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Angeltechnik Blinker

Spinnfischen-Blinker, Spinnangeln-Blinker

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Beschreibung

Ein Eisen oder viele


Ob Sie nun selber beim Kauf von Kunstködern Sammelleidenschaft entwickeln oder lieber nur ein einziges heißes Eisen schmieden wollen, wir schauen uns jetzt ein paar Metalle an, die für beides in Frage kommen. Wohl gemerkt nur ein paar, denn die Blechlawine ist kaum noch zu überschauen, aber es sind natürlich ein paar der Besten.

 

Vielleicht der beste Blinker überhaupt ist der Effzett-Blinker, ursprünglich von der Deutschen Angelgeräte Manufaktur (DAM) produziert und nach deren Gründer Fritz Ziegenspeck (FZ) benannt. Längst wird das Erfolgsmodell von vielen Firmen kopiert und unter verschiedenen Namen vertrieben. Nicht alle Kopien sind jedoch gelungen, und nur die besten haben auch die Eigenschaften, die den Effzett auszeichnen. Sein Blatt verbreitert sich nach hinten und ist dabei im hinteren Drittel gewölbt. Bei langsamer Führung taumelt er mit schwerfälligen Seitwärtsschlägen, wird das Tempo etwas erhöht, bricht er mit unregelmäßigen Bewegungen aus seiner Bahn aus. Das sollte der Spinnfischer unbedingt nutzen und von Zeit zu Zeit das Tempo variieren. Dazu aber später mehr. Zunächst halten wir fest: Der Effzett ist erste Wahl unter den Blinkern fürs stehende Gewässer. Wer nur einen einzigen Blinker haben möchte, hat hier einen Top-Kandidaten.


Auch so etwas wie ein Klassiker ist der Atom-Blinker der schwedischen Firma ABU. In seiner Grundform ist er dem Effzett sehr ähnlich, allerdings hat der Atom keine ebene, sondern eine gewellte Oberfläche. Das sorgt auf zweierlei Weise für mehr Unruhe: Das Wasser wird stärker verwirbelt und das Licht wird stärker reflektiert. Der Atom ist damit besonders interessant für trübes Wasser, in dem etwas verstärkte Reize erforderlich sind, um den Räubern Metall schmackhaft zu machen.

Flacher oder tiefer

 

Ein einfaches aber bestechendes Formen- und Bewegungskonzept hat der Loke von Falkfish. Er ist breit-oval, am unteren Ende etwas breiter, und über die ganze Länge leicht gewölbt. Für seine Maße ist er vergleichsweise leicht. Die Gleichmäßigkeit seiner Form führt auch zu gleichmäßigen, leichten Bewegungen. Der Loke empfiehlt sich für die langsame Köderführung besonders im flachen Wasser. Bei sehr klarem Wasser sollte man sich für eine dunklere der zahlreichen Farbvarianten entscheiden.  
Wollen Sie einen Blinker, mit dem Sie noch langsamer im Flachwasser fischen können? Dann käme der Pako-Blinker in Frage, benannt nach seinem Erfinder Paul Korver. Zunächst nur ein Geheimtipp für Kenner, wird er jetzt unter der Bezeichnung Splash-Blinker in großem Stil von Ultimate Hengelsport vertrieben. Diese Blinker sind sehr dünn und leicht, dadurch können, ja, müssen sie sehr langsam geführt werden, ansonsten flattern sie zu sehr. Sie eignen sich übrigens auszeichnet zum Schleppen, wozu sie ursprünglich auch gedacht waren.  
Setzen wir dem Leichtgewicht noch einen schweren Brocken entgegen, und zwar den Safir von Mosca, der von Exori vertrieben wird. Vorne spitz, hinten stumpf, überzeugt er in der Luft mit guten Flugeigenschaften und im Wasser mit schwerfälligem Taumeln. Mit den dickblechigen Modellen dieses Blinkers können wir weit werfen und die tieferen Bereiche des Sees gezielt abfischen.

Noch ein Trumpf


Nicht aus Respektlosigkeit wurde bislang der Name einer Legende verschwiegen: Der Heintz-Blinker gehört natürlich hierher, auch wenn er ein Zwischending von breitem Stillwasser- und schlankem Fließwasser-Blinker ist. Deshalb begegnen wir ihm auch im nächs­ten Kapitel über das Blinkern am Fluss noch einmal. Keine Frage, der Heintz-Blinker ist auch einer der besten Blinker für den See, aber er ist schwierig. Seine Führung erfordert viel Übung und Gefühl, sonst läuft er ständig zu hoch und bewegt sich nicht so verlockend wie er es eigentlich könnte. Der Heintz ist ein Trumpf, aber nur für den, der ihn zu spielen versteht.
Nun hätten wir also alles, ein Erfolgs-Modell, etwas für helles und trübes, für flaches und tiefes Wasser, und obendrein noch einen Trumpf. Jetzt kommt es ganz darauf an, mit ihnen das Richtige anzustellen, denn nicht nur Trümpfe müssen gut ausgespielt werden, sondern alle anderen Karten, sprich Blinker, auch.


