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Angeltechnik Lipless Crankbaits

Wobbler-Lipless-Crankbait, Wobbler-Horizontalwobbler

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Beschreibung

Die einen nennen sie Vertikal-Wobbler, die anderen sprechen von Rassel-Wobblern. Was in beiden Fällen gemeint ist, nennen die Amerikaner, die diesen Wobbler entwickelt haben, Lipless Crankbaits. Das schreit nach Aufklärung. Hier kommt sie: Diese Wobbler sind unschwer als etwas Eigenes zu erkennen. Dabei werden sie wie andere korpulente Wobbler benutzt, die ein eigenes Bewegungsmuster haben. Wir sprechen dann in gutem Amerikanisch von Crankbaits, also Wobbler, die eigentlich nur gleichmäßig eingekurbelt werden müssen. Die Lauftiefe wird bei den „normalen“ Crankbaits durch die Größe und Stellung der Tauchschaufel bestimmt. Aber es gibt eben auch eine Gruppe von Wobblern, die hat gar keine Tauchschaufel. Das sind die sogenannten Lipless Cranks. Lipless heißt ohne Lippe – die Amerikaner bezeichnen die Tauchschaufel nämlich als Lippe.


Gar nicht so neu

 

Lipless Cranks wirken futuristisch, wie eine Form, die gerade erst entwickelt wurde. Dabei hat Bill Lewis, der Vater dieser Wobbler, die Form bereits in den 1960er Jahren entwickelt. Sein Rat-L-Trap ist gewissermaßen der Urvater der Lipless Cranks. Und auch heute noch ist dieser Wobbler ein Top-Köder.

Inzwischen haben viele Firmen das Prinzip dieses Köders übernommen und variiert. Dabei sind viele sehr gute Wobbler entstanden, von denen man gar nicht sagen kann, welcher am besten ist. Denn sie haben teilweise unterschiedliche und jeweils ihre eigenen Stärken.Mit Metallkugeln im Körper ist schon der Rat-L-Trap auf Lautstärke angelegt. Teilweise wurde versucht, noch lautere Modelle zu konzipieren. Bei dem Screamin’ Devil, dem Schreienden Teufel von Spro ist der Lärm Programm. Vielleicht ist er auch tatsächlich der Lauteste. Eine neue Form des Klangkörpers hat Rapala mit dem Clackin’ Rap entwickelt. Von außen sichtbar hat der Wobbler in seiner Körpermitte eine Metallkammer, in der sich eine Bleikugel bewegt. Der Klang von Metall auf Metall erzeugt einen dumpfen Ton, der weithin hörbar ist. Zudem lockt dieser Crank mit seinen Vibrationen. Es gibt auch noch viele etwas dezentere Lipless Cranks, die weniger durch Lautstärke, dafür aber durch ausgeklügelte Bewegungen und Vibrationen bestechen. Die Wobbler der TN-Serie von Illex gehören zu diesen fein arbeitenden Fängern. Die grimmig dreinschauenden Rockets von Abu wirken sehr kompakt und schwer. Sie sind die besten Beispiele dafür, dass man mit diesen Ködern auch große Wurfweiten erzielen kann. Viele der lippenlosen Wobbler sind als schwere sinkende Modelle ausgelegt. Sie kommen ganz von selbst auf Tiefe. Es gibt aber auch schwimmende Modelle, die erst auf Zug abtauchen. Die Funktion der Tauchschaufel übernimmt die abgeflachte Oberseite des Kopfes. Auf sie wirkt der Wasserdruck, der das Abtauchen des Wobblers bewirkt. Die Schnur wird an einer Öse auf dem Rücken befestigt. Je weiter diese Öse hinten sitzt, desto tiefer taucht der Wobbler ab. Modelle mit zwei hintereinander angebrachten Ösen zeigen, je nachdem, an welcher Öse sie geführt werden, unterschiedlich intensives Tauchverhalten.


Köderführung

 

