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Angeltechnik Schleppangeln

Freihandschleppen, Schleppen, Schleiken, Litzeln

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Beschreibung

Große Gewässer können kaum sinnvoll durch Werfen beangelt werden. Die einzige Möglichkeit, weite Wasserflächen mit realistischen Aussichten auf einen Fang zu beangeln, besteht im Schleppen. Je systematischer man vorgeht, desto besser die Chancen. Der Biss beim Schleppangeln geht natürlich nicht so schön in den Arm wie beim Spinnfischen. Aber auf großen Gewässern hat man manchmal keine Chance, da hilft dann nur das Schleppen. Auf den meisten Gewässern wäre es stark übertrieben, wenn man mit mehr als zwei Ruten pro Person und mit Sideplanern und anderen Hilfsmitteln schleppen würde. Gehen wir davon aus, dass wir zu zweit schleppen, jeder mit zwei Ruten und das bei einer mäßigen Geschwindigkeit, die wir auch mit einem Elektromotor erreichen könnten. Sideplaner und Tauchhilfen machen dann Sinn, wenn die Fische besonders scheu sind oder sehr tief stehen. Dies ist meistens der Fall in sehr klaren Gewässern!

 

Zwei lang, zwei kurz

 

Mit vier Ködern im Wasser können wir ein verlockendes Angebot machen und wir können selbst enge Kurven fahren, ohne dass sich Schnüre und Köder verheddern. Vorausgesetzt wir ordnen die vier Köder richtig an. Das ist einer der wichtigsten Punkte beim systematischen Schleppangeln. Wenn zwei Angler je zwei Köder schleppen, dann werden diese folgendermaßen präsentiert:

■ Jeder Angler hat eine lange Rute (2,70 Meter) im Rutenhalter, eine Backbord, eine Steuerbord.

■ An den Ruten in den Rutenhaltern werden höher laufende Köder (2-3 Meter) weiter hinter dem Boot (20 Meter) angeboten.

■ Jeder Angler hat eine kurze Rute (2,10 Meter) in der Hand.

■ Mit der Rute in der Hand werden tiefer laufende Köder (4-5 Meter) dichter hinter dem Boot (10 Meter) angeboten.

■ Die Angler sitzen sich gegenüber. Der eine hält die Rute zur einen, der andere zur anderen Seite hinaus. Mit der beschriebenen Anordnung ist es nahezu unmöglich, dass die Köder ineinander geraten.

 

Bei einer scharfen Kurze überlagern sich die Schnüre zwar, aber sie laufen auf gerader Strecke dann wieder parallel. Während man auf die Köder an den Ruten im Rutenhalter keinen weiteren Einfluss ausüben kann, sollte man mit der Rute in der Hand aktiv sein. An dieser Rute wird der Köder nicht nur stur und gleichmäßig geschleppt, sondern zusätzlich bewegt. Mal ziehen wir ihn an, mal lassen wir ihn absacken, mal beschleunigen wir ihn, mal bewegen wir ihn ruckartig. Diese zusätzlichen Bewegungen üben einen besonderen Reiz aus. Fische, die den Köder unschlüssig beobachten, packen oft genau dann zu, wenn der Köder sich plötzlich anders bewegt. Wer die Möglichkeiten der Rute in der Hand nutzt, wird auf Dauer feststellen, dass er mit dieser Rute mehr fängt als mit der im Rutenhalter.

 

Wo lang?

 

Selbst wenn der See noch so groß ist, wird nicht nur wahllos irgendwie und irgendwo geschleppt. Fast alle Seen haben irgendwelche Strukturen, an denen man sich orientieren kann. Schauen Sie sich dazu zuvor eine Gewässerkarte an. Dann suchen Sie die Bereiche auf, an denen der Gewässerboden vom Flachwasser zum Tiefen abfällt. An den Kanten zum tiefen Wasser lauern die Raubfische bevorzugt. Deshalb muss dort an den Kanten entlang geschleppt werden. In gleichmäßig flachen Seen muss und kann man nicht auf abfallende Kanten achten. Dort sind Schilfkanten, die Ränder von Pflanzenfeldern oder Inseln die interessanten Bereiche. Sie bilden wichtige Anhaltspunkte für Hechtstandorte, an denen wir entlang schleppen sollten. Auf Seen, die so tief sind, dass die Köder nicht entlang von Strukturen geführt werden können, bildet die Sprungschicht eine wichtige Orientierung – zumindest in der warmen Jahreszeit. Die Sprungschicht gibt den Tiefenbereich an, in dem die angenehmsten Temperaturen für die Fische herrschen. In diesem Bereich halten sich auch die meisten Fische bevorzugt auf. Und deshalb sollten dort auch die Köder laufen.

 

Technische Hilfe

 

Zur Grundausstattung beim Schleppangeln gehört immer ein Echolot. Nicht dass es die Fische anzeigen soll, die wir dann ansteuern. Aber das Echolot gibt Auskunft über die Gewässertiefe und die Bodenstrukturen. Und es zeigt auch die verschiedenen Temperaturbereiche des Wassers an. Ein gutes technisches Hilfsmittel bildet auch ein Kartenplotter, auf dem wir nicht nur sehen können, wo wir fahren, sondern auch, wo wir gefahren sind. So lassen sich kontrolliert Bahnen parallel suchen. Und man kann registrieren, wo man Bisse verzeichnet hat, um dort gegebenenfalls noch einmal entlang zu schleppen. Mit elektronischen Hilfsmitteln ist das Schleppen schon ein wenig technisiert. Aber auf großen Gewässern hat man oft nur so eine Fangchance. Und spätestens beim Drill ist das Angeln dann wieder eine Sache zwischen Angler und Fisch.

Name:

Schleppangeln

Weitere Namen:

Freihandschleppen, Schleppen, Schleiken, Litzeln

Methode:

Bootsangeln

Gruppe:

Raubfischangeln

Anfüttern:

Ohne Anfüttern

Minimale Rollengröße:

3000

Maximale Rollengröße:

20000

Minimale Rutenlänge:

180 cm

Maximale Rutenlänge:

300 cm

Rollenart:

Multirollen
Stationärrollen

Tipps und Tricks