Jeder Blinker hat seine eigene Bewegung, die guten bieten sogar bei verschiedenen Geschwindigkeiten verschiedene Bewegungsmuster. Die weniger guten versagen, wenn sie nicht mit einem ganz bestimmten Tempo geführt werden. Deshalb ist es ratsam, jeden Blinker erst einmal im klaren, flachen Wasser zu führen. Beobachten Sie genau, wie er sich bewegt und bei welcher Geschwindigkeit er sich am besten bewegt. Sie gewinnen dabei eine bessere Vorstellung darüber, was Ihr Blinker später im Ernstfall macht.  


Wenn Sie wissen, was Ihr Blinker alles kann, sollten Sie ihn das auch alles zeigen lassen. Also nicht einfach auswerfen und wieder einholen, sondern immer wieder einmal einen Tempowechsel einbauen. Wir haben das oben schon im Zusammenhang mit dem Effzett-Blinker angesprochen. Erst das macht den Blinker richtig stark, wenn er auf einmal beschleunigt, dann aber genau so plötzlich stoppt und absackt.


Die Beschleunigung wirkt wie der Fluchtversuch eines Beutefisches, den der Räuber unbedingt vereiteln will. Das Abstoppen und Heruntertaumeln gleicht einem Schwächeanfall eines kranken Fisches. Eine leichte Beute, die sich kein Räuber entgehen lässt.


An allen verdächtigen Stellen

 

Wie die Köderführung erfolgen soll, wäre damit geklärt: mit der bestmöglichen Beweglichkeit des jeweiligen Blinkers, dabei aber immer mit Variationen der Bewegungen und der Geschwindigkeit. Bleibt noch die Frage, wo genau der Blinker zum Einsatz kommen soll, denn der See ist bekanntlich breit.
Wenn man vom Ufer angelt und keine klaren Strukturen ausmachen kann, wird der See fächerförmig abgefischt. Als erstes macht man einen Wurf parallel zum Ufer. In Ufernähe muss man immer mit einem Fisch rechnen, und ehe man selber am Ufer entlang geht und ihn verscheucht, bietet man ihm besser vorher einmal den Blinker an. Danach wirft man immer weiter in Richtung Gewässermitte. Hat man so eine Stelle abgefischt, geht es weiter zur nächsten, wo man nach dem gleichen Schema vorgeht.


Ein See ist aber meistens nicht über­all gleich breit, sein Uferverlauf ändert sich und bietet uns mit Buchten, Landzungen, Inseln, Schilfkanten und Pflanzenfeldern wichtige Anhaltspunkte für gute Fangplätze. Und der See ist auch nicht über­all gleich tief, an einigen Kanten fällt er steil ab, bei Unterwasserbergen wird er wieder ganz flach. Die Strukturen an der Oberfläche sind meistens mühelos zu erkennen. Um auch die Verhältnisse unter Wasser einschätzen zu können, benötigt man eine Gewässerkarte oder besser noch ein Echolot. Nur mit dessen Hilfe kann man die markanten Punkte unter Wasser ebenso genau auffinden und be­fischen wie die guten Plätze, die sich über dem Wasser zu erkennen geben.
An allen Stellen, wo sich die Struktur des Gewässers - über oder unter Wasser - ändert, muss unser Blinker entlang geführt werden. Denn an all diesen Stellen ziehen immer wieder Fische vorbei, und genau dort lauern die Räuber ihnen aus ihrer Deckung heraus auf.


Ob man gezielt eine verdächtige Stelle anwirft oder nach dem Fächersystem vorgeht, es schadet nie, den Blinker auf einer Bahn mehrmals entlang zu führen. Vor allem in tieferen Gewässern sollte er in mehreren Durchgängen und dabei mit jedem Wurf etwas tiefer als zuvor angeboten werden.
Erst wenn unser Angebot trotz Tempowechsel und verschiedener Tiefen nicht angenommen wurde, machen wir uns auf zu der nächsten interessanten Stelle. Davon gibt es schließlich so einige, denn der See ist nicht nur breit, sondern auch lang.

Name:

Blinker

Weitere Namen:

Spinnfischen-Blinker, Spinnangeln-Blinker

Methode:

Spinnfischen

Gruppe:

Raubfischangeln

Anfüttern:

Ohne Anfüttern

Minimale Rollengröße:

2000

Maximale Rollengröße:

4000

Minimale Rutenlänge:

180 cm

Maximale Rutenlänge:

210 cm

Rollenart:

Multirollen
Stationärrollen

Tipps und Tricks