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Angeltechnik Spinner

Spinner, Spinnen

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Beschreibung

Bei einem Spinner rotiert das „Blatt“ um eine Drahtachse und ein Messinggewicht. Der Köder gibt starke Druckwellen ab, die ein ähnlich großer Blinker niemals erzeugen könnte. Hinzu kommen kleine, schnelle Licht­reflexe. Betrachtet man diese erhöhte Reizwirkung, ist der Spinner besser als der Blinker. Aber so einfach ist es nicht.

 

Zunächst einmal läßt sich ein Spinner, früher auch Fliegender Löffel genannt, nicht so weit werfen wie ein Blinker. Das flatternde Blatt ist alles andere als aerodynamisch und bremst den Flug. Für schnelle Strömungen und tiefes Wasser ist das Blatt ebenfalls ungeeignet. Außerdem muß ein Spinner ständig gekurbelt werden. Nur dann rotiert er. Und er ist empfindlich gegen jede Art Vegetation am Haken. Dann dreht er nicht. Bedenkt man diese Einschränkungen, ist der Spinner besonders für mittlere Weiten, mittlere Tiefen und mittlere Strömungen geeignet.

 

Aber Spinner ist nicht gleich Spinner, und so gibt es etliche Spezialformen mit ganz besonderen Eigenschaften. Zunächst einmal gibt es Unterschiede in der Blattform. Kurze und breite Blätter rotieren schon bei geringer Geschwindigkeit, sei es Strömung oder Schnurzug, während lange und schmale Blätter mehr Geschwindigkeit benötigen. Dafür rotieren solche „Weidenblätter“ sowohl enger an der Achse als auch schneller und eignen sich besser als der Ovalspinner für schnelle Gewässer und schnelle Fische. Neben den beiden grundsätzlichen Blattformen gibt es Spinner mit Bleikopf, die extrem schnell in die Tiefe gehen.

Der Spinnschaft selbst ist unbeschwert, und das Blatt rotiert schon in der Sinkphase. Sehr beliebt sind außerdem Spinner mit einem zusätzlichen Plastikfisch, weil sie neben Reflex und Vibration zusätzlich einen echt anmutenden Fisch vorzeigen. In Irland ist ein ganz besonderer Spinner erfunden worden, der mit einem Plastikschlauch über einem Bleikörper ausgestattet ist. Er wurde als „Flying Condom“ bekannt, wegen eines behördlichen Verbotes allerdings in „Flying C“ umbenannt.

 

Ein anderer Fall, in dem die Politik Einfluß auf einen Spinnköder nahm, ist mir nicht bekannt. Nicht zu unterschätzen sind außerdem kapitale Spinner mit langen Haaren am Drilling, wie man sie in den USA auf Muskie verwendet. Still geworden ist es um den winzigen Fliegenspinner, der sich mit der Fliegenrute werfen läßt. Und noch weniger bekannt ist bei uns der Schleppzug, eine ganze Reihe von hakenlosen Spinnblättern, die um ein kräftiges Nylonvorfach rotieren. Ganz hinten am Schleppzug hängt ein Haken mit Wurm und wartet auf Saiblinge und Forellen, die von den kräftigen Reizen des Metalls angelockt wurden.

Gelegentlich sieht man Spinnfischer, die von diesem Prinzip gelernt haben und ihren Spinner beködern, sei es mit Wurm oder Fischfetzen. Eine brauchbare Methode für müde Barsche oder launische Forellen. In der Regel aber werden an unseren Gewässern die üblichen Spinner verwendet, in den bekannten Größen 3 bis 5. Spinner der Größe 1 und 2 sind winzig und lassen sich nur mit einer sehr leichten Spinnrute werfen.

 

Ideal ist eine umgebaute Fliegenrute, eine „Ultra - Leicht“ - Rute. Weil damit nur die Spezialisten ausgerüstet sind, muß man die ganz kleinen Spinner an einer normalen Spinnrute mit einem Vorblei werfen. Zu dieser Technik gehört unbedingt ein Wurf, bei dem man Spinner und Blei knapp über der Wasseroberfläche abbremst. Das Blei fliegt nämlich schneller als der Spinner und kann hübsche Verknotungen bewirken. Ein Vorblei hat außerdem den Vorteil, den Spinner in einer geraden Linie hinter sich zu führen. Ob er dann besser fängt oder nicht, kann man glauben oder nicht, in jedem Fall erhält er bei geradem Zug die optimale Rotation. Und trotz dieser Drehungen wird unsere Schnur weniger verdrallen, weil das Vorblei dies verhindert. Achtung: Drall! Jeder sich drehende Köder, ob Blinker oder Spinner, wird im Endeffekt die Schnur verdrallen.

Das läßt sich mit zwei Wirbeln, einen am Spinner, einen am Stahlvorfach oder in der Schnur, zwar vermindern, nicht aber verhindern. Früher gab es rechts und links laufende Spinnköder, mit denen man diesen Effekt ausgleichen konnte. Der Flußfischer kann die übliche Spinnlänge seiner Schnur ohne alles abtreiben und entdrallen lassen, aber was macht der Seenfischer? Man kann die Schnur immer mal wieder kürzen, bis man zuletzt neue aufspulen muß. Dieser Nachteil wird durch einen besonderen Vorteil aufgehoben, denn der Spinner ist relativ einfach zu führen. Er muß sich nur drehen, und schon fischt er. Man kann ihn nur in einer bestimmten Tiefe und in einer bestimmten Geschwindigkeit führen oder beides abwechselnd variieren. Extreme und kunstvolle Bewegungen sind weder möglich noch nötig, und so ist es gerade der Spinner, der einem Anfänger zu schönen Erfolgen verhelfen kann. Andererseits ist es natürlich langweilig, einen Spinner stundenlang immer wieder auszuwerfen und immer wieder einzuholen. Nicht nur Fische brauchen Abwechslung, der Angler auch, und wer besonders schön fischen möchte, der greift zum Wobbler.

Name:

Spinner

Weitere Namen:

Spinner, Spinnen

Methode:

Spinnfischen

Gruppe:

Raubfischangeln

Anfüttern:

Ohne Anfüttern

Minimale Rollengröße:

1000

Maximale Rollengröße:

4000

Minimale Rutenlänge:

240 cm

Maximale Rutenlänge:

300 cm

Rollenart:

Multirollen
Stationärrollen

Tipps und Tricks