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Angeltechnik Softjerk

Softjerken

  • Ich fische Softjerks gern an einem sogenannten Chikubi-Rig. Dabei zieht man den Softjerk wie sonst auch auf einen Wide-Gap-Offsethaken. Als Beschwerung dienen sogenannte Insert-Weights, von denen man eins oder mehrere von unten in die Bauchhöhle führt. Man kann auch Swimbaits wie den Fat Swing Impact von Keitech oder den Flash J Swim von Fish Arrow an einem Chikubi-Rig fischen.

    PerchHunterPati / 23.12.2012 - 11:36 Uhr
    • Sorry, ich meine Flash J Shad von Fish Arrow und nich Flash J Swim.

      PerchHunterPati / 23.12.2012 - 12:06 Uhr
    • Wo kaufst du den deine Insert Weights ? Und rutschen die dir nicht aus dem Gummi raus ? :D

      Tobias Brockmann / 25.01.2013 - 15:16 Uhr
    • Die Insert weights von lunker city kaufe ich auf www.germantackle.de, sie können durch ihre "gezackten" seiten nicht aus dem gummi herausrutschen. Diese Zacken sind so klein, dass sie den gummi nicht verletzen.

      PerchHunterPati / 28.01.2013 - 18:13 Uhr
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Beschreibung

Softjerks haben gegenüber den harten Jerkbaits aus Holz oder Plastik entscheidende Vorteile. Sie sind leichter, flexibler und sie geben beim Biss nach. Da greift der Raubfisch auch nach einer misslungenen Attacke noch einmal wieder an. Die Argumente gegen die großen, harten Hecht-Jerks aus Holz oder Plastik sind zumindest teilweise nachvollziehbar. Die Dinger sind nicht nur unangenehm schwer, sondern in ihrer Aktion und Tauchtiefe doch ziemlich eingeschränkt. Außerdem sind sie gegen Kraut und Hänger kaum geschützt, weshalb sie nur am oder überm Kraut gefischt werden können, aber kaum mitten hindurch. Ganz anderes verhält es sich mit den Softjerks, ihren weichen Gegenstücken aus Gummi oder Weichplastik. Sie sind leicht genug, dass man sie auch mit feinen, handlichen Spinnruten fischen kann. Sie sind in ihrer Montage extrem flexibel, ebenso in der Angeltechnik oder Lauftiefe. Was ein harter Jerk später im Wasser macht, entscheidet konstruktionsbedingt der Hersteller bereits ab Werk.

 

Was ein Softjerk macht, entscheidet dagegen der Angler direkt am Wasser – durch die Art der Montage, durch die gewählte Bebleiung und durch die Führungsweise des Köders. Auf Grund der Tatsache, dass Softjerks meist fast völlig ohne zusätzliche Beschwerung gefischt werden, sinken sie nach dem Auswurf nur recht langsam ab. Allein dieses langsame Absinken in fast waagerechter Lage veranlasst oft schon den Räuber zum Zupacken. Nach dem Auswerfen kann man den Köder entweder bis zum Grund durchsacken lassen, um dann tief zu fischen, oder man bietet ihn im Mittelwasser an. Auch ein ganz oberflächennahes Angeln kann zumindest in der warmen Jahreszeit interessant und spannend sein – speziell in flachen, verkrauteten Gewässern. Die Wassertiefe, in der ein Softjerk läuft, wird unter anderem bestimmt durch die Rutenhaltung und die Frequenz der leichten Schläge. Rutenspitze nach unten und niedrige Schlagfrequenz lässt den Köder tief laufen, Rute auf 10-Uhr-Position und höhere Schlagzahl veranlassen ihn zum Steigen. Einen Softjerk kann man nicht nur jerken, sondern auch am Dropshot- oder Texas-Rig anbieten, und das in nahezu jeder Wassertiefe. Außerdem lässt sich ein Softjerk so krautgeschützt montieren, dass man ihn im Gegensatz zum echten Jerk auch direkt mittendrin in Kraut und Holz fischen kann, ohne befürchten zu müssen, dass man damit hängen bleibt. Damit ist der sanfte Gummi-Jerk seinem harten, hölzernen Bruder in Sachen Vielseitigkeit haushoch überlegen. Was ebenfalls für die softe Tour spricht: Man braucht dafür keine neuen Ruten und Rollen.


