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Angeltechnik Brandungsangeln

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Beschreibung

Keulen was das Zeug hält!

 

Weite Würfe und durchdachte Montagen sind die Grundlage für erfolgreiches Angeln an den Küsten von Nord- und Ostsee, Plattfische die Hauptbeute. Viele Meeresangler-Karrieren beginnen während eines Strand­urlaubs mit einer handlangen Flunder. Der Süßwasser-Angler hat seine stärksten Grund- oder Karpfenruten mit an die Küste geschmuggelt, um beim abendlichen Ansitz an der Hafenmole vom Sonnenbaden und Burgenbauen mit der Familie zu “entspannen”. Zwei Rollen, ein paar schwere Grundbleie, langschenklige Aalhaken, Wirbel und Utensilien wie Messer, Zange etc. fanden problemlos Platz im Reisegepäck. Die notwendigen Köder - Wattwürmer - gibt‘s in jedem besseren Angelgeschäft vor Ort. Die ersten Fangerfolge stellen sich also bald ein, bleiben aber zwangsläufig bescheiden. Denn mit dem Süßwasser-Gerät muss der Angler sich auf wenige Fangstellen wie Häfen, Molen, Seebrücken beschränken, an denen tiefes Wasser in Wurfweite erreichbar ist. Und laue Sommerabende bieten nicht gerade die günstigsten Voraussetzungen für dicke Beute. Doch der passionierte Angler bekommt Lust auf Mehr (oder Meer), beschafft sich eine richtige Ausrüstung zum Brandungsangeln und kommt im Herbst zurück, wenn die ersten steifen Nordost-Stürme die letzten Badegäste von der Küste vertrieben haben.


Herbts und Winter beißt's am besten

 

Dann beginnt die beste Zeit auf Flunder und Dorsch.

Je weiter der Wurf, um so besser der Fisch. Das ist die einfache Grundregel beim Brandungsangeln. Wurfweiten von 80 Metern sollten Sie am offenen Meer erreichen. Experten schaffen 140 Meter und mehr. Das ist nicht immer nötig, bringt aber auch unter ungünstigen Bedingungen noch Fisch an den Haken. Kernstück der Ausrüstung ist die Brandungsrute, eine 3,90 oder 4,20 Meter lange Zweihand-Rute für 100 bis 250 Gramm Wurfgewicht. Sie sollte mit einem langen, rutschsicheren Griff, einem fest schließenden Schraubrollenhalter und weiten, hoch abstehenden (ggf. anklappbaren) Ringen ausgestattet sein. Gute Brandungsruten haben eine kraftvolle Aktion für weite Würfe und eine sensible Spitze für die Bissanzeige. Ein stabiler und standfester Rutenhalter nimmt die Rute auf. Er muss auch seitlich genügend Halt bieten, damit die Rute bei starkem Wind nicht heraus fliegt. Sehr gut eignen sich große Dreibein-Rutenhalter. Zur Rute passt eine große, salzwasserfeste Stationärrolle mit konisch geformter Spule, von der die Schnur gut abläuft. Rollen mit hoher Übersetzung für schnelles Einholen des Geschirrs sind vorteilhaft. Auf der Spule befinden sich mindestens 200 Meter Schnur von 0,35 mm Durchmesser. Da mit schweren Bleigewichten gefischt wird, entsteht beim Werfen ein enormer Druck auf die Schnur.


Schlagschnur ist Pflicht

 

Deshalb wird der Hauptschnur eine Schlagschnur von 0,60 mm vorgeschaltet, die etwa doppelt so lang ist wie die Rute. Beim Abwurf müssen sich einige Wicklungen der Schlagschnur auf der Rolle befinden. Hauptschnur und Schlagschnur verbindet man durch einen doppelten Clinch-Knoten. Montage für die Ostsee In Deutschland wird das Brandungsangeln hauptsächlich an der Ostsee-Küste betrieben. Dafür benötigen Sie birnenförmige Weitwurf-Bleie, die im Normalfall 140 Gramm, bei starkem auflandigem Wind bis zu 250 Gramm wiegen. Das Blei wird mit einem kräftigen Karabinerwirbel am Ende der Schlagschnur befestigt. Oberhalb davon bringt man zwei etwa 40 Zentimeter lange Mundschnüre (so heißen im Jargon der Brandungsangler die Vorfächer) von 0,30 mm als Seitenarme auf der Schlagschnur an. Bei ruhiger See sind längere Mundschnüre bis zu einem Meter, bei bewegter See kürzere vorteilhaft. An das Ende der Mundschnur wird ein langschenkliger Haken Größe 2 bis 1/0 geknüpft. Zuvor schlauft man eine oder zwei bunte Perlen auf das Vorfach, die mit einem Gummistopper fixiert werden. Diese verstärken den Reiz des Köders. Wattwürmer sind bei weitem die meist verwendeten Köder. Kleine, knackige Würmer halten besser am Haken als lange, schlappe. Damit der Wattwurm beim Wurf nicht vom Haken fliegt, müssen Sie ihn mit einer speziellen langen Ködernadel aufziehen. Ein exzellenter Köder, der erheblich besser am Haken hält, ist der Seeringelwurm. Beißzeit, wenn‘s dämmert Brandungsangeln macht natürlich nur Sinn, wenn sich die Zielfische - Plattfische und Dorsch - in erreichbarer Entfernung vom Ufer aufhalten. “Suche die Brandung”, heißt die erste Devise des Ostsee-Anglers. Bewegtes Wasser und auflandiger Wind bieten günstige Voraussetzungen. Ideal sind die Stunden, wenn sich nach lang anhaltendem Starkwind die See allmählich beruhigt, aber noch immer mit starken Wellen auf den Strand rollt.