Charakteristisch für alle Crankbaits ist, dass sie eine verführerische Eigenbewegung haben, der man (eigentlich) nichts mehr hinzufügen muss. Deshalb besteht die einfachste Variante, diese Wobbler anzubieten, darin, sie gleichmäßig durchs Mittelwasser oder auch etwas höher einzukurbeln. Bei den besten Lipless Cranks spürt man im Rutengriff die wackelnde, vibrierende Bewegung des Köders beim einfachen geraden Lauf. Man hat dann praktisch immer im Gefühl, dass der Köder gut läuft. Wie bei nahezu allen Wobblern tut man gut daran, eine gewisse Unregelmäßigkeit in den Lauf zu bringen. Das erreicht man mit zwischenzeitlichen Stopps oder Temporeduzierungen, wodurch der Wobbler absinkt. Anschließende Temposteigerungen lassen ihn dann wieder aufsteigen. Für den bereits erwähnten Clackin’ Rap von Rapala wird noch eine andere Köderführung empfohlen: Man soll ihn zum Boden absinken lassen, durch eine ruckartige Rutenbewegung anziehen und wieder auf den Boden sinken lassen. Beim Absinken entfaltet er durch Geräusche und Vibrationen seine verlockende Wirkung. Diese Art der Köderführung erinnert sehr an die Technik des Pilkens. Statt im gleichbleibenden Rhythmus Auf- und Abbewegungen des Wobblers zu erzeugen, kann man ihn auch in längeren Phasen über Grund führen und in größeren Abständen absacken lassen. So kreiert man mit dem Köder Strecken und Unterbrechung und damit zwei unterschiedliche Bewegungen, auf die am Boden lauernde Räuber reagieren. Schließlich gibt es noch eine Möglichkeit, diesen Wobbler einzusetzen. Sie hat sogar dazu geführt, dass die Köder den irreführenden Beinamen „Vertikalwobbler“ bekommen haben.  Bootsangler in den Niederlanden haben die Wobbler tatsächlich beim Vertikalangeln senkrecht unter dem Boot angeboten. Mit leichtem Heben und Senken kann man sogar die Rasselkugeln zum Klingen bringen. Auch so fangen die Lippenlosen. Und ehe wir es vergessen: Lipless Cranks eignen sich auch sehr gut zum Schleppen. Besonders Hechte reagieren gut auf die großen Modelle beim Schleppen. Obwohl man es ihnen kaum ansieht, haben die Lipless-Köder meistens gute Flugeigenschaften. Also, man kommt schon auf Weite mit ihnen. Was nicht jedes Modell verträgt: hohe Geschwindigkeit beim Einholen. Hier unterscheiden sich gute von schlechten Modellen. Während die guten alles mitmachen, verlieren die schlechten das Gleichgewicht und kippen auf die Seite. Das spürt man sofort in der Rute, da in dem Moment der rüttelnde Zug des Köders abbricht.


Einsatzgebiete

 

In Amerika werden die Lipless Crankbaits bevorzugt für das Schwarzbarschangeln eingesetzt. Speziell bei der Barschsuche über Seegrasfeldern kommen sie zum Einsatz. Denn im Kraut versteckte Räuber reagieren sehr gut auf die lauten Köder, die sie manchmal zwar nicht sehen, dafür aber umso besser hören können. Außerdem schneiden diese Köder auch gut durchs Gras, ohne daran hängenzubleiben. Bei uns geht man mit den lippenlosen Wobblern nicht auf Schwarzbarsche. Deshalb angelt man mit ihnen auch anders. Und da gibt es schließlich viele Möglichkeiten. Die beschriebenen Führungstechniken haben schon gezeigt, dass man diese Wobbler ganz anders und auf viele verschiedene Räuber einsetzen können. Und das in nahezu jedem Gewässer. In schnell fließenden Flüssen kann es allerdings Schwierigkeiten geben, wenn der Wasserdruck auf die hohe Flanke des Köders trifft. Die lauten Wobbler werden häufiger als Sommerköder bezeichnet, mit denen träge Räuber geweckt und zum Biss provoziert werden. Das ist auch tatsächlich eine Domäne dieser Wobbler, von denen die lärmenden auch als „Rassel-Wobbler“ bezeichnet werden. Denn es gelingt doch immer wieder, müde Raubfische damit zu ärgern. Vielleicht ist ärgern sogar das treffendste Wort, denn nicht immer führt der Ärger zu Aggression und einem Biss. Es kann auch passieren, dass der Lärm dazu führt, die Raubfische zu vergrätzen. Dabei hätte man sie mit einem dezenteren Köder durchaus fangen können. Lipless Crankbaits können also sensationell gute, aber eben auch genauso schlechte Wirkung haben. Das ist durchaus tagesabhängig. Ob die Räuber diesem Köder die Zähne zeigen und die Schwanzflosse, das muss man letztlich ausprobieren.

Name:

Lipless Crankbaits

Weitere Namen:

Wobbler-Lipless-Crankbait, Wobbler-Horizontalwobbler

Methode:

Spinnfischen

Gruppe:

Raubfischangeln

Anfüttern:

Ohne Anfüttern

Minimale Rollengröße:

1000

Maximale Rollengröße:

3000

Minimale Rutenlänge:

180 cm

Maximale Rutenlänge:

210 cm

Rollenart:

Multirollen
Stationärrollen

Tipps und Tricks