ANGELN.de / Angel-Wiki

Angeltechnik Sbirulino

Sbiromontage, Horizontalzocker, Bombarde

  • Fische ganz gerne kleinste Spinner und selbstgebaute Wobbler hinter dem Sbiro... vor allem Barsche und auch die eine oder andere Forelle (bei den gelegentlichen Ausflügen mit dem Verein zum Hintersee in Berchtesgaden) bissen bei mir schon. Liebe diese Technik, weil sich auch kleine/leichte Köder sehr weit auf den See hinauskatapultieren lassen.

    gAblativus / 29.11.2015 - 16:53 Uhr
Du möchtest auf dieser Seite kommentieren oder dich mit anderen Usern austauschen?
Dann logge dich ein oder registriere dich.

Beschreibung

Der Wurm sinkt zu tief ab. Die Maden fliegen nicht weit genug raus. Der Twister läuft zu tief. Das sind Momente, in denen man einen Sbirulino braucht, um die Angeltechnik und die Fangaussichten zu ­verbessern.

 

Die Technik

 

Die Sbirulino-Technik wurde ursprünglich in Italien für das Angeln an Forellenseen entwickelt. In Italien werden regelrechte Wettkämpfe mit dieser Technik durchgeführt. Dabei ist das Sibrulino-Angeln längst nicht mehr auf Forellen und Forellenseen beschränkt.

 

Ein paar grundsätzliche Dinge zum Sbirulino

 

Nach ihrem Sinkverhalten kann man drei verschiedene Modelle unterscheiden: schwimmende, schwebende und sinkende Sbirulinos. Aus ihrem Schwimmverhalten ergibt sich zwangsläufig auch ihr Einsatzgebiet. Mit schwimmenden Sbirus wird an der Ober­fläche oder in Oberflächennähe geangelt. Selbst wenn der Köder absinkt, bewegt er sich doch hinter dem Sbirulino weit oben.

 

Die schwebenden oder langsam sinkenden Modelle sind inzwischen wohl die am häufigsten verwendeten. Sie decken schließlich auch den größten Gewässerbereich ab. Denn mit ihnen kann man den Köder in verschiedenen Tiefen anbieten. Dadurch kann man sich gut an unterschiedliche Gewässer und Situationen anpassen.

 

Schnell sinkende Sbirus sind besonders für tiefe Gewässer gedacht. Gewöhnlich sind diese Modelle nicht nur schwerer, sondern auch schlanker, damit sie schnell auf Tiefe kommen. Bei den schnell sinkenden Sbirulinos ist der Körper insgesamt schwerer, zudem kann sich aber in der Mitte oder am Ende des Körpers noch ein Metallgewicht befinden. Auf vielen sinkenden Sbirulinos steht die Bezeichnung AFF (für Affondanti = sinkend) und eine Ziffer zwischen 0 und 7. Je höher diese Ziffer, desto schneller sinkt der Sbirulino.

 

Aber auch unter den schwimmenden und schwebenden Modellen gibt es inzwischen schwere Ausführungen. Mit Gewichten von 80 bis 100 Gramm sind sie schwer genug, um mit ihnen gegen den Wind zu werfen. Und trotz ihres Gewichts sinken sie nicht unerwünscht tief ab.

 

Klare Vorteile

 

Welchen Vorteil bietet ein Sbirulino gegenüber einer klassischen Wasserkugel? Oder welchen gegenüber einem Olivenblei, dass den Köder auch in die Tiefe bringt? Sbirulinos wurden dazu entwickelt, einen Köder weit zu werfen und ihn in unterschiedlichen Tiefen mit unterschiedlichen Bewegungen anzubieten. Verschiedenste Köder – Streamer. Blinker, Wobbler, Würmer, Maden, Teig usw. – lassen sich mit diesem Gerät weit hinaus befördern. Dabei sind die Variationsmöglichkeiten beim Einholen und Anbieten des Köders vielfältiger als mit irgendeinem anderen Hilfsmittel. Einige sinkende Sbirulinos sind mit einem beweglichen Messingzylinder als Gewicht versehen. Durch Verschiebung dieses Zylinders kann die Sinkgeschwindigkeit und das Laufverhalten verändert werden.  Schwimmende Sbirus kann man auch ganz einfach wie eine Pose verwenden. Mit einem austauschbaren Gewicht kann man bei einigen Modellen den Auftrieb des Schwimmkörpers variieren.

Bei einem anderen Modell besteht der Körper aus mehreren Teilen. Je nachdem, mit wie vielen Teilen man ihn zusammensetzt, sinkt er schneller oder langsamer. Dann gibt es Modelle, bei denen der Körper zweiteilig ist. Ohne die Montage zu verändern, kann man den Körper entfernen und gegen einen anderen austauschen.

 

Neuerdings bekommt man auch Sbirulinos mit kleinen Kugeln, die lärmen wie ein Rasselwobbler. Diese Modelle haben sich schon sehr gut bewährt. Ihre Lockwirkung ist unbestritten. Sie ziehen die Aufmerksamkeit der Fische auf sich, die damit auch den Köder entdecken, der hinter dem Rassel-Sbiru läuft.

