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Angeltechnik Grundmontage

Laufblei, Grundbleimontage, Grundangeln

  • Super Jungs :)

    Letti / 12.08.2012 - 22:31 Uhr
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Beschreibung

Auf den ersten Blick erscheint Grundangeln einfacher als Posenangeln. Das Bodenblei erreicht jede Entfernung und Tiefe. Es bringt den Köder an der gewünschten Stelle zum Grund und hält ihn dort fest. Die Fische können ihn in Ruhe aufnehmen. Ohne Pose fehlt jedoch der Blickkontakt zum Köder. Wo genau befindet er sich? Wird er gerade von einem Fisch geprüft, angesaugt, ins Maul genommen? Den Köder fanggerecht zu servieren und den Anbiss sichtbar zu machen, darin besteht beim Grundangeln die Kunst. Ähnlich wie beim Stippen kommt es darauf an, das Gerät und die Bleimontage dem Gewässer und den Fischen anzupassen.

 

Mit Laufblei am Fluss

 

Beginnen wir mit dem Angeln in fließenden Gewässern. Dazu eignet sich eine 3 bis 4 Meter lange Grundrute für ungefähr 20 bis 50 Gramm Wurfgewicht mit einer leichten Stationärrolle und monofiler Hauptschnur von 0,25 mm. Bleikugel, Bleiolive und Sechskantblei (Sargblei) sind die bekanntesten Bleiformen. Sie sind durchlocht und werden als „Laufblei“ auf die Schnur gefädelt. Ein Karabinerwirbel am Ende der Hauptschnur nimmt das Vorfach auf. Damit das Blei nicht den Knoten beschädigt, ziehe ich vor dem Anknüpfen des Wirbels eine Perle oder ein Stückchen Silikonschlauch auf die Schnur.  Sechskantblei haftet gut am Boden und eignet sich am besten, um den Köder in der Strömung festzulegen. Kugeln und Oliven rollen, wenn die Strömung auf die Schnur drückt. Daher können Sie mit diesen Bleiformen den Köder langsam am Boden entlang wandern lassen und so eine Fluss-Strecke systematisch absuchen. Festgelegter Köder im Winter auf träge Fische, wandernder Köder im Sommer auf aktive Fische, so lautet eine Faustregel für die Wahl von Bleiform und -gewicht. In Naturflüssen mit Krautbewuchs muss das Blei fest liegen, sonst würde es unweigerlich in die Kraut-Fahnen treiben und Hänger verursachen.

 

Spitze als Bissanzeiger

 

Das ca. 70 Zentimeter lange Vorfach Stärke 0,20 bis 0,22 wird in den Karabiner eingehängt. Die Hakengröße richtet sich nach dem Köder, dieser nach Fischart und Jahreszeit. Hier ein paar Beispiele: Haken Größe 6 für Tauwurm, Käsestücke und Frühstücksfleisch auf Döbel und Barben; Größe 2 für große Brocken Käsepaste auf Döbel im Sommer; Größe 10 bis 14 für Maden, Mistwürmer und kleine Stücke Teig oder Brotkruste auf Rotaugen und Brassen sowie auf Döbel im Winter.  Der Fisch hat den Köder am Grund entdeckt, er nimmt ihn auf, schwimmt damit weg. Die Rutenspitze meldet den Anbiss durch mehr oder minder deutliches Zucken, also anschlagen! Die Vorboten für den Biss können Sie erspüren, indem Sie die Schnur vor der Rolle mit dem Zeigefinger kontrollieren. Noch bevor die Rutenspitze ausschlägt, spüren Sie in der Schnur, wie der Fisch den Köder betastet und prüft. Vermutlich deshalb wird das Grundangeln auch als „Spürangeln“ bezeichnet. Nicht immer ist der Anbiss beim Angeln mit dem Bodenblei leicht anzuschlagen. Manchmal kommt er ruckartig und heftig, und der Anschlag geht ins Leere. Dann hat der Fisch den Widerstand des Bleis zu früh bemerkt und den Köder wieder losgelassen. Ein anderes Mal ziehen Sie einen leeren Haken aus dem Wasser, ohne einen Biss erkannt zu haben. Dann hatte der Fisch zu viel Spielraum. Wenn Sie das Vorfach verlängern (im ersten Fall) oder verkürzen (im zweiten), bekommen Sie die Fische vielleicht an den Haken.

 

Mit Wirbel und Seitenarm

 

