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Angeltechnik Pilken

Kutterangeln

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Beschreibung

Dorsche zu fangen macht Spaß. Auch weil’s meistens richtig gut beißt! Für Ihren ersten Dorsch empfehlen wir Ihnen den Klassiker mit einem Hauch von Abenteuer: Pilken vom Kutter aus. Dorsche sind ein Glück für uns Angler. In der Nordsee und vor allem in der Ostsee ist ihr Bestand seit Jahren hervorragend. Oft genug liegt das Tages-Ergebnis eines Angelkutters bei 200 bis 300 Dorschen. Gehen wir von einem voll belegten Kutter mit 45 Mann aus, macht das einen Durchschnitt von vier bis sieben Dorschen pro Nase! Die wiegen dann meistens so drei oder vier, manchmal aber auch mehr als zehn Pfund. Für Angler in Binnengewässern sind das magische Ergebnisse. An Supertagen bringen die Kutterkapitäne auch mal 500 Fische und jede Menge zufriedene Gesichter zurück zum Hafen. Selbst an einem schlechten Angeltag gibt es meistens noch um die 50 Dorsche und nur wenige Schneider unter den Anglern. Somit wäre der Dorsch wegen der hohen Erfolgs-Quote eigentlich der perfekte Einsteigerfisch.


Keine Angst vor hoher See

 

Wenn, ja wenn wir da nicht den Spruch unserer besorgten Mütter noch in den Ohren hätten: „Kind, Wasser hat keine Balken!“ Dieser Respekt vor dem Wasser schreckt den einen oder anderen Sportfreund von dem Abenteuer Kuttertour ab. Und manchmal auch der schwache Magen. Die wenigen Angler, die zur Seekrankheit neigen, sollten sich einen Angeltag mit 0 bis 3 Windstärken aussuchen. Der Langzeit-Wetterbericht ist dafür immerhin ein grober Richtwert. Wer erprobt seefest ist, braucht auch bei fünf bis sieben Windstärken das raue Meer nicht zu scheuen. Ab Windstärke acht bleiben dann sogar die Kutter im windgeschützten Revier vor der Dorsch-Hochburg Heiligenhafen zu Hause. Wegen des großen Angebotes an Angelplätzen und der günstigen Lage mit der vorgelagerten Insel Fehmarn ist Heiligenhafen ein guter Tipp für Ihre erste Dorsch-Tour!


Wechselnde Tiefen

 

Im Sommer und im Winter wird in großen Tiefen zwischen 20 und 30 Metern geangelt. Wenn bei diesem tiefen Wasser der Kutter schnell treibt und die Strömung stark ist, sollte der Pilker 120 bis 180 Gramm wiegen. Entsprechend starke Ruten sind dann erforderlich. Im Frühling und Herbst sind die Dorsche näher unter Land, und die Kutter liegen häufig über 8 bis 12 Meter flachem Wasser. Dann können Sie auch mit Ruten von 50 bis 100 Gramm Wurfgewicht und ebenso leichten Pilkern hervorragend angeln. Die Pilker-Standardgröße in dieser Zeit liegt bei 75 Gramm. Wundern Sie sich bitte nicht, wenn Sie über flachem Wasser den Grund der Ostsee erkennen! Der Kapitän fährt vor allem im Herbst ganz gezielt diese flachen Stellen an, weil hier die meisten Dorsche sind. Auf dem Kutter haben Sie auf einem Angelplatz zwei verschiedene Situationen. Der Kapitän präsentiert Ihnen einmal die Seite, auf der der Pilker vom Boot wegtreibt. Auf dieser Abdrift-Seite machen Sie einen kurzen Wurf oder lassen den Pilker einfach über die Bordwand fallen. Die andere Seite ist die, auf der Ihr Pilker unters Boot treibt. Diese Andriftseite bringt oft die meisten Dorsche, weil Sie vor den Kollegen auf der Abdrift am Fisch sind. Schließlich treibt das Boot auf die Dorsche zu. Hier werfen Sie so weit Sie können aus. Das gilt vor allem beim Angeln im Flachwasser, weil der Schatten des Schiffes hier eine Scheuchwirkung auf die Dorsche hat.


Farbe ins Wasser!