 

Wechselnde Tiefen

 

In welcher Tiefe man den Köder anbietet und welchen Sbirulino man dementsprechend wählt, hängt natürlich davon ab, in welcher Tiefe die Forellen sich aufhalten. Der Aufenthaltsbereich der Forellen ist im Frühjahr am schwierigsten zu bestimmen. Im Frühjahr werden die Wasserschichten durch Wind und Regen durcheinander gebracht. Man muss die Tiefe, in der sich die Forellen aufhalten, systematisch suchen. Dafür eignet sich am besten ein schwebender Sbirulino, den man in unterschiedlichen Tiefen führen kann.

 

Ab Mai ziehen die Forellen gewöhnlich durch die oberste Wasserschicht. Man sieht sie dann oft regelrecht durchs Wasser furchen. Im Mai und Juni fressen die Forellen dicht unter der Oberfläche. Köder wie Maden und Würmer muss man dann sehr hoch anbieten. Oft sinkt der Köder an einem langen Vorfach zu tief ab, so dass man besser einen kleinen Auf­triebskörper auf dem Vorfach anbringt. Um große Forellen zu fangen, bietet man besser einen kleinen Wobbler oder einen Streamer an.

 

Zeit zum Absinken

 

Wenn die Wassertemperatur im Sommer stark ansteigt, suchen die Forellen tiefere Wasserschichten auf. Tiefer stehen sie auch im Winter, wenn das Wasser in der Tiefe am wärmsten ist. Das ist die Zeit der sinkenden Sbirulinos. Dabei lassen sich nicht nur Naturköder, sondern auch Kunstköder wie Spinner und Blinker hinter dem Sbirulino anbieten. Aufgrund ihres hohen Eigengewichts muss man solche Köder aber mit einer höheren Geschwindigkeit einholen.

Die klassische Sbirulino-Montage sieht so aus: Der Sbirulino wird, mit dem Röhrchen zuerst, auf die Hauptschnur gezogen. Danach wird – als Puffer – eine Gummiperle aufgezogen. An das Ende der Hauptschnur wird ein dreifacher Wirbel gebunden, der das Verdrallen der Schnur verhindern soll. An den Wirbel kommt das 1,5 bis 2,0 Meter lange Vorfach (Zeichnung 1). Manche nehmen das Vorfach sogar noch länger. Das bedeutet, dass beim Auswerfen ein langes Schnurende von der Rutenspitze herabhängt. Dafür brauchen wir schon eine Rute von 3,6 bis 3,9 Meter Länge. Die Rute sollte eine parabolische Aktion haben und dabei möglichst sensibel sein.

Den Lauf des Köders bestimmt der Angler zum einen durch die Wahl des Sbirulinos und zum anderen durch seine Bewegungen beim Einholen. Wenn man dicht unter der Oberfläche fischt, hält man die Rute mit erhobener Spitze und holt den Köder gleichmäßig ein. Zeigen die Fische Interesse, beißen aber nicht zu, dann hilft es, zwischendurch kurz abzustoppen und wieder einzuholen. Bei einem schwebenden oder sinkenden Köder hält man die Rute mit der Spitze zur Wasseroberfläche. Eingeholt wird in einem unregelmäßigen Tempo mit Wechseln zwischen schnellen Kurbelumdrehungen und kurzen Stopps.

Den Köder spielen lassen, lautet das Motto, mal schnell, mal langsam, das verlockt zum Anbeißen. Je nachdem, wo sich das Gewicht am Sbirulino befindet, fallen die Bewegungen des Köders aus, wenn man rhythmisch einholt und abstoppt. Liegt das Gewicht in der Mitte, und der Sbirulino sinkt waagerecht ab, läuft der Köder in Wellenbewegungen (Zeichnung 2). Befindet das Gewicht sich am Ende des Sbirulinos macht der Köder schnellere Auf- und Abbewegungen (Zeich­nung 3). In ersten Fall läuft der Köder also ruhiger und gleichmäßiger, im zweiten Fall unruhiger und sprunghafter. Je nach Temperatur des Wassers und Aktivität der Fische empfiehlt sich mal die schnellere und mal die langsamere Bewegung.

 

Die Bisse kommen manchmal knallhart. Manchmal kündigen sie sich aber auch vorher mit kurzen, zaghaften Zupfern an. Bei solchen Zupfern ist äußerste Disziplin gefragt. Man darf nicht überhastet anschlagen, sondern muss den Köder weiter an straffer Schnur einholen. Irgendwann packt der Fisch dann richtig zu, und dann hängt er auch.

Name:

Sbirulino

Weitere Namen:

Sbiromontage, Horizontalzocker, Bombarde

Methode:

Spinnfischen

Gruppe:

Forellensee

Anfüttern:

Ohne Anfüttern

Minimale Rollengröße:

2500

Maximale Rollengröße:

5000

Minimale Rutenlänge:

360 cm

Maximale Rutenlänge:

450 cm

Rollenart:

Stationärrollen

Tipps und Tricks