Die meisten Störungen bei der Biss-Übertragung vom Haken zur Rutenspitze gehen jedoch vom Blei aus. Das Laufblei „läuft“ nämlich nur theoretisch frei auf der Schnur. In der Praxis liegt es oft quer oder verkantet sich am Boden, so dass es den Schnur-Durchlauf bremst oder blockiert. Bleie mit eingegossenem Wirbel sind daher oft die bessere Wahl, vor allem bei den feineren Formen des Grundangelns auf Rotaugen, auf Brassen und auf Winter-Döbel. Nur die Öse des Wirbels gleitet auf der Schnur, so wird der Widerstand beim Biss erheblich verringert. Auch diese Wirbel-Bleie gibt es in verschiedenen Formen. Die bekannteste und vielseitigste ist das Birnenblei. Dank seiner Tropfenform fliegt es sehr gut und lässt sich weit werfen. In der Strömung eignet es sich eher zum Angeln mit treibendem Köder. Flachbleie in Teller- oder Dreikantform halten den Köder fest am Grund. Auch das bewährte Sargblei kann man mit einem Wirbel versehen. Bei vorsichtigen Fischen, in langsamer Strömung und erst recht in stehenden Gewässern ist eine noch sensiblere Blei-Montage erforderlich. Befestigen Sie das Grundblei an einem 10 bis 20 Zentimeter langen Seitenarm zur Hauptschnur, dann kann es beim Anbiss gar keinen Widerstand mehr leisten. Selbst wenn das Blei in weichen Grund oder Bodenbewuchs ein wenig einsinkt, wird der Biss ungestört zur Rutenspitze übertragen.

 

Feine Bissanzeiger

 

Nur muss er dort auch sichtbar werden. Bei einem kräftigen Barben-Biss in der Strömung ist das kein Problem. Die Fische nehmen den Köder entschlossen und haken sich oftmals selbst, die Spitze schlägt entsprechend heftig aus. Wenn hingegen ein Rotauge an den Maden nibbelt oder eine Schleie vorsichtig den Rotwurm prüft, reagiert die Rutenspitze allenfalls durch leichtes Zittern. Dieser Überlegung verdankt die Zitterspitze (Bibberspitze, engl. Quivertip) ihre Geburt. Das ist eine nadelfeine Verlängerung der Rutenspitze, die man in einen speziellen Endring einschrauben oder bei modernen Ruten für die leichte Grundangelei (sog. Winklepicker) in die hohle Spitze einstecken kann. Zitterspitzen gibt es in unterschiedlichen Stärken von steifen Kohlefaserspitzen für die Strömung bis hin zu extrem weichen Glasfaser-Spitzen für stehende Gewässer.  Noch sensibler reagiert die Schwingspitze (engl. Swingtip). Sie hängt im Winkel von ca. 120 Grad von der Rutenspitze herab und meldet auch die feinsten Bisse, die selbst an der Bibberpitze nur andeutungsweise zu sehen wären. Die Schwingspitze ist damit der ideale Bissanzeiger beim Angeln in stehenden Gewässern. Allerdings brauchen Sie etwas Übung, um mit diesem Gerät zu werfen. Bei hektisch ausgeführten Würfen schlägt die Schwingspitze nämlich über, was zur Verwicklungen oder gar zum Reißen der Schnur führt. Damit kommen wir noch einmal zurück zu den Schnüren. Eingangs hatte ich eine Hauptschnur von 0,25 mm empfohlen. Auf Barben und große Döbel in der Strömung darf es auch 0,30 mm mit entsprechend stärkerem Vorfach sein, sonst gehen die besten Fische verloren. Beim Grundangeln auf Brassen und Rotaugen in langsamer Strömung oder im Stillwasser müssen Sie erheblich feiner fischen. Dafür sollten Sie eine Spule Ihrer Rolle mit Hauptschnur 0,18 mm bestücken und Vorfächer von 0,14 bis 0,16 mm verwenden. Im Extremfall beim Angeln mit dem Winkelpicker an Kanälen und Häfen auf Winter-Rotaugen kommen die gleichen Schnüre zum Einsatz wie beim Posenangeln: Hauptschnur 0,14 bis 0,16 und Vorfächer von 0,10 bis 0,12 mm. Aber das sollte nicht Ihre erste Übung beim Grundangeln sein, sonst endet sie mit Enttäuschung.

 

Ruten-Stellungen

 

Egal ob mit Blei oder Futterkorb, beim Grundangeln spielt die richtige Ruten-Stellung eine wichtige Rolle. Beim Angeln mit treibendem Blei halten Sie die Rute in der Hand, um das Blei dirigieren zu können. Legen Sie den Griff auf Ihren Oberschenkel oder stützen Sie die Rute vorn in einer Rutenablage ab, damit die Spitze nicht vibriert und Schein-Bisse vortäuscht.

Beim Angeln mit festliegendem Köder, mit Futterspirale und Feeder wird die Rute abgelegt. An stehenden Gewässern sollte die Spitze zum Wasser zeigen und nur wenige Zentimeter über der Oberfläche liegen. So kann der Wind nicht in die Schnur greifen und mit der feinen Zitterspitze spielen. Am Fluss sollte die Rute möglichst viel Schnur aus dem Wasser halten und dem Strömungs-Andruck entziehen. Daher stelle ich sie hier schräg aufrecht in eine Ablage mit stabilem Erdspieß.

Name:

Grundmontage

Weitere Namen:

Laufblei, Grundbleimontage, Grundangeln

Methode:

Grundangeln

Gruppe:

Raubfischangeln

Anfüttern:

Mit Anfüttern
Ohne Anfüttern

Minimale Rollengröße:

3000

Maximale Rollengröße:

20000

Minimale Rutenlänge:

240 cm

Maximale Rutenlänge:

360 cm

Rollenart:

Stationärrollen

Tipps und Tricks