 

Zur Rutenwahl gebe ich Ihnen folgende Faustregel: Mit einer etwa 3,50 Meter langen, harten Rute macht man den weiteren Wurf. Die typische Pilk­rute ist 3 Meter lang. Harte Ruten eignen sich jedoch nur für monofile Schnüre. Wenn Sie mit geflochtener Schnur angeln möchten, sollte die Rute weich sein, damit der Haken im Drill nicht ausschlitzt. Kaufen Sie in jedem Fall eine gefärbte Schnur in Gelb, Rot oder Fluo-Grün. So können Sie (und Ihr Nachbar!) immer erkennen, wo die Schnur ins Wasser läuft. Das erleichtert die Kontrolle des Pilkers. Das Pilken an sich ist eine ganz einfache Geschichte, bei der im Grundsatz gilt: Der Pilker muß immer am Grund geführt werden. Wenn er im Freiwasser läuft, ist er für den Dorsch uninteressant. Lassen Sie ihn einfach durch Bewegungen mit der Rutenspitze spielen. Auf der Andriftseite müssen Sie weiter mit der Spitze ausholen als auf der Abdriftseite. Dort kann es sich lohnen, den Pilker einfach nur anzuhalten und immer wieder etwas Schnur freizugeben, damit er nicht auftreibt sondern erneut zum Grund sinkt. Verzichten Sie auf dicke 0,50er oder 0,60er Schnüre. Mit diesen Seilen bieten Sie der Strömung zu viel Widerstand, und der Pilker treibt zu schnell ab. Das tut er auch, wenn Sie zu viele Beifänger benutzen. Zwei Twister oder Dorschfliegen sollten reichen, besser nehmen Sie nur einen zusätzlichen Köder. Mit einer 0,35er oder 0,40er Schnur sind Sie gut beraten. Große Dorsche müssen Sie ohnehin nicht selbst ins Boot heben. Der Bootsmann landet den Fisch für Sie mit dem Gaffhaken. Ich weiß, Sie wollen gleich los zum Dorschangeln. Aber lassen Sie mich abschließend noch ein Wort zu den Köderformen und Farben sagen. Über das gesamte Angeljahr haben sich Pilker in Orange-Silber und Rot-Grün bewährt. Es gilt der Grundsatz: Orange-Silber bei hellem Wetter, Rot-Grün bei dunklem Wetter. Als Beifänger hat der japanrote Jig (Twister) mit gelbem Bleikopf schon echten Kult-Status erreicht. An manchen Tagen wird er allerdings von schwarzen Beifängern noch übertroffen. Nun wünsche ich Ihnen eine gute Reise in einen der Dorsch-Häfen und volle Fischkisten – damit an Ihrer Angel der Dorsch los ist!

Name:

Pilken

Weitere Namen:

Kutterangeln

Methode:

Bootsangeln

Gruppe:

Meeresangeln

Anfüttern:

Ohne Anfüttern

Minimale Rollengröße:

3000

Maximale Rollengröße:

6000

Minimale Rutenlänge:

240 cm

Maximale Rutenlänge:

330 cm

Rollenart:

Multirollen
Stationärrollen

Tipps und Tricks

Der Neuling auf einem Angelkutter sollte folgende Ratschläge beherzigen:

 

1.         Nehmen Sie vorsichtshalber ein Medikament

            gegen Seekrankheit mit. Zum Beispiel

            Rodavan-Tabletten.

 

2.         Schauen Sie, wie und wohin Ihr Nachbar

            wirft. So ersparen Sie sich die Zeit fürs

            Entwirren von Perücken und für derbe

            Wortwechsel.

 

3.          Sparen Sie nicht an wind- und wasserdichter

            Kleidung. Ölzeug oder Gore-Tex-Kleidung

            sind besonders empfehlenswert.

4.         Schauen Sie vor dem Auswerfen, ob sich in

            Ihrem Aktions-Radius andere Angler befinden.

            Ein Drilling im Ohr ist schlimm, aber er kann

            auch ins Auge gehen!

 

5.          Rufen Sie nach dem Gaff, wenn Sie einen

            großen Fisch zur Oberfläche gepumpt haben.

            Ihnen wird dann so schnell wie möglich

            geholfen.

 

6.          Werfen Sie erst aus, wenn die Hupe ertönt

            und beenden Sie das Angeln, sobald

            abgehupt wird.

 

7.          Nehmen Sie kein Essen mit an Bord. Sie

            können sich an Bord der Angelkutter heiße

            Getränke und Essen kaufen.