Einer für alles


Als vor einigen Jahren erstmals Gummi-Jerks aus Übersee in Europa auftauchten, sorgten die beeindruckenden Simulationen eines sterbenden Kleinfisches für Furore. Dadurch, dass die Spitze des Wide-Gap-Hakens im weichen Gummi-Jerk versteckt werden konnte, war es erstmals möglich, mit Spinnködern direkt mitten im Kraut zu fischen. Denn der Gummi mit dem verborgenen Haken schlüpfte durch Pflanzen und Holz, ohne hängen zu bleiben. Der nächste, enorme Vorteil war seine Fängigkeit: Nicht nur Hechte, sondern auch Zander und Barsche, ja selbst Forellen und Rapfen nehmen Softjerks. Denn die gibt es von knapp Fingerlänge bis hin zu 20 und mehr zentimeterlangen Schuhsohlen. Entscheidet man sich für eine universelle mittlere Größe, gibt es nicht den Zwang, auf Barsch, Hecht oder Zander jeweils mit verschiedenen Ködern zu angeln. Ein Softjerk reicht für alles. Der allergrößte Vorteil eines Softjerks im Kraut liegt jedoch nicht darin begründet, dass er immun gegen Hänger oder die berühmten Krautfahnen ist. Das Schönste am ihm ist die aufreizend langsame Absinkphase. Auch darin ist er den meisten klassischen Jerks überlegen. Die Langsamkeit, mit der ein unbeschwerter Softjerk absinkt, dürfte unter Spinnködern geradezu einmalig sein. Dadurch, dass man dem Softjerk beim Sinken durch extrem kurze und softe Schläge auch noch zuckende Bewegungen einhauchen kann, ist kein Krautloch mehr vor ihm sicher.

 

Ursache der Fehlbisse

 

Allerdings dürften viele Einsteiger in die Softjerkangelei anfangs ein Problem mit vielen Fehlbissen haben. Quoten von 10 Bissen zu 2 gelandeten Fischen sind nichts Ungewöhnliches. Die Ursache für die meisten Fehlbisse liegt jedoch nicht beim Köder, sondern beim Angler. Meist ist das Problem der Reflex, bei einem Biss möglichst schnell anzuschlagen. Superschnelle Anhiebe, die wir vom Angeln mit harten Kunstködern gewöhnt sind, verschlechtern jedoch beim Softjerkangeln den Fangerfolg!

 

Mehrere Fehlerursachen ergeben sich dabei: Zum einen erfolgen Bisse auf flach laufende Softjerks oft auf Sicht. Man sieht im flachen, verkrauteten Wasser, wie die Fische Anlauf nehmen, um den Softjerk zu attackieren. Dabei schlägt man unterbewusst oft auf Sicht an. Doch genau das ist der Fehler! Die sichtbare Attacke auf den Köder bedeutet nicht, dass der Softjerk wirklich schon im Maul des Räubers verschwunden ist. Erst, wenn der Biss auch über Rute und Schnur deutlich fühlbar wird – der Fisch den Köder also definitiv mit den Kiefern festhält – ist der richtige Moment für einen beherzten Anhieb gekommen – und keineswegs früher! Die meisten Hechte haben nach so einem verzögerten Anhieb den Haken sauber im Maulwinkel.

 

Wenn das Timing anfangs nicht stimmt, ist das aber wenig tragisch: Bei den weichen Softjerks bemerken die Räuber anfangs einfach nicht, dass es sich hier um einen Kunstköder und nicht um reale Beute handelt. Es lohnt sich also, einen Fisch, der beim ersten Mal nicht hängen blieb, noch einige Male anzuwerfen. Meist folgen weitere Attacken, die der Angler dann oft für sich entscheiden kann.

 

Mit lockerer Schnur

 

Der zweite Unterschied zwischen Softjerks und harten Kunstködern: Während bei Spinner und Co. die Schnur zwischen Köder und Rute nicht locker durchängen darf, sondern möglichst gestreckt sein sollte, ist das bei Softjerks genau umgekehrt: Das Fischen mit relativ lockerer Schnur bringt mehr Fisch! Zum einen bewegt sich der Softjerk an lockerer Schnur viel unberechenbarer und damit lebensechter. Von kleinen Zuckungen fast auf der Stelle bis zum blitzartigen, weiten Ausbrechen ist alles möglich. Zum anderen versuchen Barsche im Gegensatz zu Hechten oft nicht, den Jerk zu schnappen, sondern wollen ihn einsaugen. An lockerer Schnur ist das etwas einfacher für sie, als wenn sie dabei auch noch den Widerstand einer straffen Schnur überwinden müssten. Die einzige Situation, die immer wieder für Schwierigkeiten sorgt, ist, wenn der Hecht den Köder direkt von hinten attackiert und dann auf den Angler zu schwimmt – die ohnehin lockere Schnur also noch lockerer wird. In solchen Momenten ist es schwierig, den richtigen Moment für den Anschlag zu finden. Dadurch enden ausgerechnet solche spektakulären Bisse nicht selten doch noch als Fehlbiss.