Nachts kracht's

 

An ruhigeren Tagen ist Angeln in der Dämmerung und bei Nacht besonders aussichtsreich. Flache, rein sandige Küstenabschnitte beherbergen kaum Fische. Besser sind Strecken mit gemischtem Grund, der auch Kraut- und Muschelfelder enthält. Von erhöhter Warte auf einer Steilküste können Sie bei Tageslicht mit einer Polarisationsbrille Einblicke in die Bodenstruktur gewinnen und aussichtsreiche Fangplätze finden. Suchen und beobachten zahlt sich aus! Nun zum Fischen! Werfen Sie Ihre Köder so weit wie möglich hinaus, stellen Sie danach die Rute hoch aufgerichtet in den Halter. Spannen Sie die Schnur so lange nach, bis das Blei zu rutschen beginnt. Die hoch gestellte Rute soll möglichst viel Schnur aus dem Wasser und über den heran rollenden Wellen halten. Die Bisse werden durch Wippen der Rutenspitze angezeigt. Größere Fische beißen zumeist unverkennbar heftig und schlagen sich dabei selbst an. Bei vorsichtigen Bissen nehmen Sie über die Schnur Fühlung auf und schlagen - auch im Zweifelsfall immer - kurz und kräftig an. Einen gehakten Fisch müssen Sie zügig heraus drillen, damit er sich nicht in Kraut oder hinter Steinen festsetzen kann. Halten Sie dabei die Rute stets fast senkrecht und nutzen Sie den Wellengang, um den Fisch auf den Strand zu slippen. Bei Dämmerung und Dunkelheit haben sich an der Rutenspitze befestigte Knicklichter als Bissanzeiger bewährt. Eine Kopflampe zählt unbedingt zur Ausrüstung des nächtlichen Brandungsanglers, damit die Hände frei sind zum Beködern der Angel, zum Hantieren am Gerät und zum Versorgen der Beutefische. Erfahrene Brandungsangler platzieren ihre gesamte Ausüstung auf einer Plane und schaffen sich damit einen geordneten, sandfreien “Arbeitsplatz”.


Nordsee oder Ostsee

 

Bei Flut auf Butt An deutschen Nordseeküste ist Brandungsangeln nur von den seeseitigen Stränden der Inseln sinnvoll. Hollands Küsten bieten dagegen sehr gute Angelmöglichkeiten. Ebbe und Flut bestimmen an der Nordsee das Geschehen, ein Gezeiten-Kalender die Planungen des Anglers. Bei auflaufendem Wasser kommen die Fische heran, mit dem Ablaufen verschwinden sie wieder. Die Beißzeit beginnt vier Stunden vor dem Höchststand der Flut und endet zwei Stunden danach. Wenn die Abend- oder die frühen Morgenstunden mit der Flut zusammen fallen, ist beste Angelzeit. Ebbe und Flut verursachen in der Nordsee starke Strömungen. Daher müssen Sie gegenüber der Ostsee einiges an der Montage verändern. Das betrifft zuerst das Blei. Kantige Krallenbleie, die fest am Grund haften, mit 180 bis 250 Gramm Gewicht sind erforderlich, um den Köder am Platz zu halten. Kurze Mundschnüre von nur 20 Zentimetern sind besser als lange, an denen die Köder in der Strömung wedeln würden. Seeringelwürmer fangen oft besser als Wattwürmer, Lockperlen bringen nichts. Butt - die Sammelbezeichnung für die Plattfische Flunder, Kliesche und Scholle - ist die Hauptbeute. Mit viel Anglerglück können Sie an der holländischen Küste sogar einen der begehrten Wolfsbarsche fangen.

Name:

Brandungsangeln

Methode:

Grundangeln

Gruppe:

Meeresangeln

Anfüttern:

Ohne Anfüttern

Minimale Rollengröße:

5000

Maximale Rollengröße:

8000

Minimale Rutenlänge:

390 cm

Maximale Rutenlänge:

450 cm

Rollenart:

Multirollen
Stationärrollen

Tipps und Tricks

Bewährte Ostsee-Montagen: 40 cm lange Mundschnüre aus 0,30 mm Monofiler mit Lockperlen.


Bewährte Nordsee-Montagen: 20 cm lange Mundschnüre aus 0,30 mm Monofiler ohne Lockperlen. In beiden Gewässern kommen Bleie zwischen 100 und 250 Gramm zum Einstaz - je heftiger die Dünung, desto schwerer die Bleie. Vorzugsweise kommen Krallenbleie zum Einsatz.