute spürt. Vorher ist der Fisch nämlich noch nicht am Haken, und wer den Anhieb zu früh setzt, zieht nur den Köder weg. Diesen Fehler muss aber wohl jeder Oberflächenangler mal gemacht haben. Aber sicher ist auch, dass man aus diesem Fehler lernt.

 

Soft Stickbaits

 

Die Bezeichnung Stickbaits bezieht sich in der Regel auf Hardbaits, also Wobbler. Aber auch eine Gruppe von Softbaits, also Gummiködern, wird manchmal unter dem Namen Stickbaits geführt. Es handelt sich dabei um einfache, schlanke, gerade Formen, die meistens weder als Wurm noch als Fischchen charakterisiert werden können.

 

Splashbait

 

Ein Zwischending von Stickbait und Popper wird gelegentlich auch als Splashbait bezeichnet. Das Vorderteil dieser Wobbler ist nicht so sehr ausgehohlt wie bei einem Popper, aber auch nicht so zugespitzt wie bei einem normalen Stickbait.

Das abgeschrägte Vorderteil reicht aber aus, um den Köder bei Zug platschen zu lassen (engl. splash = platschen). Pencilbaits Lange, schlanke Wobbler werden gelegentlich auch nach der englischen Bezeichnung für Bleistift Pencilbaits genannt. Manchmal sind damit besonders schlanke oder spitze Modelle gemeint, oft werden die Begriffe Pencilbait und Stickbait aber einfach synonym gebraucht. Topwaterbaits Für alle Kunstköder, die an der Wasseroberfläche geführt werden, haben die Amerikaner den Oberbegriff Topwaterbaits. Dazu zählen also einige Jerkbaits ebenso wie Popper und eben auch Stickbaits, die an der Oberfläche laufen. Stickbaits sind aber nicht grundsätzlich Topwaterbaits, da es auch sinkende Modelle dieser Wobbler gibt.

 

Deutsch-Amerikanisch

 

Hier haben wir Stickbait streng definiert als schlanken, stabförmigen Wobbler ohne Tauchschaufel. Bei den Amerikanern findet man aber auch ganz normale Wobbler mit Tauchschaufel unter den Stickbaits, also Modelle, die man sonst auch als Minnows bezeichnen würde. Wenn im englisch-amerikanischen Sprachgebrauch von Stickbaits die Rede ist, schaut man deshalb besser genau hin, um was für ein Modell es dabei geht.

Name:

Stickbait

Weitere Namen:

Wobbler-Stickbait, Topwater-Stickbait, Walk the Dog, Wobbler-Pencilbait

Methode:

Spinnfischen

Gruppe:

Raubfischangeln

Anfüttern:

Ohne Anfüttern

Minimale Rollengröße:

1000

Maximale Rollengröße:

3000

Minimale Rutenlänge:

180 cm

Maximale Rutenlänge:

210 cm

Rollenart:

Multirollen
Stationärrollen

Tipps und Tricks

Mit erhobener Rute lassen sich auch schwere Köder an der Oberfläche führen.