 

Der richtige Haken

 

Entscheidend für eine gute Bissverwertung sind auch die richtigen Haken. Ich bevorzuge bei klassisch auf einem Einfachhaken montierten Softjerks betont bauchige Wide-Gap-Haken, weil so ein Haken durch Druck auf den Köder viel besser herausgetrieben wird und so weniger Fehlbisse verursacht als längliche Hakenformen von Aberdeen-Typ. Die Haken sollten im Zweifel also eher zu groß als zu klein ausfallen, denn dann greifen sie besser. Neben der klassischen Montage mit unbeschwertem oder beschwertem Wide-Gap-Haken gibt es noch zig verschiedene Varianten, mit denen man Softjerks für bestimmte Situationen perfektionieren kann. Beispielsweise kann man wahlweise einen Kopfdrilling oder einen Zusatzdrilling im Bereich der „Afterflosse“ montieren und auf diese Weise den Softjerk tauglich für den Sofortanschlag machen. Im Freiwasser ist das sogar praktisch, da man selbst bei kleineren Fischen wie Barschen oder Forellen dadurch kaum noch Fehlbisse hat. Direkt im Kraut jedoch ist der Hilfsdrilling unpraktisch, weil er ungeschützt das Kraut einsammelt. Eine zweite Methode, die Zahl der Fehlbisse bei großen Softjerks zu minimieren, ist die Montage eines so genannten Trailer-Hooks. Das ist ein Einfachhaken mit großem Öhr, welches über den ersten Haken gestülpt und dann mit einem Schlauchstück gegen Herunterrutschen gesichert wird. Auf diese Weise hat man ähnlich wie beim Hilfsdrilling eine zweite Hakenspitze im hinteren Bereich des Köders. Damit macht man Fische dingfest, die einen großen Jerk nicht im Ganzen bewältigen.

 

Ein relativ selten angewendetes Prinzip, das für alle Softjerks tauglich ist, stammt von der Banjo-Elritze, einem der ersten Softjerks, der durch Fernseh-Werbung in Sportkanälen auch in Europa erhältlich war. Dabei sitzt der Haken komplett vor dem Köder. Verbunden werden Köder und Haken nur mit Hilfe einer Drahtspirale (Hitchhiker), die dem Köder in die Nase geschraubt wurde. Die Hakenöffnung zwischen Hakenspitze und Hakenöhr wird mit einem kleinen Gummiring-Ring (sogenannte weed- guards) aus sehr elastischem, dünnem Gummi zugespannt. Die dafür geeigneten O-Ringe findet man auch als so genannte Bait-Bands im Karpfenzubehör, wo sie dazu dienen, Pellets am Haken zu befestigen.

 

Mit Gummi und Hitchhiker

 

Der Hakenbogen wird mit dem Gummi so zugespannt, dass man den Gummi auf der einen Seite ins Hakenöhr einschlauft und auf der anderen Seite hinter dem Widerhaken einrastet. Bei einem Biss soll das Gummiband von dem beißenden Fisch weggedrückt und so die Hakenspitze freigegeben werden. Damit das Gummiband die Hakenspitze wirklich schützt, muss die Spitze jedoch hakenbogen-einwärts hinter dem Gummiband liegen. Dies ist am ehesten bei Wide-Gap-Haken der Fall. Dieses Konzept aus Haken vor dem Köder und Gummiband als Krautschutz ist sehr effektiv für sämtliche Softjerks wenn man eines berücksichtigt: Nach jedem Schlag (englisch: jerk) mit der Rute muss die Schnur locker durchhängen, damit der Fisch den Köder in dieser Absinkphase einschlürfen kann. Für jede Situation gibt es letztlich eine Softjerk-Montage, mit der erfolgreich geangelt werden kann.

 

Softjerks sind Allroundköder, die unsere Räuber bislang nur sehr selten zu Gesicht bekommen haben. Sie sind die beste Empfehlung für gute Fänge in Gewässern, die stark beangelt sind, und allemal eine mehr als vollwertige Alternative zu den Ködern, die man bisher landauf, landab benutzt.

Name:

Softjerk

Weitere Namen:

Softjerken

Methode:

Spinnfischen

Gruppe:

Raubfischangeln

Anfüttern:

Ohne Anfüttern

Minimale Rollengröße:

1000

Maximale Rollengröße:

3000

Minimale Rutenlänge:

190 cm

Maximale Rutenlänge:

220 cm

Rollenart:

Multirollen
Stationärrollen

Tipps und Tricks